Fußball: Regionalliga West
Preußen Münster mit schlechten Karten im Stürmer-Poker

Münster -

Preußen Münster hat noch kein Regionalligaspiel verloren, die U 21 des 1. FC Köln hat noch keines gewonnen. Klare Sache für die Preußen am Samstag am Geißbockheim? Wohl kaum, es wird spannend – ebenso wie bei dem Ringen um einen Mittelstürmer drei Tage vor Schluss der Transferperiode.

Freitag, 02.10.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 18:41 Uhr
Feste Größen im Preußen-Team: Alexander Langlitz und Marcel Hoffmeier.
Feste Größen im Preußen-Team: Alexander Langlitz und Marcel Hoffmeier. Foto: Jürgen Peperhowe

Wenn am und im Preußenstadion gespielt wird, ist nicht zwangsläufig auch ein Ball im Spiel. Derzeit zumindest finden in den Hinterzimmern am Fiffi-Gerritzen-Weg zusätzlich auch intensiv geführte Pokerrunden statt. So zumindest beschreibt Trainer Sascha Hildmann drei Tage vor Ablauf der Wechselfrist die aktuellen Verhandlungen mit Spielern und deren Beratern. „Die wollen jetzt alle noch mal das Beste rausholen.

Da wird gepokert bis zur letzten Sekunde“, so Hildmann – der SCP mittendrin und nicht unbedingt mit den besten Karten. „Mittelfeld und Abwehr, kein Problem, da hat man schnell zehn Mann da stehen“, sagt Hildmann, der aber leider auf der Suche nach zentralen Angriffsspielern ist, bei denen traditionell eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage klafft.

Zwei Stürmer „am liebsten fürs Zentrum“ fehlen noch im Preußen-Puzzle, „aber nicht zu jedem Preis.“ Zumal zahlreiche Drittligisten aggressiv ins Wettbieten eingestiegen sind. Hildmann hofft dennoch und ist zuversichtlich, bis Montagnachmittag 18 Uhr noch zumindest einen neuen Mann begrüßen zu dürfen. Er hat aber bereits Plan B in der Tasche: „Diese Frist gilt nicht für vertragslose Spieler, davon gibt es auch noch einige.“

Altingan und van Eijma im Kader

Für den sechsten Saisonauftritt an diesem Samstag (14 Uhr) im Schatten des Geißbockheims in Köln, wird der Preußen-Trainer auf das bewährte Personal zurückgreifen. Die jüngsten Neuzugänge, Osman Altingan und Roshon van Eijma, sollten gegen die U 21 des 1. FC Köln zumindest schon im Kader stehen, für einen Startelfeinsatz sei es allerdings noch viel zu früh, so Hildmann.

Holtby fehlt, Klann angeschlagen

Definitiv fehlen wird Joshua Holtby, der sich mit Oberschenkelproblemen noch auf Single-Pfaden im Training befindet. „Das ist ein schwerer Verlust für uns, alleine die Standards“, bedauert Hildmann den Ausfall des Strippenziehers im Mittelfeld. Einen Härtetest absolvierte am Freitagnachmittag Dominik Klann, der sich am Mittwoch im Training einen dicken Knöchel eingehandelt hatte – und am Samstag zumindest im Kader stehen wird.

Sieglose Kölner seit vier Spielen ungeschlagen

Nein, es ist kein Tippfehler: Der 1. FC Köln schickt seine U 21 auf die Regionalliga-Reise – nicht, wie die anderen Bundesliga-Reserven im Klassenverbund die U 23. Das ist okay so, weil es keine verbindlichen Normen für diese Alterseinteilungen gibt – dennoch stellen die jungen Geißböcke mit einem Durchschnittsalter von 23,17 Jahren nur das sechstjüngste Team der Liga. Angeführt wird diese Liste von den Jung-Knappen aus Gelsenkirchen, einer U 23, mit 21,39 Jahren im Schnitt.

Jugendlicher Leichtsinn zumindest kann es nicht sein, der den Kölnern die Startbilanz ein wenig verhagelt hat. Während Gegner Münster noch keine der ersten fünf Partien verloren hat, hat Köln noch keine gewonnen. Doch auch das klingt schlimmer, als es ist. Die Auftaktpartie verlor das Team um Trainer Mark Zimmermann knapp mit 1:2 beim erklärten Titelfavoriten und aktuellem Spitzenreiter Borussia Dortmund II, anschließend spielte das Team vier Mal unentschieden – unter anderem gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen Lokalrivalen Fortuna Köln.

Ein deutliches Signal, die Kölner U 21 nicht zu unterschätzen. Ins Franz-Kremer-Stadion direkt am Geißbockheim passen übrigens 5457 Zuschauer, fast so viele Plätze werden am Samstag wohl frei bleiben, weil auch die ohnehin schwach frequentierte Zweitvertretung vom aktuellen Corona-Bann in Köln betroffen ist.

...

Einen Teil der langen Vorbereitung auf dieses erste Kräftemessen mit einem der „gefährlichen und spielstarken“ Reserveteams hat Hildmann mit seinen Schützlingen vor der Mattscheibe verbracht. Im Programm: Das letzte Punktspiel gegen den Wuppertaler SV, das Motto: Aus Fehlern lernen. „Da gab dieses Spiel so Einiges her“, so der Trainer, der mit Vielem zufrieden ist, was sein Team zum Saisonstart anbietet, gleichzeitig aber auch noch reichlich Luft nach oben „in fast allen Bereichen“ sieht.

Der Kader des SC Preußen Münster in der Saison 2020/2021

1/20
  • Tor: Max Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor: Marko Dedovic

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Jannik Borgmann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Okan Erdogan

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Lukas Frenkert

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Niklas Heidemann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Alexander Langlitz

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Julian Schauerte

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Simon Scherder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Dennis Daube

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Marcel Hoffmeier

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Joshua Holtby

    Foto: SCP
  • Mittelfeld: Dominik Klann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Naod Mekonnen

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Gianluca Przondziono

    Foto: SCP
  • Angriff: Jules Schwadorf

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Joel Grodowski

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Justin Möbius

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Nicolai Remberg

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Osman Atilgan

    Foto: Picasa

Gerade gegen Zweitvertretungen will der Trainer jetzt das komplette Programm sehen: „Robustheit und fußballerische Qualität“, lautet die Marschroute. „Wir müssen uns mit ordentlich Druck in den Zweikämpfen eine spielerische Überlegenheit erarbeiten.“ Harte Arbeit, zumal der aktuelle Gegner zumindest dies mit allen anderen gemein haben wird: „Gegen uns hängen die sich besonders rein. Die wollen kicken, und die wollen uns wehtun.“ Dagegen dürften Pokerrunden harmlos sein.

Preußen Münster: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hoffmeier, Heidemann – Daube, Erdogan – Schwadorf, Przondziono, Möbius – Grodowski

Liveticker ab 13.30 Uhr auf www.wn.de.scp

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