Fußball: 3. Liga
Paukenschlag bei der Geisterspiel-Premiere – Preußen Münster siegt 4:2 gegen Halle

Münster -

Die Hoffnung im Abstiegskampf lebt weiter beim SC Preußen Münster. Der Fußball-Drittligist gewann mit 4:2 (3:0) gegen den Mitkonkurrenten Hallescher FC. Rodrigues Pires, ein Eigentor von Ex-Preuße Mai, Schnellbacher und Litka trafen für Münster - Halles Treffer von Hansch und Hilßner reichten nur zur Ergebniskosmetik. Der SCP ist wieder auf Schlagdistanz zum rettenden Ufer.

Sonntag, 31.05.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 31.05.2020, 17:51 Uhr
Fußball: 3. Liga: Paukenschlag bei der Geisterspiel-Premiere – Preußen Münster siegt 4:2 gegen Halle
Glückliche Preußen bejubeln Torschütze Maurice Litka (2.v.l.) Foto: Jürgen Peperhowe

Paukenschlag zum Re-Start: Das war ein kräftiges Lebenszeichen des SC Preußen Münster. Mit einem fulminanten 4:2 (3:0) kehrte das Team von Trainer Sascha Hildmann nach fast dreimonatiger Zwangspause wieder in den Spielbetrieb der 3. Liga zurück. Alles Rätselraten um Leistungsstand, körperliche Fitness, fehlende Testspiele und auch die viel zu kurze Vorbereitung wurde handstreichmäßig vom Tisch gewischt.

Kevin Rodrigues Pires (3.), ein Eigentor von Sebastian Mai (11.), Luca Schnellbacher (31.) sowie Maurice Litka (77.) trafen für Münster. Das 1:3 durch Florian Hansch (67.) fiel nicht wirklich ins Gewicht, auch nicht das 2:4 durch Marcel Hilßner in der Nachspielzeit. Zuschauer im Übrigen im Stadion: praktisch keine, der SCP hat seine Geisterspiel-Premiere überaus erfolgreich absolviert. Am Mittwoch gastiert der SCP dann beim FC Bayern München - glücklicherweise die zweite Mannschaft, natürlich auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

SCP nutzte Gunst des Augenblicks

Hatten die meisten Mitkonkurrenten im Abstiegskampf in den Samstags-Partien dem SCP in die Karten gespielt, nutzten die Adlerträger endlich mal die Gunst des Augenblicks. Halle mit Coach Ismail Atalan wurde noch tiefer in den Morast gezogen. Hildmanns Mission Klassenerhalt scheint auch nach der 85-tägigen Unterbrechung durch die Corona-Pause noch lange nicht beendet. Da tut sich was, und das im positiven Sinne. „Wir wollten gut organsiert sein, das hat gut funktioniert. Großen Respekt muss ich dem Gegner zollen, der nach dem 0:3 nicht aufgegeben hat. Ich hoffe, wir können uns weiter stabilisieren“, sagte SCP-Coach Sascha Hildmann.

Hildmann obenauf, Atalan alles andere als das: Er hatte sich nach dem Trainingslager im Münsterland mehr versprochen beim Auftritt in der alten Heimat: „Es ist das passiert, was wir erwartet haben. Die Mannschaft war darauf vorbereitet, deshalb bin ich sehr enttäuscht, wir hätten alles besser lösen können mit dem Umschaltspiel der Preußen“, sagte der 39 Jahre alte Sendener. Seine Spieler hätten wie kleine Kinder agiert, denen man sagt, dass sie die heiße Herdplatte nicht anfassen sollen – und die sich daran aber kindlich verbrennen.

Re-Start mit Geisterspiel: Preußen Münster - Hallescher FC

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  • Geisterspiel beim SC Preußen Münster: Zu Gast im leeren Stadion war der Hallesche FC.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der SC Preußen Münster war sofort hellwach: Bereits in der 4. Spielminute trifft Kevin Rodrigues Pires zum !:0 für den SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der am Boden liegende Torwart Kai Eisele musste sich geschlagen geben, während...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...Torschütze Kevin Rodrigues Pires (2.v.r.) sich von seinen Mitspielern feiern ließ.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nachdem Maurice Litka in der 13. Spielminute das 2:0 für Preußen Münster erzielt hatte, legte Luca Schnellbacher mit einer akrobatischen Einlage nach: Im Liegen erzielte er das 3:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach dem dritten Treffer feierten ihren Schützen Luca Schnellbacher.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sein zweiter Streich: Maurice Litka (2.v.l.) brachte den SCP endgültig auf die Siegesstraße, nachdem Halle auf 1:3 verkürzt hatte. Der SCP-Akteur erhöhte in der 77. Spielminute auf 4:1.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Sascha Hildmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Halles Trainer Ismael Atalan

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  • SCP-Coach Sascha Hildmann erteilt Anweisungen.

