Fußball: Regionalliga West
SC Preußen ist in Lippstadt personell knapp besetzt

Münster -

Vor dem Spiel beim SV Lippstadt häufen sich beim SC Preußen Münster die Ausfälle. Besonders auf den defensiven Positionen muss Trainer Sascha Hildmann umstellen, auch im Tor steht ein Wechsel an. Dennoch will der Drittliga-Absteiger beim zuletzt elfmal sieglosen SVL seinen achten Sieg im 13. Regionalliga-Spiel einfahren.

Freitag, 13.11.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 14.11.2020, 10:21 Uhr
Okan Erdogan wird aufgrund vieler Ausfälle in Lippstadt wohl in der Innenverteidigung gebraucht.
Okan Erdogan wird aufgrund vieler Ausfälle in Lippstadt wohl in der Innenverteidigung gebraucht. Foto: Jürgen Peperhowe

Langsam wird es eng für die Preußen. Der Kader ist ohnehin nicht gerade riesig für 40 Punktspiele. Im Moment brechen dem Regionalligisten vor dem Gastspiel beim SV Lippstadt am Samstag (14 Uhr) auch noch nach und nach Akteure für zentrale Abwehr- und Mittelfeldstellen weg. Joshua Holtby fällt bis Dezember aus, Dennis Daube laboriert weiter an einer Mittelfußprellung, Jannik Borgmann pausiert mit einem Bänderriss, und jetzt ist auch der formstarke Marcel Hoffmeier (Muskelfaserriss) außen vor.

Da sich Roshon van Eijma zur Nationalelf nach Curacao verabschiedet hat, bleiben Trainer Sascha Hildmann kaum mehr Möglichkeiten zur Besetzung der Innenverteidigung und der Sechserpositionen. „Im Augenblick sieht es echt doof aus“, sagt der Coach, der zu allem Überfluss auch noch Stammkeeper Max Schulze Niehues (Magen-Darm-Infekt) ersetzen muss. Marko Dedovic gibt sein Meisterschaftsdebüt im Tor. „Die Mannschaft wird ihm helfen, er ist aber auch kein nervöser Mensch“, sagt Hildmann. Steffen Westphal aus der U 23 (seit Wochen im Profitraining) sitzt auf der Bank.

Okan Erdogan in die Viererkette

Okan Erdogan muss also mangels Alternativen zurück in die Viererkette rutschen, zur Not stünde hinten noch Lukas Frenkert parat. Aus der zweiten Mannschaft rückt Sven Rüschenschmidt in den Kader. Neben dem wohl gesetzten Dominik Klann wird eine Reihe davor ein Mandat frei, auf das Justin Möbius gute Karten gehabt hätte – doch auch er ist krank. Damit ringen vermutlich Naod Mekonnen und ­Gianluca Przondziono um den Posten. „Beide haben unterschiedliche Qualitäten“, erklärt Hildmann, der Lippstadt mit „Einsatz, Kampfstärke und Fleiß“ erwartet. „Mal sehen, wer dazu passt.“ Eher Mekonnen, dem er attestiert, ein „Abräumer und Beißer“ zu sein. Gut möglich ist zudem eine Systemumstellung auf 4-4-2. „Das wäre ein Ansatz, nachdem uns gegen Ahlen die Passqualität fehlte. Keine Schärfe, keine Weite – der Aufbau war mir zu schleppend“, sagt der Trainer.

Tipps von Marcel Hoffmeier

Auch wenn es der Pfälzer so nicht sagen würde, ist der seit elf Partien sieglose SVL, der mit seinen sieben Unentschieden noch knapp über dem Strich rangiert, der letzte Gegner aus den unteren Regionen in der Hinrunde. Was nicht heißt, dass es am Waldschlösschen auch in der Notbesetzung schon irgendwie reichen wird. „Lippstadt hat in den letzten Wochen nicht gerade gegen Fallobst gespielt. Das 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen Fortuna Köln sollte uns ein Alarmsignal sein“, so Hildmann. „Wo der Gegner steht, ist mir sowieso immer egal.“

Ein paar Tipps gab‘s noch vom enttäuschten Hoffmeier, der mit Schambein- und Adduktorenproblemen sowie einem kleinen Faserriss in der Gegend passen muss. Er kennt seine Ex-Mannschaft inklusive Zwillingsbruder Kevin ganz genau.

Ansonsten gilt weiter die Maxime der vergangenen Wochen: irgendwie gewinnen gegen die Vereine aus dem hinteren Bereich, um den Druck auf die Spitzenteams aufrechtzuerhalten. „Ich freue mich schon, wenn Essen oder Dortmund im Frühjahr nach Münster kommen“, sagt Hildmann. „Hoffentlich mit Publikum.“SCP: Dedovic – Langlitz, Scherder, Erdogan, Heidemann – Schauerte, Klann, Mekonnen, Grodowski – Atilgan, Remberg

Aachen muss erneut zuschauen

Eine krumme Tabelle in der Regionalliga West ist nichts Neues. Bei 21 Mannschaften bleibt das nicht aus, in der Vergangenheit sorgten unbespielbare Plätze – eine Rasenheizung ist anders als in der 3. Liga nicht vorgeschrieben – vor allem im Februar und März für viele Absagen. Bisher sind es aber vor allem Corona-Fälle in einzelnen Mannschaften oder deren Umfeld, die den Planern im Verband Sorgen bereiten. Bestes Beispiel ist Alemannia Aachen. Der achtmal betroffene Club hat erst acht Partien ausgetragen, auch die gegen Preußen Münster Ende September musste verschoben werden und findet nun am 16. Dezember statt. Zum Vergleich: Die U 23 des FC Schalke 04 hat bereits 14 Partien bestritten. Der SCP liegt mit zwölf Begegnungen auch ganz gut im Rennen. Aachen ist aktuell nur Achter, hat aber hinter dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund II den besten Punkteschnitt (2,13). Der des BVB liegt bei 2,6, der des SCP bei 1,92. An diesem Wochenende müssen wieder Aachen (in Wegberg-Beeck) und RW Essen (gegen Straelen) wegen Corona-Auftritten bei den Gegnern passen. Doch Hoffnung ist in Sicht. Allein in der nächsten Woche stehen schon sechs Nachholspiele auf dem Programm. Und die Rückrunde ist bislang nur mit einer englischen Woche geplant und erstreckt sich über fünf Monate. Nicht schön, und zu den bisher 24 Ausfällen (vier wurden schon nachgeholt) werden sich weitere gesellen. Aber noch machbar im Vergleich zu anderen Klassen.

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