Fußball: 3. Liga
426 Minuten ohne Tor – Preußen verlieren 0:1 in Braunschweig

Braunschweig -

Wieder nichts, kein Sieg, nicht einmal ein Teilerfolg – der SC Preußen Münster kehrt nach dem 0:1 (0:1) bei Eintracht Braunschweig mit leeren Händen heim. Ausgerechnet Ex-Preuße Martin Kobylanski traf zum Sieg, die sowieso schon schwierige Situation im Abstiegskampf wurde weiter verschärft. Gute Leistung des SCP hin oder her, am Mittwoch kommt der FSV Zwickau.

Samstag, 20.06.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 20.06.2020, 17:12 Uhr
Fußball: 3. Liga: 426 Minuten ohne Tor – Preußen verlieren 0:1 in Braunschweig
Nach zwei Minuten schoss ausgerechnet Ex-Preuße Martin Kobylanski das entscheidende Tor der Partie. Foto: Sebastian Sanders

Wieder kein Tor, noch nicht einmal ein Punkt als Trostpflaster. Keine Frage, den hätte der SC Preußen Münster verdient gehabt. Nur Fleißkärtchen für eine Leistungssteigerung im Abstiegskampf helfen nicht weiter, und nach der 0:1 (0:1)-Auswärtsniederlage bei Eintracht Braunschweig wird die Chance auf den Klassenerhalt noch ein Stückchen kleiner, als sie sowieso schon war. Vier Spieltage bleiben noch, fünf Punkte beträgt der Rückstand auf Rang 16. Nur: 426 Minuten warten die Preußen nun bereits auf einen Torerfolg, sind seit vier Partien sieglos. Dagegen: 92 Sekunden waren gespielt, als Martin Kobylanski gegen die nur in den ersten Minuten schläfrigen Preußen bereits zum Heimerfolg der Hausherren traf.

Das Heimspiel am 35. Spieltag, nächsten Mittwoch gegen den FSV Zwickau, hat dann fast schon das Ambiente eines letzten Walzers, eines abschließenden Tanzes. Wenn Münster sich noch einmal zurückmelden will, dann muss der negative Lauf, die Torflaute beendet werden, einzig und allein hilft dann ein Sieg. „Es bleibt uns nicht anderes übrig, als dieses Spiel abzuhaken und uns auf Zwickau vorzubereiten“, sagte Trainer Sascha Hildmann. Er erlebte eine klare Leistungssteigerung seiner Schützlinge, allerdings ohne den erhofften Ertrag. „Wir hatten nach dem frühen Führungstor mehrfach Chancen auf ein zweites Tor. So wurde es ein langer Weg für uns, am Ende haben wir alles wegverteidigt“, befand Marco Antwerpen, der in der vergangenen Saison noch Cheftrainer beim SCP gewesen war.

Drei Änderungen

Der SCP ging mit drei Änderungen in der Startelf gegenüber der 0:1-Niederlage in Chemnitz auf den Platz. Lucas Cueto und Luca Schnellbacher waren in der Offensive erwartet worden, erstmals aber rückte auch Fridolin Wagner in die erste Formation. Drei Spiele ohne Torerfolg zwangen Trainer Hildmann zur Reaktion, bei fünf Punkten Rückstand auf den rettenden Rang 16 musste der SCP tatsächlich eine Menge mehr in der Offensive zeigen.

34. Spieltag – Saison 2019/20: Eintracht Braunschweig – Preußen Münster

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  • Lucas Cueto versucht es aus spitzem Winkel.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Preußens Ex-Coach Marco Antwerpen begrüßt den aktuellen Trainer Sascha Hildmann.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Heinz Mörschel im Duell mit Robin Tim Becker.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Julian Schauerte lässt nach dem schnellen 1:0 durch Martin Kobylanski den Kopf hängen.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Lucas Cueto setzt sich gegen Patrick Kammerbauer durch.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos aus Braunschweig.

