Fußball: 3. Liga
Die alte Leier: Preußen Münster spielt in Meppen wie ein Absteiger

Meppen -

Es geht nicht vorwärts mit dem SC Preußen Münster. Der Drittligist musste sich am Montag beim SV Meppen mit 1:3 geschlagen geben und bleibt weiter sieglos. Auch Interimstrainer Arne Barez konnte bei seiner Premiere keinen Erfolg verbuchen.

Montag, 09.12.2019, 22:15 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 22:52 Uhr
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.
Münsters Ole Kittner (rechts) blockt in dieser Szene Meppens Torschützen Deniz Undav ab.

Im Emsland nichts Neues: Preußen Münster bleibt in der Endlosschleife eines Verlierers, eines sieglosen Teams. Kaum etwas geht beim Tabellenvorletzten. Beim SV Meppen gab es die „nächste Rutsche“ mit dem 1:3 (0:1). Spiel eins nach der Demission von Coach Sven Hübscher, Spiel eins von Interimstrainer Arne Barez, wieder kein Dreier, seit 127 Tagen warten die Adlerträger darauf. Der Advent 2019 könnte nicht schlimmer für den Traditionsclub sein. Auch der Austausch der Übungsleiter änderte wenig bis nichts. Preußen ist eine verkrampfte Auswahl, der Abstieg aus der Drittklassigkeit rückt schon jetzt immer näher, acht Zähler fehlen zum rettenden Ufer.

„Es ist brutal enttäuschend – der Sieg geht mehr als in Ordnung. Wir haben die Flügel nicht geschlossen bekommen und die Pässe in die Spitze nicht verhindert“, gestand Barez. „Ich hatte gehofft, mit unserer Ansprache einen Effekt zu erzielen. Nach diesem Auftritt sehe ich mich da aber ganz explizit mit im Boot.“

Überraschung in Aufstellung

Kevin und Heinz – das war die große Überraschung in der Aufstellung der Preußen. Mit dieser Doppel-Sechs also, Rodrigues Pires und Mörschel, diesen beiden zentralen defensiven Mittelfeld-Strategen, hatte keiner gerechnet. Das konnte nicht gut gehen. Damit es funktioniert hätte, wäre ein kollektives, fehlerfreies und selbstbewusstes Verteidigungsspiel der Gäste notwendig gewesen.

Doch der SCP im Spiel eins nach der „Ära Hübscher“ wirkte weiter verunsichert, gewann zu wenig Zweikämpfe, ließ sich immer wieder von Diagonalbällen von links nach rechts und umgekehrt düpieren, lief erneut fast nur der Musik hinterher. Die Spielanteile: Meppen dominierte, Münster versuchte allenfalls das Allerschlimmste zu verhindern. Der Überraschungseffekt war wohl verpufft, als beide Teams aus der Kabine schlenderten. Als Ole Kittner (10.) nach einem Freistoß von Seref Öczan aufs Meppener Tor geköpft hatte, war der Beutefang der SCP-Offensive vor der Pause detailgetreu beschrieben.

18. Spieltag - Saison 2019/20: SV Meppen - Preußen Münster

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  • Nach zuvor 13 sieglosen Spielen stand mit Interimscoach Arne Barez (r.) beim SCP einer neuer Trainer an der Seitenlinie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit dem neuen Übungsleiter hofft Preußen Münster, zurück in die Erfolgsspur finden zu können. Bereits im Auswärtsspiel beim SV Meppen.

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  • Unterstützt wird der Interimscoach Barez (r.) von Sören Weinfurtner, dem Trainer von der U23 des SCP.

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  • Zum Erfolg beitragen wollte auch SCP-Stürmer Heinz Mörschel (M.).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Meppens gefährlichster Spieler ist Deniz Undav (l.) - hier im Duell mit Ole Kittner.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit einem Sieg im Emsland wollten die Adlerträger wieder in der Tabelle Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze erreichen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hier stemmt sich SCP-Aktuer Julian Schauerte (M.) gegen Meppens Deniz Undav, doch dieser war nicht auszuschalten vom SCP – und erzielte bereits in der 14. Spielminute das 1:0 für die Gastgeber.

