Fußball: Regionalliga West
Schwadorf erlöst schwache Preußen gegen RW Ahlen

Münster -

Mit Ach und Krach hat der SC Preußen Münster das Heimspiel gegen RW Ahlen mit 1:0 gewonnen. Das Tor des Tages markierte Jules Schwadorf mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 89. Minute. Münster tat sich allerdings schwer gegen das Schlusslicht der Regionalliga West. RWA ließ in Münster einiges liegen.

Samstag, 07.11.2020, 16:37 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 11:22 Uhr
Fußball: Regionalliga West: Schwadorf erlöst schwache Preußen gegen RW Ahlen
Jubel nach dem Elfmetertreffer durch Jules Schwadorf. Foto: Jürgen Peperhowe

Puuuh. Da hat der SC Preußen Münster im Nachbarschaftsderby auch eine gehörige Portion Glück gehabt. Der Fußball-Regionalligist gewann zwar durch einen Elfmetertreffer von Jules Schwadorf aus der 89. Minute mit 1:0 (0:0) gegen RW Ahlen, hätte gegen das Schlusslicht allerdings auch verlieren können. Denn die Gäste hatten eigentlich die besseren Chancen durch Tim Holldack und einen Latten-Kopfball von Rene Lindner. Aber nach dem Platzverweis gegen Sven Höveler in der 77. Minute erzwang der SCP das Übergewicht und vielleicht auch den Elfmeter. Schwadorf rettete die Preußen mit dem Siegtor.

„Zum Glück war es ein Geisterspiel“, befand Trainer Sasscha Hildmann nach der Partie augenzwinkernd. Aber es lag auch eine große Portion Wahrheit in seiner Aussage. Und: „Das war ein ganz zäher Schinken. Gegner mit Fünferketten kommen jetzt häufiger. Wie haben vieles falsch gemacht.“ Andererseits war dies ein Sieg in einem schwachen Preußenspiel, und erst zum zweiten Mal in dieser Saison kassierte Münster kein Gegentor. „Wichtig ist doch, dass wir auch mal so gewinnen“, befand Torschütze Schwadorf, der in der 62. Minute erst ins Spiel gekommen war. Und: „Es war eigentlich ein Spiel, das keinen Sieger verdient gehabt hätte.“ Denn Ahlen hatte als Außenseiter vieles richtig gemacht – bis auf die Schlussminuten. „Wir haben sehr gut gestanden, Münster hatte kaum Chancen“, meinte Rene Lindner nach der Partie.

Ganz viel SCP auf dem Platz

Das Nachbarschaftsderby hatte ganz viel Preußen auf beiden Seiten. Klar, der SCP war zu 100 Prozent vertreten, aber bei Ahlen fanden sich gleich vier Ex-Preußen mit Bennet Eickhoff, Luca Steinfeldt, Romario Wiesweg und Yasin Altun in der Startelf, zudem saßen mit Arda Nebi und Timon Schmitz zwei weitere ehemalige Preußen auf der RWA-Ersatzbank. Die echten, die aktuelle Preußen, stellten gegen das Schlusslicht die Mannschaft nur auf zwei Position um, nachdem am Dienstag mit 0:2 bei Borussia Dortmund verloren worden war. Dominik Klann ersetzte auf der zentralen Mittelfeldposition den verletzten Dennis Daube. Innerhalb der Mannschaft gab es auch einen Verschiebebahnhof, weil Alexander Langlitz ins offensive Mittelfeld vorrückte, dafür Lukas Frenkert in die Viererkette rutschte – und Osman Atilgan zunächst einmal raus war.

Ahlen verteidigt gut

Münster gegen Ahlen, da waren die Rollen verteilt. Wobei das Schlusslicht die defensiven Aufgaben sehr resolut und konsequent löste. Ahlens Fünferkette ließ kaum Chancen zu, dem SCP half Ballbesitz wenig weiter. Der erste Schussversuch überhaupt war einer von Julian Schauerte nach 18 Minuten. Auf der Gegenseite versuchte Jan Holldack mit einem Freistoß-Schlenzer nach 26 Minuten SCP-Torwart Max Schulze Niehues zu überraschen. Das war wenig Offensive auf beiden Seiten. Erst eine Direktabnahme von Okan Erdogan (27.) sorgte wirklich für Gefahr, den Nachschuss vertändelte Benedikt Zahn. Im Gegenzug hatte der auffällige Holldack nach einem Solo auf der linken Seite plötzlich freie Bahn – und ballerte die Kugel übers Tor in Richtung Ahlen. Die erste halbe Stunde riss niemanden vom Hocker.

14. Spieltag, Saison 2020/21: Preußen Münster – RW Ahlen

1/28
  • Ein Duell zwischen Okan Erdogan und Jan Holldack hat mehrere aufmerksame Beobachter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ahlens Philip Aboagye sichert die Mauer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Trister Anblick: Leere Tribünen im Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Lindner klärt vor Alexander Langlitz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lukas Frenkert kämpft mit Philip Aboagye um den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder und Niklas Heidemann bekommen es mit Philip Aboagye zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Bilder aus dem Preußenstadion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Und richtig besser wurde es nicht. Münster bekam einen Freistoß direkt an der Strafraumgrenze, weil Rene Lindner Alexander Langlitz gefoult hatte, und Niklas Heidemann feuerte die Kugel nun in Richtung Mecklenbeck weit über das Tor. Ein Treffer hätte dem Spiel gut getan. Aber es blieb zur Halbzeit bei der Nullnummer. Selbst Schiedsrichter Lars Bramkamp aus Hattingen hatte genug gesehen, keine Sekunde Nachspielzeit gewährte er den Mannschaften, das war auch gut so. Zumindest Ahlens Plan war aufgegangen, den Preußen hatten sie fürs Erste den Nerv gezogen. In der Halbzeitpause sang Donna Summer „I want some hot stuff“, ein bisschen hitziger sollte es dann schon werden auf dem Rasen des Preußenstadions, alle Beteiligten wollten „mehr heißes Zeugs“ zeigen.