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  • SCP-Trainer Sascha Hildmann im Gespräch mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dr- Müller-Rensmann, Gesundheitsbeauftragter des SC Preußen Münster

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  • SCP-Mauer mit Litka, Cueto, Löhmannsröben, Schnellbacher, Mörschel und Pires

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gedenkminute für de verstorbenen Coronaopfer und für Ex-SCP-Spieler Krekeler

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  • Halle-Trainer Ismael Atalan

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  • Malte Metzelder und Ralf Heskamp im Gespräch

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Diskussionen nach einem Foul mit Schnellbacher und Bentley Bexter Bahn

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tim Hartwig und Bernd Niewöhner

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bernd Niewöhner

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  • Malte Metzelder

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nahezu fehlerfreier Auftritt

Münster brannte kein Feuerwerk, es war vielmehr ein durchstrukturierter Auftritt ohne nennenswerte Fehler mit hoher Effektivität, wie am Reißbrett gezeichnet. Erster Angriff von Halle abgewehrt, Gegenzug - und Kevin Rodrigues Pires trifft nach drei Minuten und 20 Sekunden zur Führung. Es war ein gescheiter Angriff über Lucas Cueto gewesen, Luca Schnellbacher ließ die Chance noch liegen, doch Münsters Nummer 10 war in der Zweitverwertung erfolgreich. Natürlich halfen die Gäste auch etwas mit, waren vor allem in der ersten halben Stunde nicht hellwach – die Preußen dafür umso mehr.

Zweiter Angriff, zweites Tor. Nach einer Ecke von Rodrigues Pires kam Maurice Litka zum Schuss am rechten Strafraumeck – und bekam unfreiwillig Hilfe vom Ex-Preußen Sebastian Mai, der den Ball unhaltbar ins HFC-Tor lenkte. Es war eher ein Eigentor als der Treffer von Litka, der sich zumindest den Scorerpunkt sicherte. 2:0 nach elf Minuten, das fühlte sich für die leidgeprüften Preußen mal richtig gut an.

Meister der Effektivität

Und es kam noch besser, nachdem Schnellbacher (20.) zum Kopfball kam, allerdings erfolglos. Er machte es nach 31 Minuten deutlich besser: Lucas Cueto leistete die Vorarbeit, Schnellbacher traf, Münster führte 3:0. Das hatte es lange nicht mehr im Preußenstadion gegeben. Münster bestrafte jede fußballerische Unpässlichkeit der Gäste gnadenlos. An diesem Tag waren die Münsteraner Meister der Effektivität.

Bemerkenswert war, dass Halle nicht klein beigab. Der HFC rang um den Anschlusstreffer, fand besser ins Spiel und knockte die Preußen mit dem 1:3 durch Florian Hansch (67.) leicht und kurzzeitig an. Aber der SCP hatte wenig später die entsprechende Antwort parat durch Maurice Litka, Münsters erster richtig ordentlich ausgespielter Konter führte zum 4:1. Der zweite Anschlusstreffer der Gäste durch Marcel Hilßner fiel in der Nachspielzeit nicht mehr ins Gewicht, oder? „Der ärgert mich natürlich. Aber man hat bei beiden Mannschaften gesehen, dass der Kräfteverschleiß groß war“, befand Trainer Sascha Hildmann.  

Statistik

Aufstellungen

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Rossipal (46. Hoffmann) – Cueto, Rodrigues Pires (77. Erdogan), Mörschel (83. Kittner), Litka (77. Özcan) - Schnellbacher (64. Königs). – Trainer: Hildmann

Ersatzbank: Prinz (Tor), Mekonnen

Halle: Eisele – Sternberg (46. Hilßner), Syhre (58. Fetsch), Vollert, Landgraf – Bahn (77. Shcherbakovski), Papadopoulos (77. Lindenhahn), Mai – Hansch, Sohm – Nietfeld (46. Boyd). – Trainer: Atalan

Ersatzbank: Müller (Tor); Kastenhofer

Tore: 1:0 Rodrigues Pires (4., Vorarbeit Schnellbacher). 2:0 Eigentor Mai (12., Schuss Litka), 3:0 Schnellbacher (31., Pass von Cueto) 3:1 Hansch (64., Flanke Sohm), 4:1 Litka (77., Querpass Schauerte)

Schiedsrichterin: Steinhaus (Hannover)

Gelbe Karten: Rossipal – Bahn, Landgraf, Mai

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