Fußball: Regionalliga West
Preußen sorgen in Lippstadt schnell für klare Verhältnisse

Lippstadt -

Es bleibt dabei. Preußen Münster gibt sich gegen die Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen keine Blöße. Beim SV Lippstadt gelang trotz zahlreicher Ausfälle ein glatter 4:0 (2:0)-Erfolg. Früh legte der Tabellendritte eine beruhigende Führung vor.

Samstag, 14.11.2020, 15:44 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 11:41 Uhr
Fußball: Regionalliga West: Preußen sorgen in Lippstadt schnell für klare Verhältnisse
Die Preußen-Torschützen Osman Atilgan und Alexander Langlitz freuen sich. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Blick auf die Tabelle sieht für die Preußen erst mal gut aus. Dritter mit nur zwei Zählern hinter RW Essen und punktgleich mit Borussia Dortmund II, dazu vor Alemannia Aachen oder allen zweiten Mannschaften – nicht schlecht. Die Konkurrenz hat zwar noch so einige Nachholspiele in der Hinterhand. Doch abschütteln lässt sich der Drittliga-Absteiger vorerst nicht. Beim SV Lippstadt machten die personell geschwächten Gäste brav ihre Hausaufgaben und gewannen nach schneller 2:0-Führung ungefährdet mit 4:0 (2:0). Ein paar Akteure aus dem eigenen Stall spielten sich dabei in den Vordergrund.

„Ein richtig guter Auftritt. Die erste halbe Stunde war so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Trainer Sascha Hildmann. „Dass nach der Pause noch mal 15 Minuten Druck kommen, war klar. Aber mit dem dritten Tor haben wir dann den Stecker gezogen.“ Die Mentalität im Angriff gefiel ihm gut, überhaupt hatte seine diesmal sehr junge Truppe ein großes Herz gezeigt. Dass zum zweiten Mal kein Gegentor fiel, rundete den Tag für den Pfälzer ab.

Keeper Max Schulze Niehues, Dennis Daube, Joshua Holtby, Jannik Borgmann, Justin Möbius, Roshon van Eijma und Marcel Hoffmeier fielen aus. So kam etwa Marko Dedovic im Kasten zu seinem Profidebüt. Das System sah diesmal wie angedeutet ein 4-4-2 vor, in dem Julian Schauerte erstmals in dieser Saison nach hinten rechts rückte, sodass Lukas Frenkert auf die Bank musste. Okan Erdogan ersetzte Hoffmeier in der Abwehrzentrale und wurde selbst auf der Sechs von Naod Mekonnen vertreten. In der Offensive erhielten Osman Atilgan und Nicolai Remberg den Vorzug vor Benedikt Zahn, der draußen saß. Vier neue Namen also in der Startelf. Auf der Bank saßen erstmals Sven Rüschenschmidt und Ersatztorwart Steffen Westphal (beide U 23).

15. Spieltag, Saison 2020/21: SV Lippstadt – Preußen Münster

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  • Preußens Nicolai Remberg schießt mit voller Wucht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jubel nach dem frühen 1:0 durch Osman Atilgan.

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  • Coach Sascha Hildmann weist den Weg.

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  • SCP-Keeper Marko Dedovic klärt vor Gerrit Kaiser.

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  • Action vor dem Tor des SV Lippstadt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Naod Mekonnen im Duell mit Jan Lukas Liehr.

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  • Torjubel mit Alexander Langlitz und Osman Atilgan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Klann und Dardan Karimani im Zweikampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Fotos von der Partie in Lippstadt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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Der SCP begann in den ersten Minuten überraschend passiv, überließ den Hausherren den Ball vorerst. Doch die abwartende Haltung ermöglichte ein paar effektive Ballgewinne rund um den Mittelkreis. Nach eher ungefährlichen Abschlüssen von Joel Grodowski (4.) und Alexander Langlitz (Kopfball/6.) klingelte es auch schon. Von hinten raus kombinierte sich das Team durch. Über Remberg und Grodowskis Steckpass in die Füße war Atilgan völlig frei im Sechzehner und schloss cool ab (8.). Das 1:0 war sein erster Treffer, der eigensinnige Fauxpas der Vorwoche damit auch abgehakt.

