Fußball: 3. Liga
Unter Erfolgsdruck: Preußen Münster hilft nur ein Sieg über Zwickau weiter

Münster -

Duell auf Augenhöhe: Im Abstiegskampf trifft Preußen Münster am 35. Spieltag der 3. Liga auf den Tabellennachbarn FSV Zwickau. Beide Teams stehen unter enormem Erfolgsdruck, wenn sie den Klassenerhalt noch schaffen wollen. SCP-Trainer Sascha Hildmann geht optimistisch in die Partie.

Mittwoch, 24.06.2020, 06:30 Uhr
Hochspannung erwünscht: Preußen Münster muss gegen den FSV Zwickau das Heimspiel gewinnen.
Hochspannung erwünscht: Preußen Münster muss gegen den FSV Zwickau das Heimspiel gewinnen. Foto: Jürgen Peperhowe

Immer war in den letzten Wochen und Monaten noch irgendeine Hintertür geöffnet für den SC Preußen Münster im Abstiegskampf. Dabei fühlte sich im Herbst das Umfeld des Fußball-Drittligisten praktisch mausetot an, dann hatten die Adlerträger im Dezember unüberbrückbare acht Zähler Rückstand zum rettenden Ufer, der wurde mal kleiner, mal größer.

Nun, vier Spieltage vor dem Saisonende und bei einem Fünf-Punkte-Delta zu den Nicht-Abstiegsrängen hat die Partie gegen den FSV Zwickau finalen Charakter. Nur ein Sieg zählt, nur ein Sieg bringt den SC Preußen vielleicht noch voran – alles oder nichts an diesem Mittwoch. Gegen 21 Uhr werden die meisten wissen, ob nach 2006 wieder ein Abstieg ins Haus steht oder die Hoffnung auf den Ligaerhalt neue Nahrung erhält.

Aufholjagd starten

Sascha Hildmann würde nicht in den Chor des Abgesangs einstimmen, auch nicht bei einer Schlappe gegen Zwickau. „Solange alles möglich ist, werde ich alles dafür tun.“ Er beschäftigt sich nicht mit einer Niederlage, denn: „Ja, natürlich nicht. Das ist ein Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten, das wollen wir gewinnen, das ist unser Ziel.“ Der Ernst der Lage sei seiner Mannschaft bewusst, man wisse auch, wo man stehen würde.

Aufgeben? Nicht hier, nicht heute, nicht morgen, frühestens dann, wenn auch rein rechnerisch gar nichts mehr gehen würde. Sein Optimismus ist fast schon ansteckend in Corona-Zeiten, dabei hat der SCP nur zwei Punkte aus den letzten vier sieglosen Spielen geholt und wartet sei 426 Minuten auf einen Torerfolg. Fakten, die nicht gerade nach Aufholjagd und überschäumendem Selbstbewusstsein klingen.

Tabellennachbar und "Angstgegner"

Und es widerspricht eigentlich jeder Theorie, dass der SC Preußen nun massiv auf Punktejagd gehen könnte. Gerade die Torflaute bereitet Kopfschmerzen. Hildmann ist das praktisch „wumpe“, er hat verstärkt Abschluss trainiert, wie er berichtet. Auf die Frage, ob seine Spieler dabei gut gewesen sind am Dienstag, antwortete er bestimmt mit einem Wort: „Absolut.“

Gegner-Check: FSV Zwickau

Ausgangslage: Mehr Abstiegskampf geht nicht, beide Teams müssen gewinnen, 17. gegen 18. – Zwickau holte nur sechs Punkte aus den letzten zehn Partien. Der FSV hatte mal sieben Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsrang und derer neun auf den SCP am 16. Spieltag als Tabellenneunter.

Personal: Die Sorgen der Zwickauer sind groß, mit Marcus Godinho, Christopher Handke, Davy Frick und Leon Jensen fehlen vier Defensivspezialisten. Zudem ist der spielstarke Fabia Viteritti, er traf beim 4:2-Hinspielsieg zur Führung, außer Gefecht. Obacht muss der SCP auf Elias Huth (11 Tore/3 Assists) geben.

Trainer: Beim VfL Osnabrück gilt Joe Enochs als „Legende“, er war Spieler (388 Partien) und Trainer (90 Spiele) der Lila-Weißen. In Zwickau ist er seit Sommer 2018, bislang war er unumstritten. Ob Zwickau bei ihm die Reißleine zieht, wenn er seinen 81. Einsatz in Münster verliert? Der 48-Jährige wird in einem 4-4-2-System mit einer Doppel-Sechs agieren lassen.

Kuriosum: Sebastian Wimmer verklagt den Verein. Er war zum Trainingsstart Anfang Mai nicht erschienen. Er hatte im März gegen die Umstellung auf Kurzarbeit geklagt. Sein Vertrag läuft aus, in Zwickau gilt er als „schwarzes Schaf“, das dem Teamgeist schadet.

...

So, nun also Zwickau, gegen den ebenfalls kriselnden Tabellennachbarn gewann der SCP nur zwei von sieben Drittliga-Partien. Die letzten fünf Begegnungen verlor Münster in Serie. Angstgegner oder so ähnlich, könnte man sagen. Sascha Hildmann hält dagegen: „Ich habe das letzte Mal gegen Zwickau gewonnen, mit Kaiserslautern in der Hinrunde mit 5:3. Ich hätte nichts dagegen, wenn es ähnlich laufen würde.“

Erneut Protest eingelegt

Der SCP hat, wie schon nach den Niederlagen gegen Bayern München II (2:3) und Chemnitz (0:1), auch gegen die 0:1-Niederlage in Braunschweig Einspruch beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes eingelegt. Stichworte des Protestes bleiben fehlende Chancengleichheit in einem sportlich nicht integren Wettbewerb, Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus sowie das Gesundheitsrisiko aufgrund von elf Spielen in fünf Wochen.

