Fußball: 3. Liga
Preußen-Aufsichtsrat erhält ohne Metzelder und Seinsch neues Gesicht

Münster -

Christoph Metzelder und Walther Seinsch kandidieren wie erwartet nicht mehr für den Aufsichtsrat des SC Preußen. Auch Friedrich Lukas, der ein offenes Ohr für die Fans hatte und vor drei Jahren eigenständig den Weg ins Gremium fand, hört auf. Die Neuwahl auf der Mitgliederversammlung am Sonntag dürfte interessant werden.

Montag, 06.01.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 13:54 Uhr
Abschied aus dem Aufsichtsrat: Walther Seinsch
Abschied aus dem Aufsichtsrat: Walther Seinsch Foto: Jürgen Peperhowe

In der Nacht von Montag auf Dienstag läuft um 24 Uhr die Frist ab. Um Mitternacht steht die Kandidatenkür für die Wahl zum Aufsichtsrat des SC Preußen Münster endgültig. Am Sonntag findet dann die Jahreshauptversammlung des Clubs (11 Uhr, Stadthalle Hiltrup) statt. Seit drei Monaten arbeitet das aktuelle Präsidium um Christoph Strässer „nur“ kommissarisch. Der nun zu wählende Aufsichtsrat wird schließlich den neuen Vorstand bestimmen. Strässer und seine aktuellen Mitstreiter haben allerdings bereits erklärt, weitermachen zu wollen.

Der Aufsichtsrat erhält nun aber ein zumindest in Teilen neues Gesicht. Frank Westermann, der das Gremium seit Oktober 2016 anführt, wird sich bei der Wahl genauso wieder stellen wie Jürgen Becker und Dr. Clemens Große Frie. Diese Hälfte machte weiter.

Spannend ist dagegen die Seite der Abgänge. Walther Seinsch und Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder verzichten auf eine Wiederwahl. Auch Friedrich Lukas tritt nicht noch mal an, er hatte vor drei Jahren etwas überraschend eines der sechs „Direktmandate“ erhalten. Offen ist auch, inwieweit Ex-Profi Jochen Terhaar zur Verfügung steht, er war nachträglich als siebtes Mitglied berufen worden.

Mindestens sechs Aufsichtsräte müssen am Sonntag gewählt werden. Sechs Kandidaten stehen auch zur Wahl. Wobei damit das Ergebnis noch nicht feststeht, denn gewählt ist ein Anwärter nur, wenn er mehr Ja- als Nein-Stimmen auf sich vereint, Enthaltungen fallen nicht ins Gewicht. Zudem gilt: Wenn nicht sechs Aufsichtsräte gewählt werden, muss in einer zeitnah folgenden außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neuer Anlauf genommen werden.

Westermann sagte auf Anfrage, dass er nicht nur wiedergewählt werden möchte, sondern das Gremium auch bei entsprechendem Votum des neu zusammengesetzten Aufsichtsrats weiter leiten würde.

Mit dem 78 Jahre alten Seinsch scheidet nun ein großer Hoffnungsträger des Preußen-Anhangs aus. Er war Befürworter der großen Stadionlösung, eines Neubaus in Bösensell. Aber Westermann sagt: „Er bleibt uns im Hintergrund erhalten.“ Auch gesundheitliche Gründe sollen mit ausschlaggebend gewesen sein dafür, dass Seinsch keine erneute Wahl anstrebt. Doch gerade wenn die Stadionpläne an der Hammer Straße mehr Fahrt aufnehmen und vielleicht wirklich die „Bagger noch in diesem Jahr anrollen“, wie es Oberbürgermeister Markus Lewe just im Interview mit dieser Zeitung ankündigte, könnte Seinsch wieder stärker an den Verein heranrücken. Auch Bernhard Niewöhner, kaufmännischer Geschäftsführer in der SC Preußen 06 Münster GmbH & Co. KGaA, hatte dieser Hoffnung in einem Interview Ausdruck verliehen.

Und das Präsidium? Beim Trainingsauftakt am Samstag hielt sich Clubchef Strässer noch bedeckt, ließ aber durchsickern, dass die bisherige Besetzung gedenkt weiterzumachen – vorausgesetzt, der neue Aufsichtsrat schickt die Führung erneut ins Rennen. Neben Strässer gehören Martin Jostmeier, Hans-Jürgen Eidecker, Siggi Höing und Burkhard Brüx bislang dem Vorstand an.

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