Fußball: Regionalliga
3:0 in Gievenbeck – auf die Preußen wartet aber noch viel Arbeit

Münster -

Erwartungs- und standesgemäß endete der Testkick des SC Preußen Münster beim 1. FC Gievenbeck. Der Regionalligist von Trainer Sascha Hildmann gewann mit 3:0 (2:0) beim Westfalenligisten und wurde damit seiner Rolle in dem Stadtduell gerecht. Doch eines offenbarten die 90 Minuten auch: Es gibt noch viel zu tun an der Hammer Straße.

Mittwoch, 12.08.2020, 21:38 Uhr

Preußen Münster schlägt den 1. FC Gievenbeck mit 3:0 (2:0). Joel Grodowski (20. und 43. per Foulelfmeter) und Nicolai Remberg (73.) trafen im Test für den Regionalligisten gegen den Westfalenligisten und sorgten für ein Ergebnis, das letztlich ebenso erwartungsgemäß wie unbedeutend war. Spektakulärste Szene der Partie war dann auch die aktive Platzpflege, als ein Loch im strapazierten Rasen mit einem gelben Warnleibchen zur Verletzungsprävention markiert werden musste. Ein Muster ohne Wert also? Von wegen! Man muss nicht aufs Thermometer schauen, um zu erkennen, dass sich der SC Preußen Münster mitten in der ganz heißen Phase der Saisonvorbereitung befindet. In 17 Tagen geht es beim amtierenden Regionalligameister SV Rödinghausen erstmals um Ligapunkte, für einen lockeren Marketing-Kick bei den unterklassigen Clubs aus der Nachbarschaft, wie sie in besseren Zeiten üblich waren, fehlen den Adlerträgern in diesen Tagen Zeit und Muße.

Im Gegenteil: Der Test war ein wichtiger Erkenntnislieferant für Preußen-Trainer Sascha Hildmann und sein Team, das in kürzester Zeit noch einen langen Weg zurückzulegen hat. Rückschlüsse auf die Startelf beim bevorstehenden Liga-Auftakt zumindest verbieten sich. Der münsterische Branchenführer im Fußballbusiness wird Anfang September ein anderes Gesicht und vor allem weitere neue Gesichter zeigen – müssen. Wiedererkennungswert für die Punkterunde dürfte am ehesten die Viererkette vor der unumstrittenen Nummer eins im Preußentor, Maximilian Schulze Niehues, haben. Dort sorgten Simon Scherder, Jannik Borgmann, Marcel Hoffmeier und Lotte-Neuzugang Alexander Langlitz für Drittliga-Expertise und meist für Ruhe vor dem Preußentor. Ganz vorne überzeugte Doppeltorschütze Grodowski mit viel Druck und Spielfreude – und dazwischen wartet noch einiges an Arbeit.

Probespieler Piljek mit guten Ansätzen

In Gievenbeck schickte Hildmann die Truppe aufs Feld, die ihm derzeit zur Verfügung steht. Eine bunte Mischung aus Nachwuchskräften, Neuzugängen, Testspielern und einigen wenigen bewährten Kräften aus dem Abstiegsteam stellte sich dem engagierten Westfalenligisten, der sich nicht nur als Sparringspartner eingefunden hatte, sondern durchaus eigene Pläne mit diesem Testspiel verband. Allemal dürften die Erkenntnisse für FCG-Trainer Florian Reckels ergiebiger gewesen sein als für Hildmann.

Immerhin: Der 19-jährige Luca Piljek aus dem Nachwuchs des 1. FC Heidenheim zeigte beim Probelauf in Münster einige gute Ansätze. Der zweite Testspieler, Gianluca Przondziono, mischte erst im zweiten Abschnitt mit, soll dem Vernehmen nach aber schon mehr Neuzugang denn Proband sein. Der auffälligste Mann auf dem Platz trug allerdings die Rückennummer 27 und glänzte nicht nur mit seinen beiden Treffern. Grodowski arbeitete aus vorderster Angreiferposition auch engagiert nach hinten. Bei seinem zweiten Treffer zeigte er zudem Führungsqualität, schnappte sich nach einem von der souverän leitenden Schiedsrichterin Vanessa Arlt mit Strafstoß geahndeten Foul an Ousman Touray selbstbewusst den Ball und verwandelte aus elf Metern.

Abschied für Benjamin Heeke

Gastgeber Gievenbeck machte auf und neben dem Feld Werbung in eigener Sache, hielt 90 Minuten wacker dagegen, erspielte sich einige viel versprechende Torannäherungen und nutzte zudem die Gelegenheit, vor immerhin 300 Zuschauern seine Abgänge gebührend zu verabschieden – unter anderem den langjährigen Trainer Benjamin Heeke, der durch die Corona-Krise um den angemessenen Ausstand gebracht worden war.

  • Preußen Münster: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Borgmann (63. Rüschenschmidt), Hoffmeier (46. Frenkert) – Mekonnen (46. Przondziono), Klann – Piljek (63. Remberg), Möbius, Touray – Grodowski
  • Münsters bester Torschütze der abgelaufenen Saison hat eine neue Heimat gefunden: Heinz Mörschel bleibt Drittligist und spielt künftig für den KFC Uerdingen.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7532398?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F
Nachrichten-Ticker