Fußball: 3. Liga
Vorerst kein Geisterspiel für Preußen – aber weiter viele Fragezeichen

Münster -

Wie genau die Saison weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Preußen Münster hat zunächst mal eineinhalb Wochen Pause, die nächsten beiden Spieltage der 3. Liga wurden abgesagt. Doch schon die Neuterminierung dieser beiden Partien gestaltet sich kompliziert. Geisterspiele bleiben aus – aber nur fürs Erste.

Mittwoch, 11.03.2020, 21:34 Uhr aktualisiert: 11.03.2020, 21:36 Uhr
Pause im Abstiegskampf, kein Heimspiel am Samstag: Das gemeinsame Projekt der SCP-Spieler und des Anhangs muss warten.
Pause im Abstiegskampf, kein Heimspiel am Samstag: Das gemeinsame Projekt der SCP-Spieler und des Anhangs muss warten. Foto: imago-images

Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in den Tagen zuvor ab. Die kommenden beiden Spieltage in der 3. Liga werden verschoben. Das Heimspiel gegen den Halleschen FC, geplant für Samstag, sowie das Auswärtsspiel am Dienstag gegen Bayern München II, werden abgesagt. Frühester Nachholtermin: Anfang Mai.

Der DFB trägt damit der Entwicklung rund um das Coronavirus Rechnung. In erster Absprache mit den Vereinen wird auf eine Austragung von Geisterspielen verzichtet. Mit der Entscheidung wurde auch etwas Zeit erkauft. Am Montag werden die Spitzenvertreter der Vereine und des Verbands zusammenkommen. Dann wird der Fahrplan festgelegt.

Aktuell würden für die Nachholspiele der 5./6. Mai (Heimspiel gegen Halle) und der 12./13. Mai (in München) zur Verfügung stehen. Damit würde der Ausweich-Spielplan ganz nah an den 38. und letzten Spieltag am 16. Mai (Münster in Magdeburg) heranrücken.

Das würden Geisterspiele den SCP kosten

Schon jetzt scheint fraglich, ob der Saison-Fahrplan gehalten werden kann. Einige Vereine hatten auch dafür plädiert, die Partien des 30. Spieltages (20. bis 23. März) schon jetzt abzusagen. Wenn ein Nachholtermin vor Anfang Mai nicht denkbar ist, wäre damit eine Saison-Verlängerung praktisch unumgänglich geworden. Für den Fall eines Geisterspiels hatte Geschäftsführer Niewöhner gesagt, dass dem SCP Mehrkosten von 90 000 Euro entstehen. Bei allen fünf Heimpartien ohne Zuschauer zum Beispiel würde es zu einem Defizit von einer halben Million Euro kommen.

Das würde nicht nur für die Preußen gelten, die auf Rang elf der Zuschauertabelle liegen und auf diese Einnahmen definitiv angewiesen sind. Zuschauermagneten wie Eintracht Braunschweig (18 500 Besucher im Schnitt) oder der 1. FC Kaiserslautern (19 280) wären noch härter getroffen. Schnell würde sich die Frage nach der Liquidität stellen.

Unterstützung könnte wegbrechen

Und auch das trifft die Preußen bei einem Geisterspiel: Gerade erst ist das Band zwischen Team und Anhängerschaft wieder enger geknüpft, nicht nur aufgrund der finanziellen Hilfsaktionen. Trainer Sascha Hildmann hatte zuletzt die Unterstützung von den Rängen deutlich hervorgehoben. Bei Geisterspielen ginge dieser psychologische Mehrwert des SCP auch verloren.

„Abwarten, es annehmen, einfach normal trainieren“, so lautet Hildmanns Devise. „Spiele sind auch vorher mal ausgefallen. Was in der Zukunft passiert, kann ich aber so gar nicht einschätzen. Das wird sehr interessant.“ Bis zu neuen Auskünften überbrückt er die Zeit unter anderem mit Videoanalysen. Die vom 1:2 in Köln zuletzt ist bereits abgeschlossen. „Trotz der Niederlage ein gutes Spiel“, so Hildmann.

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