Fußball: Regionalliga
Preußen Münster geht vor dem Test in Gievenbeck kleine Schritte

Münster -

Langsam, aber sicher geht es voran bei den Preußen. Nein, einen weiteren Neuzugang gab es am Dienstag noch nicht zu vermelden, immerhin aber der Einstieg in die Verhandlungen mit einem Probespieler. Dazu wurde ein Trainingslager gebucht – und beim Test am Mittwoch in Gievenbeck könnte ein Weltenbummler dabei sein.

Mittwoch, 12.08.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 06:52 Uhr
Gianluca Przondziono (r.) hinterließ bei Trainer Sascha Hildmann einen guten Eindruck und verhandelt nun mit dem SCP.
Gianluca Przondziono (r.) hinterließ bei Trainer Sascha Hildmann einen guten Eindruck und verhandelt nun mit dem SCP. Foto: Jürgen Peperhowe

Zumindest ein kleines bisschen Bewegung kam am Dienstag noch mal rein beim SC Preußen. Ein paar dezente Botschaften, die gegen einen Dornröschenschlaf sprechen, die Hoffnung machen, dass die Münsteraner bald ähnlich wie alle anderen Regional­ligisten eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen könnten und auch das Umfeld Fahrt aufnimmt.

Da wäre zum einen der Einstieg in die Verhandlungen über einen Vertrag für Gianluca Przondziono, den Sohnemann des ehemaligen SCP-Profis und bis vor kurzem als Manager für den SC Paderborn tätigen Martin Przondziono. Als Probekicker hat der 19-Jährige, der im Vorjahr für den Klassenrivalen SF Lotte aktiv war, überzeugt. „Er könnte uns helfen“, sagt Trainer Sascha Hildmann. Dann hätte er für die Sechserposition ein drittes Talent neben Naod Mekonnen und Dominik Klann.

Youngster Luca Piljek spielt vor

Außerdem stellten sich zu Beginn der Woche zwei weitere Testspieler – auch Nico Lübke trainiert weiter mit – an der Hammer Straße vor. Der eine, Flügelflitzer Luca Piljek aus der U 19 des 1. FC Heidenheim, musste die erste Einheit bei sengender Hitze jedoch abbrechen. Der andere ist ein fußballerischer Weltenbummler. Jeremy Bokila spielte in Belgien, Russland, Katar, China, Rumänien, zuletzt in der Türkei. Seine Torquote liest sich gut, er ist 31 und besitzt neben dem kongolesischen auch den niederländischen Pass. Preußen-Sportchef Peter Niemeyer kennt ihn aus den holländischen Ligen.

Und dann wäre da ein weiteres wichtiges Signal. Der Verein bekommt ein Trainingslager finanziert. Wie im Januar geht es nach Delden in die Niederlande. Vom 25. bis 29. August sind Hotel und Platzanlagen gebucht. „Darüber bin ich sehr froh“, betont Hildmann. „Und ich hoffe, dass ich bis dahin auch einen Großteil des Kaders komplett habe.“ Klar, an der Stelle ist weiter ein Haken. 13 Akteure sind viel zu wenig. „Wir sind in sehr vielen Gesprächen, in denen wir sehr weit sind“, so der Pfälzer. Das derzeitige Stückwerk frustriere ihn nicht. „Ich bin einiges gewohnt. Und das Transferfenster hat bis zum 5. Oktober offen.“

Hildmann dosiert das Training

Was den 48-Jährigen durchaus freut, ist die Möglichkeit, sich an diesem Mittwoch erstmals innerhalb der Stadtgrenzen im Test zu zeigen. „Der Hintergrund ist natürlich, dass wir mit den Fans in Kontakt treten wollen“, sagt er vor dem Match beim Westfalenligisten 1. FC Gievenbeck. Liebend gern würde Hildmann diesmal über die volle Distanz gehen und nicht wie am Wochenende nur über 70 und 80 Minuten. Zumindest die Anstoßzeit (19 Uhr) spricht nicht dagegen. Allerdings haben die vergangenen Tage bei enormer Hitze Kraft gekostet. „Wir haben am Montag 90 Minuten trainiert, das war aber schon sehr anstrengend. Wir müssen es einfach von Tag zu Tag dosieren und schauen, was zumutbar ist.“ Wie zehrend die Einheiten für seine Schützlinge sein müssen, kann Hildmann immerhin erahnen. „Ich bin ja am Rand schon kaputt vom Nixtun“, sagt er. So geht es augenblicklich vielen.

FCG-Trainer muss vor dem Test gegen den SCP für lange Gesichter sorgen

Das heiße Wetter der vergangenen Tage hat auch auf die Einheiten des 1. FC Gievenbeck seine Auswirkungen. „Wir dosieren schon ein Stück weit, haben uns den Temperaturen angepasst“, sagt Neu-Coach Florian Reckels und liefert mit „angepasst“ gleich das passende Stichwort. Nach dem ersten kurzen Vorbereitungsteil im Juli und dem Start in Phase zwei ist er mit dem Stand der Dinge einverstanden, sieht den Eingewöhnungs- und Entwicklungsprozess auf einem guten Weg. „Wir sind im Begriff, uns zu finden und lernen uns von Woche zu Woche immer besser kennen. Die Abläufe passen, es macht viel Spaß. Ich bin zufrieden“, meint der Trainer.

Nicht ganz glücklich ist er dagegen mit dem Umstand, dass er im geplant 90-minütigen Test gegen den SC Preußen Münster am Mittwoch (19 Uhr) nur 15 Spieler seines doch recht großen Kaders nominieren darf und damit bei so manch einem seiner Schützlinge für lange Gesichter sorgen wird. „Wir haben uns im Vorfeld schon ein paar Gedanken gemacht, wie wir es machen. Aber es wird drei, vier harte Entscheidungen geben“, so Reckels, der gegen den Drittliga-Absteiger von seinen Mannen erwartet, „die eigenen Dinge durchzudrücken und aktiv zu sein“.

Definitiv nicht zu den 15 Spielern werden Johan Scherr, Jannik Balz und Fynn Rottmann gehören. Defensivkraft Scherr fällt nach einer Operation (Fersensporn) ebenso aus wie Rottmann (Kniebeschwerden). Für Balz käme nach einem Bänderriss ein Einsatz gegen die Preußen noch zu früh.

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