Fußball: 3. Liga
Preußen Münster reist als mutiger David zum Braunschweiger Goliath

Münster -

Da waren es nur noch fünf: Die Spielzeit in Liga drei rast ihrem Ende entgegen, auch die Zeit des SC Preußen in dieser Spielklasse? Es sieht aktuell nicht besonders gut aus, es helfen nur noch Siege. Egal, wer auf der anderen Seite steht. Am Samstag wird das Aufstiegsanwärter Eintracht Braunschweig sein. Sascha Hildmann und seine Jungs sind gerüstet für Abstiegskampf bis zum Schlusspfiff.

Freitag, 19.06.2020, 18:36 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 20:23 Uhr
Nach Ablauf der Gelbsperre wieder erste Wahl in der Abwehrzentrale: Jan Löhmannsröben
Nach Ablauf der Gelbsperre wieder erste Wahl in der Abwehrzentrale: Jan Löhmannsröben Foto: Jürgen Peperhowe

Sascha Hildmanns Pragmatismus und auch Optimismus bleiben erfrischend, was in Anbetracht von drei Partien ohne Sieg und Torerfolg zumindest verwunderlich ist. „Trauerarbeit? Dafür hatten wir keine Zeit“, erklärte er am Freitag fast schon trotzig, als sich der Tross des SC Preußen Münster auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig befand. Samstag um 14 Uhr sind die Rollen so klar verteilt wie gegen Unterhaching oder Ingolstadt: Favorit ist die Eintracht, Münster der Außenseiter, gerade in Anbetracht der 0:1-Niederlage vom Mittwoch in Chemnitz.

Keine Zeit zum Nachdenken

Und was sagt der Cheftrainer: „Wir haben uns kurz geschüttelt, groß aufarbeiten können wir nichts. Vielleicht ist das das Gute an den englischen Wochen, dass man über die Niederlagen nicht so lange nachdenken darf.“ Und Hildmann schickte gleich mal einen klaren Gruß an die Hamburger Straße: „Wir wollen gewinnen. Wie immer.“ David fordert Goliath.

Umstellungen unausweichlich

Dabei steht der SC Preußen mit dem Rücken am Abgrund bei fünf Zählern Rückstand auf den rettenden Rang 16 – ein mieses Torverhältnis kommt noch dazu, und nun geht es gegen Braunschweig. „Mit Sicherheit wird es Umstellungen geben“, verrät Hildmann aber nicht viel. Jan Löhmannsröben kehrt nach Ablauf seiner Gelb-Sperre wieder in die Startelf zurück. Alles andere hält sich der 47-Jährige bis zum Ende offen. Spiel sieben innerhalb von 21 Tagen steht an, wobei sich der SCP, wenn er eine Chance auf ein Erfolgserlebnis haben möchte, spielerisch gewaltig steigern muss. In Chemnitz konnten die Preußen über weite Strecken mit Ballbesitz praktisch nichts anfangen. Was Hildmann als „dickflüssige und zähe Partie“ beschrieb, war am Ende auch spielerisch die schwächste Leistung der Preußen nach dem Re-Start. Hier müssen sich die Adlerträger wieder strecken.

Gegnercheck: Eintracht Braunschweig

Ausgangslage: Eintracht Braunschweig steht auf einem Aufstiegsrang, Münster, Chemnitz und Zwickau heißen die nächsten Aufgaben, der Weg in die 2. Bundesliga scheint vorgezeichnet, weil das Restprogramm lösbar erscheint, oder?Personal: Viel verändert werden muss im 4-1-4-1-System nicht. Sechs Spiele nach dem Re-Start, keine Niederlage, dazu ein Martin Kobylanski in Top-Form mit sieben Scorerpunkten allein in diesem Zeitraum. Fragen?Trainer: Marco Antwerpen ist seit 18 Partien im Amt, 1,67 Punkte holte er dabei im Schnitt. Mit 14 von 18 möglichen Punkten nach der Corona-Pause bekam die Eintracht nun den richtigen Anschub für das Saisonfinale.Corona-Pause: Braunschweig war für den Re-Start, zu verlockend ist die sportliche Aussicht auf den Aufstieg. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst“, hat Sportchef Peter Vollmann vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs gesagt. Für Braunschweig hat sich bislang die Saison-Fortsetzung durchaus gelohnt.

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Bei der Eintracht fürchtet Hildmann vor allem die manchmal ausufernde individuelle Klasse von Martin Kobylanski, Marvin Pourie und Merveille Biankadi.

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Ross­­i­pal – Cueto, Wagner, Mörschel, Litka – Schnellbacher.

 Liveticker von der Partie in Braunschweig ab 13 Uhr

Preußen legen erneut Einspruch gegen Spielwertung ein

Der SC Preußen hat auch gegen die Wertung der 0:1-Niederlage in Chemnitz Einspruch beim DFB eingelegt. Unter Wahrung der Frist wurden am Donnerstag Rechtsmittel eingelegt, wobei der Verein die Ansicht vertritt, dass kein integrer Wettbewerb vorliegt, dass es unter anderem keine Chancengleichheit bei der Vorbereitung gab. Zudem argumentiert der Verein mit einem „unkalkulierbaren Risiko für die Gesundheit der Spieler“. Des Weiteren verweist der Verein auf die ungeklärte Vertragssituation nach dem 30. Juni. Dann wird der SCP noch Partien gegen den SV Meppen und beim 1. FC Magdeburg austragen müssen. Beim SC Preußen laufen acht Verträge Ende Juni aus. Zudem kritisiert der SCP die „unklare Kommunikation des DFB“.

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