Video in Kooperation mit SoccerWatch:

Remberg und Möbius kommen

SCP-Trainer Hildmann reagierte und brachte mit Nicolai Remberg und Justin Möbius zwei frische Offensivkräfte, zumal Marcel Hoffmeier auch verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Außerdem blieb Angreifer Benedikt Zahn in der Kabine. Den ersten Abschluss hatten aber die Gäste, die Direktabnahme von Luca Steinfeld (48.) flog jedoch in die nicht vorhandenen Wolken. Es dauerte bis zur 58. Minute, ehe Heidemann erstmals im Sinne der Preußen aufs gegnerische Tor schoss. Dem SCP fiel nicht wirklich etwas ein. Ahlen blieb gefährlich, wenige Augenblicke später schoss Eickhoff aus der Distanz aufs Preußen-Gehäuse.

Steinfeldt vergibt Führung

Dann wurde es vogelwild aus Sicht der Preußen. Plötzlich stand Ex-Preuße Steinfeldt allein vor Schulze Niehues, von der Seite wehrte Heidemann den Ball im allerletzten Moment per Grätsche ab. Ahlen verschenkte die Führung, die mittlerweile verdient gewesen wäre. Keine 60 Sekunden später köpfte Lindner aus der Distanz eine Bogenlampe auf das Preußen-Tor, Schulze Niehues klärte mit den Fingerspitzen, auf der Torlinie gegen den einschussbereiten Steinfeld dann Simon Scherder. Favorit Münster war ins Schlingern gekommen, der SCP wackelte bedrohlich.

Dann kam der SCP doch noch einmal zurück. Einen Schuss des eingewechselten Nicolai Remberg konnte Rafael Hester nur nach vorne abwehren, beim Nachschuss-Versuch flog Schauerte über Hester – Münster forderte Elfmeter, befand sich im Recht mit dieser Forderung, doch Schiedsrichter Bramkamp pfiff nicht. Eine Viertelstunde blieb noch, um die Dinge richtig zu stellen.

Grodowski kämpferisch

Grodowski setzte zum Sprint an, befand sich allein auf dem Weg zum RWA-Tor, wurde aber vom bis dahin bärenstarken Sven Höveler per Notbremse gestoppt. Rot für den Ahlener, den Freistoß setzte Justin Möbius neben das Tor. Dann stürmte Grodowski (83.) in den Strafraum, der Abschluss blieb ihm versagt. Schließlich köpfte Osman Atilgan (86.) halbwegs in Richtung RWA-Tor. Die Zeit lief dem engagierten und gleichermaßen ratlosen SCP davon. Das roch nach Nullnummer.

Schwadorf verwandelt

Doch dann gab es doch noch die große Chance zum Sieg. Ein Freistoß von Schwadorf flog in den Strafraum, Rene Lindner stieß Nicolai Remberg um. Elfmeter, vielleicht wollte der Schiedsrichter auch etwas gutmachen für den verweigerten Elfer-Pfiff einige Minute zuvor. Und der eingewechselte Schwadorf verwandelte sicher zum 1:0. Der Sieg in trockenen Tüchern? Natürlich nicht, weil Ahlen nach einer Ecke Handspiel von Remberg monierte, allerdings hatte ein Rot-Weißer einen Rot-Weißen getroffen, hier lag Referee Bramkamp richtig. Im Gegenzug vergab Atilgan allein vor Hester, sein Querpass blieb wie schon in vergleichbaren Szenen in Köln und gegen Lotte aus, er scheiterte eigensinnig. Es ging hin und her, keiner wusste, wer hier das Spitzenteam und wer hier das Schlusslicht war. Am Ende siegte der SCP glücklich, vielleicht auch unverdient. Aber die drei Punkte blieben in Münster.

Münster: Schulze Niehues – Frenkert, Scherder, Hoffmeier (46. Möbius), Heidemann – Erdogan, Klann (81. Atilgan) – Langlitz (62. Schwadorf), Schauerte, Grodowski – Zahn (46. Remberg). – Trainer: Hildmann - Ersatzbank: Dedovic (Tor), Mekonnen, Touray

Ahlen: Hester – Eickhoff, Lindner, Wiesweg, Höveler, Lucas (76. Kacinoglu) – Aboagye (74. Mai), Holdack, Altun, Phil (84. Tietz)– Steinfeld. – Trainer: Mehnert - Ersatzbank: Cirak (Tor), Schmitz, Nebi, Maiella

Tor: 1:0 Schwadorf (89. Foulelfmeter, Lindner an Remberg). – Schiedsrichter: Bramkamp (Hattingen). – Zuschauer: keine. – Rote Karte: Höveler (77.) nach Notbremse an Grodowski. - Gelbe Karten: Hoffmeier / Lindner, Eickhoff, Aboagye, Wiesweg, Altun, Steinfeldt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7668029?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F
Nachrichten-Ticker