Fußball: Regionalliga
Mit Preußen Münsters Dominik Klann bleibt die Weste weiß

Münster -

So bitter der Abstieg des SC Preußen in die Viertklassigkeit auch war, er hat auch seine gute Seite. Viele Jungs, die vor Monaten niemand groß auf der Rechnung hatte, haben sich in den Vordergrund gespielt. Dominik Klann gehört ohne Frage dazu.

Mittwoch, 11.11.2020, 16:31 Uhr aktualisiert: 12.11.2020, 11:58 Uhr
Justin Möbius verladen:
Justin Möbius verladen: Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen-Trainer Sascha Hildmann wird nicht müde zu betonen, wie gerade seine ganz jungen Akteure sich reinhängen, Passion ins Spiel bringen, alles geben. Das gehe ihm nahe. Hildmann mag das. Er meinte zuletzt, nach dem mühsamen 1:0-Heimsieg über RW Ahlen, zum Beispiel Lukas Frenkert auf der Rechtsverteidiger-Position. Oder Ousman Touray, der beim 2:1 in Straelen mit einem Fallrückzieher erfolgreich war, und als Joker zuletzt immer wieder für Rabatz sorgte. Oder auch Dominik Klann.

Der ist so etwas wie die stille Entdeckung im Spiel der Preußen. Marcel Hoffmeier als Innenverteidiger ist die eine, Joel Grodowski als Flügelflitzer die andere, und dann kommt noch Klann ins Spiel. 21 Jahre ist der defensive Mittelfeldspieler alt, SuS Olfen, Union Lüdinghausen und die A- und B-Junioren-Zeit beim FC Schalke 04 stehen in seiner Vita. Über Preußens „Zweite“, mit der er in die Oberliga aufstieg, hat er den Weg zu den Profis gefunden.

Eigentlich müsste der Coach Klann in Watte packen. Wann immer dieser auf der Sechser-Position in der Startelf stand, verlor der SCP nicht. Aus sieben Partien mit Klann von Anfang auf dem Feld holte der SCP in der Regionalliga 19 Punkte, spielte nur einmal 1:1 in Wuppertal und hat aus diesen Partien ein Torverhältnis von 16:5. Klann bewegt sich unauffällig ruhig durch die Linien des Spiels, gewinnt viele kleine Bälle, erfüllt unspektakulär seinen Job. Und wenn er nicht dabei ist, fehlt den Preußen offenbar etwas.

Beim 0:1 in Köln – Klann wurde spät eingewechselt, Hildmann war mit seinen Mittelfeldspielern nicht zufrieden, defensiv wurde der SCP stabiler. Beim 0:1 in Essen – Klann kam zur Pause erst, weil Dennis Daube gelb-rot-gefährdet war, kein Gegentor mehr für Münster. Beim 0:2 in Dortmund – Klann kam nicht zum Einsatz. Was nicht bedeuten soll, dass der SCP diese Spiele erfolgreicher mit der Nummer 18 bestritten hätte. Aber Klann, den niemand so richtig auf der Rechnung hatte, spielte sich gleichermaßen leise wie souverän in den Vordergrund. Ein bisschen hat das was von Mister Zuverlässig.

„Nach dem Abstieg habe ich auch für mich eine Chance gesehen“, sagt er ruhig, er hat diese Möglichkeiten bislang genutzt. Persönlich will er weiter vorankommen, möglichst viele Einsätze haben. Und mit der Mannschaft „oben dranbleiben“. Essen und Dortmund hat auch er als die beiden Top-Teams ausgemacht, seinen SCP sieht er nicht weit dahinter.

Was ihm fehlt? Auf transfermarkt.de werden 100 Pflichtspiel-Einsätze aufgeführt, aber kein Torerfolg, und nur ein Assist aus der Saison 2018/19 steht zu Buche. „Ja, da müsste ich mehr machen“, erzählt er. Als Jugendlicher hat er wesentlich offensiver agiert. „Nun spiele ich vor allem mit unseren beiden Innenverteidigern.“ Der Weg nach vorne ist da nicht zwingend eingeplant.

Andererseits ist bemerkenswert, dass Klann, obwohl er meist in der wirklich umkämpften defensiven Mittelfeldzone unterwegs ist, erst zwei Verwarnungen in diesen 100 Partien gesehen hat, natürlich noch keine Ampelkarte oder einen Platzverweis erlebte. Fehlpässe fallen bei ihm besonders auf, weil ihm kaum welche unterlaufen. Hildmann weiß nach dem ersten Saisonviertel bereits, auf wen er sich verlassen kann. Dominik Klann gehört dazu.

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