Fußball: 3. Liga
Vizemeister von 1951 sind Ulrich Heitmanns Preußen-Helden

Münster -

Die Deutschen Vizemeister von 1951 sind auch heute noch die Helden von Ulrich Heitmann. Der inzwischen 80-Jährige hat viel von der Welt gesehen, große Fußballpersönlichkeiten kennengelernt. Aber seine wahre Liebe blieb immer Preußen Münster. Inzwischen lebt er sogar in Sichtweite zum Stadion.

Freitag, 21.02.2020, 22:12 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 22:20 Uhr
Ulrich Heitmann mit der Erinnerungsmedaille für die Vizemeister von 1951, die auch er 50 Jahre später erhielt.
Ulrich Heitmann mit der Erinnerungsmedaille für die Vizemeister von 1951, die auch er 50 Jahre später erhielt. Foto: Thomas Rellmann

Der Mann hat einiges erlebt. Und entsprechend viel zu erzählen. Ulrich Heitmann richtete als Koch auf Juist Vergleiche von Hotel-Mannschaften unter der Leitung des legendären Hans Schäfer aus, trainierte unter Nationalspieler Gerd Harpers auf der Insel, gründete eine eigene Schiffskickermannschaft auf See und kickte in der Heimatstadt von Pelé (Santos in Brasilien) gegen Schweden und Russen. Er gründete in Arnsberg einen Fußball-Stammtisch und hielt Kontakt zu hochrangigen Funktionären wie dem einstigen DFB-Präsidenten Egidius Braun und Schalkes Ex-Boss Gerd Rehberg oder zu früheren Top-Spielern wie Fritz Walter, Horst Eckel, Aki Schmidt, Lothar Emmerich, Bernard Dietz, Charly Dörfel oder Jupp Lammers.

Seine Liebe gehörte jedoch immer dem Club aus seiner Heimatstadt: Preußen Münster. Im Braustübl an der Geiststraße servierte Heitmann den Adlerkickern in den 70er und 80er Jahren nach Spielen ihr Abendessen. „Eine schöne Zeit“, erinnert er sich. Übertroffen nur von den frühen 50ern. Na klar, Deutscher Vizemeister 1951, die knappe 1:2-Niederlage im DM-Finale von Berlin gegen den 1. FC Kaiserslautern. Auch als Zweiter waren die SCP-Spieler Helden. „Diese Männer haben den Verein zu Ruhm und Ehre geschossen. Ich möchte diese Wochen niemals missen. Die Stadt war aus dem Häuschen“, erzählt er. Daher entschloss er sich 2001, als im Club niemand so recht daran dachte, ein Treffen des Teams von einst zu organisieren. 50 Jahre später. Empfang im Rathaus. Noch mal gab es für die Preußen-Akteure eine Erinnerungsmedaille. Rudi Schulz, vor wenigen Jahren als einer der letzten Finalisten verstorben, nahm damals Heitmann in den Arm und dankte ihm unter Tränen. Ein Fan, der am Tag des Endspiels gerade zwölf war, hatte diese Ehrung im Alleingang auf die Beine gestellt.

Inzwischen ist der 80-Jährige, der lange im Sauerland lebte, seit wenigen Jahren zurück in Münster, lebt in Sichtweite des Preußenstadions („Das war Zufall“) in einem Bungalow am Berg Fidel. Der Abstiegskampf in dieser Saison setzt auch dem Rentner schwer zu. „Es wäre eine Katastrophe, wenn es runter in die Regionalliga ginge“, sagt er. „Man sieht ja, was aus Vereinen wie Aachen, Essen oder Wattenscheid geworden ist.“ Auch als Senior würde sich Heitmann, der selbst von der D-Jugend 1946 bis zum Beginn der Ausbildung für die Adlerträger spielte, einbringen, erzählt er. „Zu Preußen stehe ich auch in schwierigen Zeiten.“ Und wenn es hart auf hart kommt, bleiben ja die Gedanken an bessere Tage. Wie 1951. Viele Anhänger, die sich detailliert an den Siegeszug der Münsteraner erinnern können, gibt es nicht mehr. „Fußball war immer mein Leben“, sagt er und hat fast zu jedem Jahr, zu jedem großen Turnier eine Anekdote parat. Doch die Geschichten, die mit den Preußen zu tun haben, sind ihm weiter die liebsten.

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