Fußball: Regionalliga West
Grodowski ist bei Preußen Münster schnellster und konstantester Offensivakteur

Münster -

Von allen Offensivspielern im Kader der Preußen war Joel Grodowski in dieser Saison bisher der stabilste, auch wenn immer mal was schief geht. Zwei Tore sind zwar nicht besonders viel, aber seine Qualitäten bringt der 23-Jährige auf andere Weise ein. Das war am Samstag gegen Ahlen nicht anders.

Montag, 09.11.2020, 14:32 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 16:37 Uhr
Scheut keinen Zweikampf, auch nicht in der Luft: Joel Grodowski (l.), hier gegen den Ex-Preußen Bennet Eickhoff.
Scheut keinen Zweikampf, auch nicht in der Luft: Joel Grodowski (l.), hier gegen den Ex-Preußen Bennet Eickhoff. Foto: Jürgen Peperhowe

Benedikt Zahn kassierte noch im Spiel von Trainer Sascha Hildmann einen kleinen Anpfiff, weil der Stürmer die Räume im Mittelfeld verengte. Osman Atilgan musste sich nachher wegen wiederholten Eigensinns einiges anhören, wie der Coach andeutete. Und auch Alexander Langlitz und Julian Schauerte war beim 1:0 der Preußen gegen RW Ahlen anzumerken, dass sie eigentlich Rechtsverteidiger sind und keine offensiven Schwungräder. Ja, Münsters Angriffsreihe lahmte am Samstag etwas. Und zwar nicht zum ersten Mal.

Allein Joel Grodowski steht in der Regel, ein paar gerade zu Saisonbeginn vergebene Großchancen ausgeklammert, außerhalb jeder Kritik. Weil er rennt und rennt und will und kämpft und macht. Da klappt sicher längst nicht alles, doch der 23-Jährige bringt als einziger aus den vorderen Reihen so etwas wie Konstanz aufs Feld. „Ich denke, dass ich immer für die Mannschaft spiele und viel investiere“, beschreibt er seinen Stil selbst.

Wechsel auf den Flügel

Die ersten Wochen verbrachte er meist als Solospitze, mit Zahns Ankunft Anfang Oktober erfolgte der Wechsel auf die linke Außenbahn. „Da fühle ich mich sogar etwas wohler, weil ich mein hohes Tempo ausspielen und im Eins-gegen-eins am Gegenspieler vorbeikommen kann.“ Selbst die auf dem Flügel weniger werdenden Abschlüsse stören Grodowski kaum. „Klar, es ist schwieriger von dort zu treffen. Aber mein Papa Ingo und auch der Trainer sagen mir, dass ich mich nicht verrückt machen soll, zumal ich alles reinhaue.“

Zwei Treffer bisher in zwölf Partien sind natürlich nicht die Welt, aber der Linksfuß hilft dem SCP auch mal auf andere Weise. Wie gegen am Samstag, als er im Spurt die Rote Karte von RWA-„Libero“ Sven Höveler nach dessen Fehlpass und damit immerhin knapp 15 Minuten Überzahl provozierte. „Ich habe ihm ja direkt fünf Meter abgenommen und hätte das Tor auch gemacht. Ich wäre einfach am Keeper vorbeigelaufen.“ Stattdessen die Notbremse. Bei weitem nicht die einzige Attacke gegen Grodowski. „Zehnmal wurde ich bestimmt gelegt. Immer wenn ich lossprinten wollte, wurde ich gefoult, aber das kenne ich ja schon von klein auf. Ich war früher schon immer fixer als die anderen und habe auf die Socken gekriegt. Kein Problem.“ Die Devise für die nächsten Tage lautet: „Knochen schonen, behandeln lassen.“

Unterschätzen dürfen wir sowieso keinen.

Joel Grodowski

Samstag in Lippstadt, wenn Münsters Schnellster sicher wieder hergestellt ist, erwartet er ein ähnliches Spiel gegen einen tief formierten Gastgeber. „Unterschätzen dürfen wir sowieso keinen. Wir hatten ja schon einige knappe Siege. 5:0 oder 1:0 ist egal. Hauptsache drei Punkte, und gerne auch mal das Glück auf unserer Seite.“

Angesichts von 40 Ligaspielen in einem Dreivierteljahr könnten Athleten wie Grodowski irgendwann natürlich auch mal die Körner ausgehen. Doch von einer Rotation ist er bislang kaum betroffen. Nur in der englischen Woche gegen Wiedenbrück kam der Angreifer einmal von der Bank. „Es kommen noch ein paar anstrengende Phasen, in denen sich unser recht großer Kader bezahlt machen wird. Aber zurzeit spüre ich nicht, dass ich müde werde.“ Seine Gegenspieler werden das nicht gern hören.

Der Kader des SC Preußen Münster in der Saison 2020/2021

1/20
  • Tor: Max Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor: Marko Dedovic

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Jannik Borgmann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Okan Erdogan

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Lukas Frenkert

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr: Niklas Heidemann

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Alexander Langlitz

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Julian Schauerte

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Abwehr: Simon Scherder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Dennis Daube

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Marcel Hoffmeier

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Joshua Holtby

    Foto: SCP
  • Mittelfeld: Dominik Klann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Naod Mekonnen

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld: Gianluca Przondziono

    Foto: SCP
  • Angriff: Jules Schwadorf

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Joel Grodowski

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angriff: Justin Möbius

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Nicolai Remberg

    Foto: Kirchner/Marco Steinbrenner via Imago
  • Angriff: Osman Atilgan

    Foto: Picasa
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