Fußball: 3. Liga
Preußens Alexander Rossipal – ein geduldiger und fleißiger Schwabe

Münster -

Sein Einstand in Münster war schwierig: Eigene schwache Leistungen, dazu das Team in einer satten Krise ohne Siege, dann zwei Verletzungen. Nein, einfach war es für Alexander Rossipal beim SC Preußen Münster nicht. Doch mittlerweile hat sich der Linksfuß aus Schwaben zu einer festen Größe gemausert. Eines aber fehlt ihm noch...

Dienstag, 25.02.2020, 17:06 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 16:58 Uhr
Alexander Rossipal, der es hier gleich mit zwei Lauterern aufnimmt, hat sich in der Startformation des SC Preußen einen Stammplatz erkämpft.
Alexander Rossipal, der es hier gleich mit zwei Lauterern aufnimmt, hat sich in der Startformation des SC Preußen einen Stammplatz erkämpft. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Einstieg für Alexander Rossipal in Münster hätte leichter sein können. Im Grunde ohne Spielpraxis (zwei Einsätze in der Vorsaison) kam der 23-Jährige als Linksverteidiger und letztes Kader-Puzzlestück Ende August vom Zweitligisten SV Sandhausen zu den Preußen. Der Leihspieler vergab im Westfalenpokal-Elfmeterschießen beim Regionalligisten SV Rödinghausen zum Debüt vom Punkt und schied mit seinem neuen Team gleich aus. Im ersten Ligaspiel gegen Viktoria Köln (2:3) war er am schnellen Rückstand beteiligt. Es folgten weitere mäßige Vorstellungen sowie die große Krise der Mannschaft. Im November zog sich Rossi­pal auch noch einen Muskelfaserriss zu, im Januar in der so wichtigen Vorbereitung quälte ihn eine rätselhafte Sprunggelenkblessur.

Grund genug, den Kopf in den Sand zu stecken? Nicht für den stets gut gelaunten Schwaben. Denn mittlerweile hat er sich einen Stammplatz beim Drittligisten erkämpft und auf der linken Außenbahn im 3-4-3 Niklas Heidemann und Philipp Hoffmann ausgestochen. In Düsseldorf beim 2:0-Erfolg gegen Uerdingen war er bester Feldspieler und rauschte die linke Seite hoch und runter. „So weit nach vorn orientiert konnte ich in der Hinrunde nicht auftreten“, sagt er. Ex-Coach Sven Hübscher ließ ihn entweder außen in der Viererkette oder aber als halblinken Teil einer Dreierreihe, also quasi in der Innenverteidigung, auflaufen. „Mir gefällt es, dass ich jetzt mehr im Angriff machen soll und unser System so offensiv interpretieren kann. So neu ist das für mich gar nicht.“ Ausgebildet in der Jugend von 1899 Hoffenheim gab es eben nur eine Richtung.

Von nun elf Einsätzen bestritt Rossipal vier im Zen­trum und sieben links. Dreimal spielte er zuletzt auf dem Flügel und überzeugte (Notenschnitt 2,83). Über sein Luftloch vor dem Tor beim 0:0 gegen Würzburg kann er inzwischen lachen. auch wenn er einige Tage von vielen Seiten gefoppt wurde. Aber da war auch viel Zuspruch dabei.

Die schweren Zeiten sind längst abgehakt, Fleiß und Ehrgeiz haben sich ausgezahlt. „Ich habe immer wieder meine Chance über das Training gesucht“, sagt der gebürtige Stuttgarter. „Ich denke, dass Trainer so was registrieren. Allgemein komme ich immer besser in die Spur, das gilt aber auch für die Mannschaft.“ Sein Rezept für die Aufholjagd ist simpel: „Wir haben bei den Basics angesetzt. Jetzt klappen Dinge, die vorher nicht geklappt haben.“ Nur auf ein Tor wartet Rossipal noch. Am Samstag fehlten bei einem strammen Schuss nur Millimeter. Wie’s geht, bewies er im Januar im Test gegen den SC Verl. Wie ein Edeltechniker versenkte er mit links einen Freistoß in der Schlussminute in den Winkel. Vielleicht kommt diese Position ja auch im Spiel bald mal.

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