Fußball: 3. Liga
SCP unter Druck – viele offene Personalfragen

Münster -

Nach neun Jahren in Liga drei geht es für den SCP demnächst in der Regionalliga weiter. Doch mit wem? Bleibt Trainer Sascha Hildmann? Wer übernimmt den Posten von Malte Metzelder? Und welche Spieler tragen in der nächsten Saison das Trikot des Vereins? Fragen über Fragen – und die Zeit drängt.

Donnerstag, 02.07.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 21:01 Uhr
Ein Kandidat für Münster? Ismail Atalan
Ein Kandidat für Münster? Ismail Atalan

Als vor einigen Wochen die Machbarkeitsstudie für den Umbau des Preußenstadions vorgelegt wurde, stellte Stadtdirektor Thomas Paal klar, dass die aktuellen Pläne nicht an die Ligazugehörigkeit des SCP gebunden sind. Unabhängig von 3. Liga oder Regionalliga würde das Stadion-Projekt vorangetrieben werden. Das war eine gute Nachricht für den SCP.

In diesem Zusammenhang gab es auch einen Business-Plan, der verschiedene Szenarien der Spielklassen-Zugehörigkeit in einer Zehn-Jahres-Phase von 2022 bis 2032 aus wirtschaftlichem Blickwinkel beleuchtete. Der „Bad Case“, der schlechteste Fall, ging von einer Regionalliga-Zugehörigkeit über vier Saisons aus, ehe die Preußen wieder Drittligist wären. Die jährliche Erlöslage wurde mit 2,714 bis 3,490 Millionen Euro taxiert – in einem neuen oder generalüberholten Stadion. Im Vergleich dazu hat der SCP aktuell ein Budget von rund 7,5 Millionen Euro. Nun bricht die Zentralvermarktung weg und damit rund eine Million Euro. Auch im Zuschauerbereich dürfte es weniger werden beim SCP – außer der Verein mischt direkt an der Tabellenspitze der Regionalliga mit.

Erdrückend und niederschmetternd

Der „Bad Case“ hat den SCP nun erwischt. Wie geht es weiter? Viel Zeit zur Einkehr und zum Innehalten bleibt nicht. Lähmende Stille machte sich am Mittwoch nach Abpfiff der 0:3-Heimpleite gegen den SV Meppen nicht nur breit, weil keine Zuschauer im Stadion waren, sondern weil dieser Abstieg – wie eigentlich jeder Abstieg – erdrückend und niederschmetternd war.

37. Spieltag - Saison 2019/20: SC Preußen Münster - SV Meppen

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  • Abgestiegen! Nach dem Spiel brauchte SCP-Trainer Sascha Hildmann ein paar Minuten für sich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Am vorletzten Spieltag mussten sich die Preußen dem SV Meppen mit 0:3 geschlagen geben. Hier ist Steurer im Zweikampf mit Meppens Julius Düker.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor zum 1:0 durch Rene Guder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Litka im Zweikampf gegen Willi Evseev

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schiedsrichter Sven Jablonski, Rossipal und Hildmann

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  • Löhmannsröben

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  • Schnellbacher gegen Yannik Osee

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  • Malte Metzelder

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  • Hildmann

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  • Anzeigetafel mit dem 0:3

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  • Scherder gegen Willi Evseev

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  • Grodowski am Ball

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  • Grodowski gegen Marius Kleinsorge

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  • Löhmannsröben gegen Nicolas Andermatt

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  • Grodowski, Steurer und Heidemann

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  • Königs, Grodowski und Steurer

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  • Scherder und Schauerte

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  • Nicolas Andermatt tröstet Grodowski und Pires

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  • Grodowski und Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Metzelder und Hildmann

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  • Scherder und Steurer

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nichtsdestotrotz müssen jetzt die Pflöcke für die nächste Saison in der Regionalliga gesetzt werden. RW Essen hat zum Beispiel bereits 21 Spieler unter Vertrag und startet Mitte Juli die Vorbereitung, Dann wird Christian Neidhart Coach der Essener sein, der gerade mit dem SV Meppen den SCP in die Viertklassigkeit gejagt hatte. Anfang September dürfte dann der Startschuss in der Regionalliga West erfolgen.

Bislang lag die Kaderplanung vor allem in den Händen von Sportchef Malte Metzelder. Das wird sich nun ändern. Die Trainerfrage muss zügig beantwortet werden. Sascha Hildmann, der erst im Januar als Feuerwehrmann geholt wurde, sammelte Pluspunkte. Unter dem Strich steht aber auch der Abstieg, nur in den seltensten Fällen geht eine weitere Zusammenarbeit auf längere Sicht dann gut. Viele Fußball-Fans träumen in solchen Momenten vom Freiburger Modell mit Christian Streich als Trainer in 1. oder 2. Bundesliga. Nur ist der Breisgauer Weg fast solitär im Profifußball.

Strässer: „Sind im Gespräch“

Hildmann dürfte dennoch ein starker Bewerber sein – wenn er bleiben will. „Dazu gibt es keine definitive Aussage zu treffen. Sascha Hildmann erfreut sich großer Sympathie, wir sind im Gespräch“, erklärte Präsident Christoph Strässer. Allerdings müssten nun erst die Rahmenbedingungen für die neue Saison auf die Beine gestellt werden, wie gesagt, nächste Woche weiß man schon mehr.

Viele Namen kursieren

Dennoch ploppten Namen mit Regionalliga-Erfahrung in der Trainerfrage auf – wie Farat Toku (zuletzt SG Wattenscheid 09) oder Arie van Lent, der nach sieben Saisons Borussia Mönchengladbach II nicht mehr betreut. Münsteraner Stallgeruch hat Ex-Spieler Ovid Hajou, der im letzten Lehrgang die Fußballlehrerlizenz erwarb. Hajou trat bislang stets als Assistent von Maik Walpurgis in Erscheinung, hat aber bereits Erfahrung von der 3. Liga bis hinauf zur Bundesliga gesammelt. Ebenfalls aus der Region kommt Ismail Atalan (Senden), der mit den SF Lotte, dem VfL Bochum und dem Halleschen FC betraut war und nun vereinslos ist.

An Kandidaten dürfte es ab sofort nicht mangeln. Den richtigen Mann zu finden, wird dagegen zur wichtigsten Frage des Augenblicks. Eigentlich gehört es zu den zentralen Aufgaben des neuen sportlichen Leiters, bei der Trainerfindung mitzumischen.

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