Von Notbesetzung keine Spur

Kurz darauf jubelte auch Langlitz. Er war vom Elfmeterpunkt erfolgreich, nachdem Dominik Klann im Sechzehner von Cinar Sansar etwas plump zu Fall gebracht worden war (12.). Der aggressive und diesmal auch sehr lautstarke Auftritt hatte sich also schnell bezahlt gemacht. Von Notbesetzung keine Spur. Eigentlich hätte kurz darauf der dritte Einschlag folgen müssen, als sich Langlitz rechts mit Wucht im Laufduell gegen Sansar behauptete. Seine Hereingabe war aber vielleicht einen Tick zu scharf für den völlig freien Atilgan, der die Kugel nicht in den leeren Kasten gedrückt bekam (19.). Auf der anderen Seite wurde es brenzlig, als Schauerte gegen Anton Heinz an der Seitenlinie den Ball verlor und Erdogan vor Darimani retten musste, dabei aber fast ins eigene Netz getroffen hätte (21.).

Es war eine Ausnahme. Die Preußen waren nämlich weitaus gefährlicher, auch bei ihren vielen Ecken. Simon Scherder scheiterte etwa mit einem Kopfball nach Atilgans Chip nur an Torhüter Christopher Balkenhoff (26.). Lippstadt fand nach knapp einer halben Stunde etwas mehr Sicherheit, blieb aber eher harmlos und kam nur über Ballverluste der Münsteraner in Tornähe. Der SCP hielt sich in dieser Phase etwas zurück, hatte aber weiter in Remberg, Klann und Langlitz echte Aktivposten.

Dedovic mit Glanzparade

Direkt nach dem Seitenwechsel wurde es dann erstmals richtig gefährlich für die Preußen. Dardan Karimani flankte von rechts, wo Valentin Henneke zwischen den Innenverteidigern zum Kopfball kam und Dedovic zu einer echten Glanzparade zwang (47.). Auf der Gegenseite zog Grodowski aus spitzem Winkel vorbei (50.) und verpasste nach einem kleinen Solo den Moment für den Abschluss (54.). Die Unkonzentriertheiten häuften sich aber vor allem in der Deckung. Auf den Außenverteidigerpositionen verloren die Gäste zu oft die Kugel, auch wenn der weiterhin an sich glaubende Tabellen-16. daraus kein Kapital schlug.

Die Führung stand aber nur kurz auf wackligen Füßen. Dann nahm sich Grodowski nach einem starken Steilpass von Remberg den Rat seines Trainers Sascha Hildmann, geradliniger auf dem Weg zum Tor zu werden, zu Herzen. Der 23-Jährige zog den Lippstädter Innenverteidigern mühelos davon und schloss willensstark mit rechts zum 3:0 ab (59.).

Am Ende Schaulaufen

Der Rest des Tages war entspanntes Schaulaufen. Zum krönenden Abschluss verbuchte Langlitz noch sein zweites Erfolgserlebnis. Das war ziemlich einfach. Heidemann flankte flach nach innen, wo sein Kollege keine Gegenwehr verspürte und locker einschob (81.). Fünf Minuten später war der Routinier extrem uneigennützig, als er allein vor dem Gehäuse noch mal für den eingewechselten Ousman Touray auflegen wollte, der aber Schlussmann Balkenhoff anschoss (86.).

Doppeltorschütze Langlitz blendete die Tabelle nach dem Abpfiff erst mal aus („Wir gucken nur auf uns“), freundet sich aber immer mehr mit seiner neuen offensiven Rolle an. „Letzte Woche gegen Ahlen lief es allgemein nicht so. Aber diesmal. Wobei ich auch nur glänzen kann, wenn ich eingesetzt werde.“ Nach acht Jahren als Rechtsverteidiger scheinen seine Qualitäten nun wieder weiter vorn gefragt zu sein. „In der Jugend war ich Stürmer.“ Diesmal durfte er auch den Elfmeter schießen. Er war bereits der vierte Preußen-Schütze vom Punkt in dieser Saison.

SVL: Balkenhoff – Sansar, Evers, Steringer, Schubert (84. Kyeremateng) – K. Hoffmeier, Liehr – Karimani, Henneke, Heinz (72. Zottl) – Kaiser (63. Heiserholt)

SCP: Dedovic – Schauerte, Scherder, Erdogan, Heidemann – Langlitz, Klann, Mekonnen (80. Przondziono), Grodowski (67. Schwadorf) – Atilgan (67. Touray), Remberg (75. Zahn)

Schiedsrichter: Marcel Benkhoff (Ahaus)

Tore: 0:1 Atilgan (8.), 0:2 Langlitz (12./FE), 0:3 Grodowski (59.), 0:4 Langlitz (81.)

Gelb: Kaiser, Karimani

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