Kader von Preußen Münster - Saison 2019/20

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  • Die Neuzugänge des SCP -

    hintere Reihe v.l.: Heinz Mörschel, Joel Grodowski, Fridolin Wagner, Luca Schnellbacher, Marcel Hoffmeier, Maurice Litka, Coach Sven Hübscher

    - vordere Reihe v.l.: Okan Erdogan, Dominik Klann, Nico Brandenburger, Naod Mekonnen, Seref Özcan und Julian Schauerte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann

    Noch konkurrenzlos auf der linke Seite. Nach starker Premierensaison gesetzt als Dauerläufer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto

    Vertrag auf den letzten Drücker - Trainer Hübscher wollte ihn unbedingt halten. Hat noch viel Potenzial.

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  • Max Schulze Niehues

    Dauerbrenner, Nummer eins und fast schon eine kleine Vereins-Ikone. Seit 2011 im Team, zuvor auch Jugendspieler.

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  • Marcel Hoffmeier

    Kommt mit 19 Jahren aus der Regionalliga (Lippstadt). Er versucht sein Glück als Profi und kann es kaum erwarten.

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  • Joel Grodowski

    Kommt aus Hamm (Oberliga), soll auch in der U 23 spielen. Pech mit einer schweren Schulterblessur.

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  • Fridolin Wagner

    Er kennt Trainer Sven Hübscher aus seiner Zeit bei Werder Bremen II. Und schwärmt in höchsten Tönen.

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  • Luca Schnellbacher

    Seuchenjahr in Aalen, aber mit neuem Elan nach Münster gekommen und auf vielen Positionen einsetzbar.

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  • Okan Erdogan

    Vielversprechende Ansätze in der Vorbereitung. Noch zurückhaltend als Neuzugang aus der Regionalliga.

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  • Heinz Mörschel

    Bislang letzter Einkauf. Sammelte bei Holstein Kiel schon Zweitliga-Einsätze, ist aber erst 21 Jahre alt.

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  • Philipp Hoffmann

    Auch schon seit vier Jahren beim SCP. Dauerläufer auf der rechten Seite, stark bei Kontern.

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  • Marian Prinz

    Erstes Seniorenjahr für den Junioren-Nationalspieler. Als U-23-Keeper sicher öfter auf der Bank.

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  • Dominik Klann

    Aufgestiegen mit der zweiten Mannschaft und nun mit der Chance, sich zu zeigen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder

    Schon seit 2006 ein Preuße, zuletzt Kapitän und erneut ein Anwärter auf die Binde am Arm.

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  • OIe Kittner

    Ur-Münsteraner und Everybody‘s Darling. Als Abwehrchef wie als Führungskraft sehr wertvoll.

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  • Naod Mekonnen

    Ausgebildet bei RB Leipzig und extrem ehrgeizig, auch neben dem Platz als angehender Student.

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  • Ugur Tezel

    Sein erstes Jahr im SCP-Trikot verlief mehr als durchwachsen. Hofft auf eine neue Chance.

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  • Kevin Rodrigues Pires

    Nach dem Weggang seiner Nebenleute plötzlich Mittelfeldchef. Spielt aktuell stark auf und tritt auch die Standards.

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  • Maurice Litka

    Eigentlich ein Ur-St. Paulianer, aber jetzt lässt er sich voll auf Preußen ein. Gute Ansätze in der Vorbereitung.

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  • Nico Brandenburger

    Blöder Start mit einer kleinen Verletzung im Auftakttraining. Auf Dauer aber Kandidat für die Startelf.

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  • Seref Özcan

    Wagt den Sprung aus der Regionalliga Nordost in die 3. Liga. Berater ist Ex-Preuße Sercan Güvenisik.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler

    Angebot aus Unterhaching, doch der Reservist musste bleiben. Will Schulze Niehues mutig angreifen.

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  • Julian Schauerte

    Potenzieller neuer Leitwolf auf der rechten Seite. Bringt 31 Jahre und viel Erfahrung mit.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Steurer

    Winter-Neuzugang vom KFC Uerdingen. Der Abwehrspieler als Leihspieler vom 

    Foto: Imago
  • Marco Königs

    Der Stürmer kehrte als Nachverpflichtung von Hansa Rostock zurück zum SCP.

    Foto: Imago
  • Jan Löhmannsröben 

    Der gelernte Mittelfeldspieler kam im Winter vom Regionalligisten Wacker Nordhausen nach Münster, um den Defensivverbund zu stärken.

    Foto: Marco Steinbrenner
  • Jannik Borgmann

    Der Schlaks (1,97 Meter) boxt sich durch, hat langfristig verlängert und geht bald noch studieren.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Malte Metzelder

    Sportdirektor und Geschäftsstellenleiter SC Preußen Münster

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Helge Dahms

    Zeugwart 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lukas Brüggemann

    Physiotherapeut 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dr. Tim Hartwig

    SCP-Mannschaftsarzt

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  • Dr. Cornelius Müller-Rensmann

    Orthopäde und Sportmediziner

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  • Matthias Sieme

    Physiotherapeut 

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  • Milenko Gilic

    Torwarttrainer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tim Geidies

    Athletiktrainer

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  • Tobias Hellwig

    Co-Trainer

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  • Arne Barez

    Co-Trainer

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sven Hübscher

    Trainer

    Foto: Jürgen Peperhowe

Voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, Löhmannsröben, Steurer, Rossipal – Cueto, Mörschel, Rodrigues Pires, Litka – Schnellbacher.

Liveticker von der Partie am Mittwoch ab 18 Uhr

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