Fußball: Regionalliga
Schauerte kann sich Verbleib bei Preußen Münster gut vorstellen

Münster -

Preußen Münster kann beim Neuaufbau offensichtlich auf einige altbewährte Kräfte zurückgreifen. Auch der bisherige Kapitän signalisiert Interesse – trotz finanzieller Einbußen.

Dienstag, 21.07.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 19:33 Uhr
Julian Schauerte kann sich gut vorstellen, weiter das Preußen-Trikot zu tragen.
Julian Schauerte kann sich gut vorstellen, weiter das Preußen-Trikot zu tragen. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Peter Niemeyer am Montag bei seiner Vorstellung als neuer Sportchef sagte, dass „Preußen immer noch sexy“ sei, löste er bei fast allen im Raum ein leichtes Lächeln, mal gequält, mal stolz, aus. Aber so ganz Unrecht scheint der 36-Jährige mit dieser Standard-Aussage nicht zu haben. Denn offenbar können sich aktuell einige Profis mit Zweit- und Drittliga-Erfahrung gut vorstellen, auch weiter für den Absteiger in die Viertklassigkeit aufzulaufen.

Ein Name, der immer wieder fiel, wenn es darum ging, Akteure der vergangenen Saison zu halten, war der von Kapitän Julian Schauerte. „Ich bin nicht abgeneigt“, bestätigt der 32-Jährige, der auch schon erste Gespräche mit den Verantwortlichen – also Niemeyer und Trainer Sascha Hildmann – geführt hat. Vor allem die Vertragsverlängerung mit dem Coach dürfte gut angekommen sein beim Außenverteidiger. „Wir haben ein gutes Verhältnis, eine hohe gegenseitige Wertschätzung.“

Dass mit einem neuen Vertrag auch erhebliche finanzielle Einbußen verbunden wären, ist Schauerte bewusst. Schließlich halbiert sich der Gesamtetat vermutlich im Vergleich zur 3. Liga. „Darauf bin ich vorbereitet, darüber haben wir auch bereits geredet“, sagt der Routinier, der auch noch einen ganz anderen Aspekt mit einbringt. „Wenn man absteigt, hat man auch eine gewisse Verantwortung zur Wiedergutmachung.“

Vorstellung des neuen Sportchefs von Preußen Münster

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  • Preußen Münsters neuer Sportdirektor Peter Niemeyer bei seinem ersten offiziellen Auftritt

    Foto: Sebastian Sanders
  • Grübelt über die Zukunft des SCP: Trainer Sascha Hildmann

    Foto: Sebastian Sanders
  • Peter Niemeyer (l.) und Sascha Hildmann stecken die Köpfe zusammen

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  • Peter Niemeyer

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  • Preußen-Präsident Christoph Strässer

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  • Haben gut lachen: Peter Niemeyer (l.) und Trainer Sascha Hildmann

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  • Bühne frei für Preußen-Präsident Christoph Strässer (v.l.), Sportdirektor Peter Niemeyer, Trainer Sascha Hildmann, Medienbeauftragter Marcel Weskamp und Geschäftsführer Bernhard Niewöhner.

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  • Sportdirektor Peter Niemeyer

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  • Trainer Sascha Hildmann

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  • Präsident Christoph Strässer und Sportdirektor Peter Niemeyer

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  • Preußen-Geschäftsführer Bernhard Niewöhner

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  • Hielt sich ein wenig im Hintergrund: Aufsichtsratsvorsitzender Frank Westermann

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  • Trainer Sascha Hildmann (vorn) und Peter Niemeyer

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  • Peter Niemeyer vor der Preußen-Tribüne

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Der gebürtige Sauerländer hat jüngst mit seiner Familie ein Grundstück in Winterberg erworben. Gleichzeitig hat ist er mit Frau und Kind innerhalb Münsters umgezogen. „Hier ist zurzeit unser Lebensmittelpunkt.“ Auch ein Indiz, dass er beim Neuaufbau dabei sein könnte. Mit einem Verweilen im Mittelfeld würde aber auch er sich kaum zufrieden geben. „Ist doch klar – jeder will so hoch und so erfolgreich wie möglich spielen.“

Sein alter Buddy Ole Kittner hatte ebenfalls bereits verkündet, gern weiter für den SCP spielen zu wollen. Jan Löhmannsröben schloss das vor einigen Wochen auch nicht aus. Max Schulze Niehues hat Interesse, wartet aber noch auf einen Austausch. Jeder einzelne soll aber einen Anruf erhalten. „Wir werden versuchen, den einen oder anderen zu überzeugen“, so Hildmann.

Nico Brandenburger hat schon bei Fortuna Köln unterschrieben. Seref Özcan und Heinz Mörschel, die schon das letzte Spiel in Magdeburg verpassten, werden sicher gehen. Kevin Rodrigues Pires sieht seine Zukunft in der 3. Liga oder im Ausland, wie er in einem bemerkenswerten Interview dem „Reviersport“ verriet. Lucas Cueto oder Maurice Litka dürften nicht zu halten sein. Ob Luca Schnellbacher, Marco Königs, Simon Scherder, Oliver Schnitzler, Niklas Heidemann, Fridolin Wagner oder Philipp Hoffmann ein Thema werden, wird wohl auch erst der Markt der nächsten Wochen zeigen, Keine Chancen bestehen voraussichtlich bei den Leihspielern Alexander Rossipal (Sandhausen) und Oliver Steurer (Heidenheim).

Gültige Arbeitspapiere besitzen ja schon sieben Akteure. Große Stücke hält Hildmann mittlerweile aber auf Naod Mekonnen und vor allem Marcel Hoffmeier, die in der Vorsaison so gut wie gar keine Rolle spielten, erst im Saisonfinale 90 Minuten erhielten. Okan Erdogan könnte ohnehin ein Fixpunkt werden, Joel Grodowski täte die Regionalliga mit vermehrten Einsätzen für seine Entwicklung vielleicht ganz gut. Jannik Borgmann muss sich noch einige Monate zurückkämpfen nach seinem Seuchenjahr mit mehreren Eingriffen am Zeh. Dominik Klann bleibt zudem wohl erst mal Brückenspieler.

Überhaupt kommen auf die Preußen, aber auch viele andere Herausforderungen in der außergewöhnlichen nächsten Saison zu. Kicker unterhalb der 3. Liga sind seit Anfang März raus aus dem Spiel- und teilweise auch aus dem Trainingsbetrieb. Dazu stehen ohne Pokal schon 40 Pflichtspiele binnen neun Monaten an, was eine spezielle Steuerung verlangt. „Die Fitness kann bei manchen ein Fragezeichen sein. Dennoch glaube ich, dass wir es in der relativ kurzen Vorbereitung schaffen, mannschaftstaktisch unsere Hausaufgaben zu erledigen“, sagt Hildmann.

Seine Vorgabe aus der Rückrunde, die auf defensivem Verdichten, Struktur, Disziplin, Organisation und Lauffreude fußte, wird sich in der neuen Liga so nicht mehr umsetzen lassen, wie der Pfälzer weiß. „Es wird ein Mix nötig sein. Wir werden sicher öfter das Spiel machen müssen, aber auch die Defensive im Auge behalten und auf Umschaltspiel oder Standards setzen, um nicht ins Endlosrisiko zu gehen.“

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