Fußball: 3. Liga
Preußen Münster weiter im Würgegriff des Abstiegskampfs – 0:1 gegen 1860 München

Münster -

Sascha Mölders hat für den Sieg des TSV 1860 München im Gastspiel bei Preußen Münster gesorgt. Der Fußball-Drittligist verlor im letzten Auftritt des Jahres auch noch Abwehrchef Ole Kittner mit einer gelb-roten Karte. Wer auf Interimstrainer Arne Barez folgen wird, ist noch völlig offen. Dirk Lottner, Ex-Bundesliga-Profi beim 1. FC Köln, scheint ein heißer Kandidat zu sein.

Samstag, 21.12.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 21.12.2019, 17:46 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen Münster weiter im Würgegriff des Abstiegskampfs – 0:1 gegen 1860 München
Preußens torloser Angreifer Rufat Dadashov und (im Hintergrund) Münchens Torschütze Sascha Mölders. Foto: Jürgen Peperhowe

Es bleibt dabei, auch über den Jahreswechsel lockert der Abstiegskampf seinen Würgegriff beim SC Preußen Münster um keinen Deut. Nach dem kurzen Zwischenhoch mit dem 2:0-Sieg über Magdeburg kassierte der SCP vor 8154 Zuschauern eine unglückliche 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen 1860 München. Sascha Mölders köpfte die „Löwen“ nach 66 Minuten zum Sieg, alle Hoffnungen des SCP auf ein Erfolgserlebnis schwanden, als Abwehrspieler Ole Kittner (72.) die Ampelkarte sah. Er wird seiner Mannschaft am 25. Januar bei Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena fehlen.

Wer dann am Seitenrand beim Tabellen-Vorletzten stehen wird, ist noch offen. Für Interimstrainer Arne Barez endet seine persönliche Trilogie mit einer Niederlage und insgesamt drei Pluspunkten aus drei Begegnungen – das ist im Durchschnitt mehr, als sein Vorgänger Sven Hübscher (13 Punkte) in 17 Partien ansammelte.

Ein kleines Trostpflaster blieb: Die Steilvorlage von Viktoria Köln (1:5 gegen Hansa Rostock) wurde zwar nicht genutzt, auf Rang 16 steht die Elf von Ex-Preußen-Coach Pavel Dotchev weiter fünf Zähler vor dem SCP. Chemnitz (3:4 in Mannheim) und Großaspach (1:1 gegen Duisburg) kamen nicht wesentlich voran, auch der FSV Zwickau (2:2 gegen Meppen) setzte sich nicht noch wirklich weiter ab. Rest-Hoffnung bleibt noch, wenn die verbliebenen 18 Punktpartien im neuen Jahr anstehen. Die Aussichten für Preußen Münster sind alles andere als rosig. Der neue Coach, der auf zwei, drei Zugänge hoffen darf, wird ein kleines Fußballwunder bewerkstelligen müssen.

20. Spieltag - Saison 2019/20: SC Preußen Münster – TSV 1860 München

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  • Münsters Ole Kittner und Münchens Sascha Mölders im Kopfballduell.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zweikampf zwischen Okan Erdogan (SCP) und Leon Klassen (1860).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hier bekommt Klassen es mit Julian Schauerte und Rufat Dadashov zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein Blick in die Gästekurve.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luca Schnellbacher und Ex-Preuße Aaron Berzel im Luftzweikampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auf der Tribüne: Preußens Ex-Trainer Marc Fascher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus dem Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Zum letzten Spiel des Jahres 2019: Zwei Umstellungen in der Startelf gab es, Okan Erdogan rückte in die defensive Mittelfeldzentrale für den gesperrten Fridolin Wagner. Zudem war Luca Schnellbacher erste Wahl, weil Heinz Mörschel nach einem Infekt allenfalls die Rolle als Joker zugetraut wurde. Eine gute Woche nach dem erlösenden 2:0-Heimsieg über Magdeburg war das – natürlich – wenig Bewegung in der Formation der Preußen.

Kontrollierte Offensive

Und der SCP startete mit Wucht, als Philipp Hoffmann (3.) auf der linken Seite Rufat Dadashov bediente, der aber neben das Tor schoss. Im Gegenzug stoppte die ansonsten vor der Pause sehr aufmerksame Preußen-Verteidigung Noel Niemann im letzten Moment im Fünfmeterraum. Doch die Preußen suchten mit einer kontrollierten Offensive den Erfolg. Schnellbacher (14.) kombinierte schön mit Seref Özcan, doch der Abschluss blieb dem Türken versagt. Kein schlechter Start der Hausherren war das.