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  • Von draußen versuchten Arne Barez (r.) von Sören Weinfurtner, Einfluss aufs Spiel zu nehmen.

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  • Doch der SV Meppen war die spielbestimmte Mannschaft und...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...erzielte in der 67. Spielminute das 2:0.

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  • Noch einmal versuchte SCP-Interimscoach Arne Barez durch Kommandos eine Wende im Spiel zu bewirken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • An diesem Abend stand der stärkste Adlerträger zwischen den Pfosten: Max Schulze Niehues verhinderte mehrfach einen höheren Rückstand. Doch es gelang ihm nicht, die nächste Auswärtsniederlage zu verhindern. Zwar verkürzte der SCP durch einen Treffer von Rufat Dadashov (75. min) noch auf 1:2 – doch das Tor des Meppeners René Guder in der 84. Spielminute bedeutete die Entscheidung. Die Preußen mussten mit einer Pleite im Gepäck die Heimreise antreten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Entscheidung: das 3:1 durch Rene Guder.

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  • Kurz vor Spielende sah Niklas Heidemann noch zu allem Überfluss die Rote Karte.

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  • Es folgen weitere Impressionen...

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Der erste Rückschlag

Beim 0:1 verlor Kittner, allerdings grenzwertig, einen Zweikampf mit Valdet Rama. Der Preußen-Verteidiger forderte vehement einen Freistoß, doch der Pfiff von Schiedsrichter Patrick Hanslbauer blieb aus, vielmehr drehte Meppens offensive Wunderwaffe Deniz Undav in der Folge mal eben so Okan Erdogan ein und überwand Max Schulze Niehues mit einem feinen Heber. Ein Fußball-Kunststück (14.).

So einfach das von den Hausherren dargeboten war, so schlecht verteidigt war das von den Gästen. Meppen hatte durch Rama (31.) und zweimal Undav (38. und 44.) weitere Hochkaräter im Portfolio. Das Beste für Münster war noch, dass es zur Pause nur 0:1 stand.

Meppen weiter druckvoll

Nach dem Wechsel? Als Rama nach 34 Sekunden das 2:0 vergeben hatte, wurde der SCP etwas offensiver, ein Hauch griffiger. Ein Schuss von Rodrigues Pires sorgte für Gefahr (52). Wenig später hatte der bereits verwarnte Thilo Leugers Glück, als er im Rücken des Referees Rodrigues Pires (54.) zu Fall brachte.

Kleines Zwischenhoch, aber dann musste Schulze Niehues (65.) mit einem tollen Reflex gegen Undav das 0:2 verhindern. Oder doch der Ausgleich, als Steffen Puttkammer gegen Rufat Dadashov (66.) elfmeterwürdig klärte? Nö, dachte sich der Hanslbauer, fast im Gegenzug erhöhte der ehemalige Ahlener Luka Tan­kulic auf 2:0 per Kopf (67.). Zuvor hatte Meppen nach einer SCP-Ecke die Preußen überrollt, fünf gegen zwei, Wahnsinn. Schulze Niehues’ Rettungstat gegen René Guder hatte keinen Wert. Nach gut einer Stunde war alles geklärt – fast.

Kurze Hoffnung

Wäre da nicht Dadashov mit dem 1:2 gewesen, der die Vorarbeit von Kittner verwertete (75.). Doch sechs Minuten vor dem Ende zerlegten die Emsländer die Gäste mit einfachen Mitteln. Feiner Pass des überragenden Undav, Guder traf, Tor. Meppen siegte, Münster verlor, irgendwie schon eine alte Leier in dieser Saison.

„Natürlich haben wir noch Hoffnung, aber uns läuft langsam die Zeit davon“, sagte Mörschel. Und korrigierte sich dann: „Nein, nicht langsam.“ Eher in Windeseile.

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