Fußball: 3. Liga
Ex-Preuße Pellegrino Matarazzo soll VfB Stuttgart lenken

Münster -

Der VfB Stuttgart hat jüngst einen neuen Trainer vorgestellt, der eine Vergangenheit in Münster hat. Pellegrino Matarazzo stand in der Spielzeit 2003/04 beim SC Preußen unter Vertrag. Nun ist er Coach in Liga zwei.

Donnerstag, 02.01.2020, 18:08 Uhr
Immer voller Einsatz: Pellegrino Matarazzo (rechts) im Zweikampf mit Festus Agu vom FC St. Pauli
Immer voller Einsatz: Pellegrino Matarazzo (rechts) im Zweikampf mit Festus Agu vom FC St. Pauli Foto: imago-images

Die Saison 2003/04 ist dem altgedienten Preußen-Anhang vor allem aus einem Grund in Erinnerung geblieben. Am 34. und letzten Spieltag der Regionalliga Nord traf Martin Hauswald zum 1:0-Heimsieg über Wattenscheid 09. Puuuh. Klassenerhalt geschafft, auf den letzten Drücker, immerhin. Eigentlich war das kein „Jahrhundert-Aufgebot“ des SCP, nur 16 Jahre später muss festgestellt werden, dass dieser Jahrgang überdurchschnittlich tief im Profifußball verankert ist.

Jüngstes Beispiel: Pellegrino Matarazzo, heute 42 Jahre alt, damals ein hoch aufgeschossener Verteidiger der rustikalen Art. Er soll den VfB Stuttgart nun als Cheftrainer in die Bundesliga zurückführen, gerade erst hat er Tim Walter im Schwabenland abgelöst. Dafür wurde der bisherige Co-Trainer von der TSG Hoffenheim geholt.

Pellegrino Matarazzo, ein Name wie aus einem Mafia-Epos. Damit hätte er eine Hauptrolle bei den „Sopranos“ erhalten können. Tatsächlich wurde Matarazzo in New Jersey in Sichtweite von New York geboren, und hier spielt auch die fiktive Mafia-Serie der „Sopranos“. Wobei Matarazzo eher zum Musterschüler taugt. Immerhin studierte er nach einem tadellosen Schulabschluss an der Columbia University, gelegen am Hudson River in Manhattan, angewandte Mathematik. Er hätte Investmentbanker werden können, doch Mataraazo wollte lieber kicken. Über den kurzen Umweg Italien landete er in Deutschland. Und mit Mitte 20 war er eine Spielzeit für den SCP aktiv. 23 Einsätze, kein Tor, sieben Gelbe Karten – keine atemberaubende Bilanz, die auf eine große Trainerkarriere deuten würde. „Rino“, wie er in Münster gerufen wurde, hatte sich da schon ausgerechnet, dass er sportlich den großen Coup nicht landen würde, aber als Trainer, das könnte was werden. Zweiter Bildungsweg für einen Mathematiker. Da zählte er eins und eins zusammen. Beim 1. FC Nürnberg II war er als spielender Co-Trainer am Ball – und stieg 2010 in die Regionalliga auf.

Jahre später erwarb er die Fußball-Lehrerlizenz, war dabei Zimmerkollege von Julian Nagelsmann. Auch Marco Antwerpen, der dreimal als Spieler und eineinhalb Saisons (2018 bis 2019) Trainer beim SCP war, nahm an dem 62. Lehrgang teil. Antwerpen und Matarazzo spielten damals, also 2003/04, bei den Preußen zusammen. Zufälle gibt es . . .

Münster dürfte für Matarazzo nicht die prägendste Station gewesen sein, aber in dieser einen Saison fanden sich eine Reihe von Preußen mit Trainer- oder Manager-Zukunft im Spitzenbereich wieder. Frederik Gößling zum Beispiel ist aktuell der Torwarttrainer bei Bundesliga-Herbstmeister RB Leipzig. Oder Mittelfeld-Stratege Martin Pronzdziono, der heute Sportchef beim Erstligisten SC Paderborn ist. Marco Antwerpen coacht Drittligist Braunschweig, Carsten Gockel war über eine Dekade Sportchef beim SCP, und auch Stephan Küsters hatte diverse Jobs im Profibereich.

Matarazzo also soll die Stuttgarter, aktuell Dritte der 2. Bundesliga, ins Oberhaus führen. Ende 2003 erlebte er, wie ein Trainerwechsel auf unerklärliche Weise funktionierten kann. Münster war Vorletzter in der Regionalliga, Hoffnung so gut wie keine. Werner Moors ersetzte Peter Vollmann – und gleich im ersten Spiel schlugen die Preußen dann den Tabellenzweiten SC Paderborn mit 3:1.

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