Türkische Scouts

Erneut saßen offenbar Scouts von zwei türkischen Erstligisten auf der Tribüne, um Özcan wie auch Erdogan zu beobachten. Münsters Rechtsaußen weckt nach einer guten Premiere-Hinserie in der 3. Liga Interesse, auch Erdogan konnte sich in den vergangenen Monaten gegen den Trend der Mannschaft gut entwickeln.

Das Barez-Team versuchte weiter, die so wichtige Führung zu erzielen. Auf dem katastrophalen Rasenfeld war es erneut Özcan (20.) mit einem Solo, der Gefahr brachte, wenig später war das Dribbling von Hoffmann (29.) vielversprechend. Dann setzte sich Julian Schauerte (35.) auf der rechten Seite durch, doch sein Rückpass fand keinen Abnehmer. Dadashov (35.), Schauerte (40.) und ein Kopfball von Schnellbacher (45.+1) waren ernstzunehmende Abschlüsse, aber der letzte Punch fehlte bei den Preußen.

Wenig von 1860 zu sehen

Und 1860? Ein Schuss von Sascha Mölders (33.) sowie ein Gestochere von Prince Osei Owusu (45.) im Fünfmeterraum der Preußen waren die wenigen erwähnenswerten Chancen der Gäste, die gerade in der Offensive schon enttäuschten. Aber es war vielleicht auch so, dass Münsters defensive Fünferreihe um Abwehrchef Ole Kittner und Simon Scherder recht sicher stand. Das war ein Fortschritt im Vergleich zu den letzten Wochen und Monaten. Tatsächlich konnte man festhalten, dass der SCP drei Halbzeiten gegen Magdeburg und München ohne Gegentor über die Runden gekommen war.

Brandenburger verletzt

Der erste Schock kurz nach dem Wechsel, als Nico Brandenburger auf seine rechte Hüfte nach einem Zweikampf deutete – und raus musste. Für ihn kam Mörschel, der gegen Magdeburg eine vergleichbare Rolle gut ausgefüllt hatte. Erste Gefahr dann durch die Preußen, als Alexander Rossipal (55.) einen Freistoß gefährlich in den Strafraum schlug. Nach einer Stunde waren die „Löwen“ allerdings etwas offensiver geworden, Chancen auf beiden Seite blieben Mangelware. Der SCP war vor allem darum bemüht, keine Fehler zu machen.

Dann die kalte Dusche, der zweite Schock: Niemann narrt Hoffmann auf der rechten Seite, seine Flanke verwertet Mölders per Kopf zur Führung, Scherder kommt nicht rein in das Kopfballduell. 0:1. 66 Minuten waren gespielt. Und es kommt noch dicker für den SCP, weil der bereits verwarnte Kittner in der 72. Minute vom Platz gestellt wird, Schock Nummer drei – das war zu viel für die sowieso wankelmütigen Hausherren. Kittner vertändelt den Ball, im Zweikampf mit Timo Gebhart stellt er sich ungeschickt an: Ampelkarte. Die Preußen 0:1 in Rückstand, in Unterzahl, ganz schlechte Karten für eine Aufholjagd, eine „Mission impossible“.

Die Rollen waren nun klar verteilt, Münster versuchte verzweifelt, noch eine Chance herauszukämpfen, die „Löwen“ warfen dagegen ihre ganze geballte Routine ins Geschehen. Die Preußen kamen kaum noch an den Ball, das war geschickt von den Gästen aus Bayern. Gebhart (86.) und Owuso (88.) hatten riesige Chancen zum 2:0, die Preußen waren jetzt mausetot. Der „Lucky Punch“, eine Art Zufallstor zum Ausgleich, gelang nicht.

Schwere Zeiten zum Jahreswechsel

Schwere Zeiten für die Preußen, ganz schwere Zeiten für den SCP: Der Fußball-Drittligist überwintert mit fünf Zählern Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsrang auf dem vorletzten Platz der 3. Liga. Fragen?

Münster: Schulze Niehues - Schauerte, Kittner, Scherder, Rossipal (69. Heidemann) - Özcan, Erdogan, Brandenburger (51. Mörschel), Hoffmann (69. Litka) - Dadashov, Schnellbacher. - Trainer: Barez - Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Klann, Hoffmeier, Heidemann, Cueto

München: Hiller - Willsch, Erdmann, Berzel, Klassen (46. Gebhart) - Dressel, Bekiroglu (90. Böhnlein), Steinhart - Niemann (90. Greilinger), Mölders, Owusu. - Trainer: Köllner - Ersatzbank: Bonmann (Tor), Weeger, Lang, Ziereis

Tor: 0:1 Mölders (66., Flanke Niemann). - Zuschauer: 8154. - Schiedsrichter: Lechner (Ellwangen). - Gelb-rote Karte: Kittner (72., wiederholtes Foulspiel). - Gelbe Karten: Özcan, Litka / Berzel, Niemann, Willsch, Erdmann

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