    Foto: Sebastian Sanders
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Aber in den ersten fünf Minuten der Partie konnte einem, der Sympathien für den SC Preußen entwickelt, angst und bange werden. Denn die Eintracht schien die Gäste überrollen zu wollen. Nach 92 Sekunden lag Münster mit 0:1 zurück. Ausgerechnet Ex-Preuße Martin Kobylanski traf mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze. Die Hausherren nutzten einen Abspielfehler von Jan Löhmannsröben blitzschnell zur Führung. Wenige Sekunden später war erneut Kobylanski zur Stelle, wenig später Bernd Nehrig. Der SCP war beeindruckt.

Schnelle Reaktion

Doch die Hildmann-Elf fing sich schnell. Und nun präsentierte sich der SCP offensiv stärker als in den letzten drei Partien zusammen. Spätestens als Maurice Litka mit einem Drehschuss den Innenpfosten traf und der Ball entlang der Torlinie wieder ins Spiel trudelte, wusste Eintracht-Coach Marco Antwerpen, dass das kein Spaziergang zum Sieg werden würde. Die Gäste machten mit dem quirligen Lucas Cueto (25.) weiter, dessen Schuss abgefälscht wurde. Schnellbacher (35.), Heinz Mörschel (41.), Litka (44.) und in der Nachspielzeit erneut Cueto hatten gute bis beste Einschussmöglichkeiten. Der Ausgleich lag in der Luft, auch wenn der Aufstiegsanwärter aus Braunschweig zwischenzeitlich Gefahr durch Merveille Biankadi (31. und 35.) versprühte.

Schwache Chancenverwertung

Münsters Manko war die Chancenverwertung, ganz klar, aber die Adlerträger konnten die über sechs Stunden ohne Torerfolg nicht aus den Klamotten schütteln. Zuletzt hatte Marco Königs beim 2:1 gegen Unterhaching getroffen. Dann folgten die beiden Nullnummern gegen Großaspach und Ingolstadt, ehe zuletzt in Chemnitz 0:1 verloren wurde – die Lage im Tabellenkeller ohne Torerfolg hatte dramatische Züge angenommen.

Zur Pause war Braunschweig in der virtuellen Tabelle Tabellenführer, weil zeitgleich Bayern München II mit 0:2 gegen Magdeburg zurücklag. Aber es unterstrich auch, dass der SCP mithielt und Gegenwehr der härteren Art ablieferte gegen ein Spitzenteam. Der SCP wollte eine seiner letzten Chancen nutzen, das war jetzt allen klar.

Özcan scheitert an Engelhardt

Die Preußen bestimmten jetzt die Partie, klare Chancen fehlten, ehe Mörschel (59.) der Ball am Elfmeterpunkt versprang. Dann kam Seref Özcan (73.), der allein vor Torwart Marcel Engelhardt auftauchte, aber den Ball nicht im Gehäuse unterbringen konnte. Eine gewaltige Chance, und auch der Nachschuss von Cueto war nicht so schlecht. Aber das erlösende 1:1 wollte nicht fallen. Tatsächlich gaben die Preußen nicht auf, von Braunschweig kam praktisch nichts. In der Nachspielzeit brannte es noch einmal lichterloh im Eintracht-Strafraum, doch die scharfe Hereingabe von Niklas Heidemann fand keinen Abnehmer. Dass Marco Königs praktisch mit dem Schlusspfiff einen Elfmeter einforderte, sei am Rande notiert. Trotz einer großen Leistungssteigerung beim Tabellenzweiten in Braunschweig nahm der SCP nichts mit auf die Heimreise. Bitter.

Braunschweig: Engelhardt – Becker (81. Schwenk), Kessel, Burmeister, Schlüter – Nehrig (46. Pfitzner), Kammerbauer – Bär, Kobylanski (69. Otto), Biankadi (78. Nkansah) – Pourie (78. Proschwitz). – Trainer: Antwerpen. Ersatzbank: Bangsow (Tor), Kijewski.

Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer (78. Ergdogan), Rossipal (69. Heidemann) – Cueto. Wagner (58. Rodrigues Pires), Mörschel (78. Königs), Litka (69. Özcan) – Schnellbacher. – Trainer: Hildmann. Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Grodowski.

Tore: 1:0 Kobylanski (2., Pass Pourie). – Schiedsrichter: Rafalski (Besse). – Gelbe Karten: Kammerbauer, Schwenk / Scherder, Schauer, Rodrigues Pires, Löhmannsröben

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