Fußball: 3. Liga
Sascha Hildmanns schwieriger Wartestand

Münster -

Immer in Bewegung bleiben, verschieben, pressen, fallen lassen. Das Fußballer-Vokabular ist voll mit Ausdrücken der Bewegung – auch am Spielfeldrand ist Stillstand Rückschritt. Bis Corona kam: Jetzt ruht der Ball, die Spieler, der Trainer, nichts geht mehr. Das schmerzt auch den Trainer des SC Preußen Münster, Sascha Hildmann.

Donnerstag, 26.03.2020, 16:24 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 19:30 Uhr
Zur Tatenlosigkeit verurteilt: Preußen-Trainer Sascha Hildmann, hier noch beim Spiel des Drittligisten bei Viktoria Köln.
Zur Tatenlosigkeit verurteilt: Preußen-Trainer Sascha Hildmann, hier noch beim Spiel des Drittligisten bei Viktoria Köln. Foto: Jürgen Peperhowe

Gerade ist der Trainer wieder daheim angekommen. Sascha Hildmann, Coach des Drittligisten Preußen Münster befindet sich im Wartestand. Sein Club hat am vergangenen Sonntag Kurzarbeit angemeldet, momentan ruht das Fußballgeschäft rund um den Verein von der Hammer Straße. Aber auch an allen anderen Orten der 3. Liga

„Schwierig“, sagt Hildmann, sei die Situation. Nach seiner Beurlaubung in Kaiserslautern hatte er sich intensiv weitergebildet, unter anderem die Trainingsstrukturen in Hoffenheim kennengelernt. Das ist aktuell nicht möglich. Also schaut er sich die Spiele seiner Preußen an, hoch und runter, von links nach rechts. „Ich vermisse die Arbeit, ich vermisse die Spieler, ich vermisse Münster“, sagt er. Das klingt nach Trauerarbeit in der Zwangspause. Und er fügt an: „Wir waren doch sportlich auf einem guten Weg.“ Elf Punkte aus sieben Partien, keine so schlechte Bilanz für den Coach nach der Winterpause. Hildmann, Fußballlehrer aus Kaiserslautern, war vor der Auszeit guten Mutes, die Mission Klassenerhalt mit dem SCP meistern zu können. Auch die 1:2-Auswärtsniederlage bei Mitkonkurrent Viktoria Köln vor drei Wochen, der letzte Auftritt der Preußen vor der Saison-Unterbrechung, konnte der Hoffnung nichts anhaben.

Ich habe großes Vertrauen in die Spieler. Das sind alles Profis.

Sascha Hildmann

Hildmann ist vielmehr der Typ, der Mut macht, der vielleicht auch an das Unmögliche glaubt. Schließlich hatte der SCP vor dem „Shutdown“ noch sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Der 47-Jährige, der am 1. Januar die Nachfolge von Sven Hübscher angetreten hatte, wischte von Tag eins an jedweden Zweifel vom Tisch – bis jetzt hielt er sich daran. „Es sind noch elf Spiele. So viele Punkte sind noch zu vergeben.“ 33, wenn man es genau nimmt, sollte die Saison noch einmal aufgenommen werden. Bereits jetzt sind die Drittligisten mit sieben Spieltagen im Hintertreffen, sollte die Spielzeit tatsächlich im Frühjahr noch mal gestartet werden – das dürfte kaum leistbar sein für die Vereine, die Spieler und auch die Trainer. Aktuell kann der Coach seine Spieler gar nicht betreuen. „Kurzarbeit null“ heißen die Stichworte. Allenfalls Empfehlungen dürfen ausgesprochen werden. Mit Trainingssteuerung hat das dann wenig gemein. Aber Hildmann sagt auch: „Ich habe großes Vertrauen in die Spieler. Das sind alles Profis.“ Er hofft, vielleicht erwartet er es sogar, dass sich die Kadermitglieder weitestgehend in Schuss halten. Allerdings weiß auch der Pfälzer, dass nach einer mehrwöchigen Pause eigentlich eine vernünftige Vorbereitung und Aufarbeitung folgen müssten. „Wiedersehen, gemeinsam trainieren, dann ein Wettkampf – so einfach läuft das nicht im Profi-Sport. Das gilt für Fußball genauso wie für Basket- oder Handball. Zwei, drei Wochen braucht man immer für eine gewisse Stabilität“. Jetzt heißt es warten.

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