Fußball: Oberliga
Preußen Münster II: Sören Weinfurtner möchte Entscheidungen

Münster -

Diese Aufgabe ist ambitioniert. Für die Oberliga-Reserve des SC Preußen Münster bringt die Verlängerung der Spielpause im Dezember Probleme mit sich. 31 Partien stehen für das Team von Trainer Sören Weinfurtner in der 21er-Staffel 2021 an. Ein unfassbares Programm.

Donnerstag, 19.11.2020, 17:50 Uhr
Sören Weinfurtner wünscht sich, dass der Verband relativ zügig erklärt, wie er die Saison abwickeln will. 40 Spiele scheinen überaus utopisch.
Sören Weinfurtner wünscht sich, dass der Verband relativ zügig erklärt, wie er die Saison abwickeln will. 40 Spiele scheinen überaus utopisch. Foto: Johannes Oetz

Ein „Hans-guck-in-die Luft“ ist Sören Weinfurtner nicht. Der Coach von Preußen Münster II sieht wie viele seiner Trainerkollegen die Dinge realistisch. Dass 2020 in der Oberliga Westfalen nicht mehr gekickt wird, ahnte er längst. Seit Mittwoch herrscht Gewissheit. Was die Dinge nicht vereinfacht. 31 Partien stehen für sein Team noch aus in der 21er-Staffel, mancher Gegner müsste noch 34-mal antreten. Utopisch.

„Es geht dem Verband darum, zumindest 50 Prozent der Spiele abzuwickeln und dann eine Wertung zu erhalten“, sagt Weinfurtner. „Aber auch da sollten wir nicht mehr zu lange warten, sondern Klarheit schaffen. Ich kann verstehen, dass jeder Strohhalm ergriffen wird. Dass vor Weihnachten nicht mehr gespielt wird, wusste aber wohl jeder.“ Am 31. Januar soll es in der Oberliga regulär weitergehen. „Bis dahin müssten sich die Herren mal Gedanken machen.“

Im Sommer ließ der FLVW die Clubs seiner höchsten Spielklasse abstimmen: eine oder zwei Staffeln? Die Mehrheit der Clubs votierte für die Mammutvariante, die ja auch mehr Zuschauereinnahmen bedeutet hätte. Der SCP war für die Teilung. „In Niedersachsen wird dieses Modell erfolgreich praktiziert“, sagt Weinfurtner. „Es war okay, sich ein Meinungsbild einzuholen. Aber die Funktionäre hätten es bei aller Demokratie schon selbst entscheiden müssen. Das geht an der Aufgabe eines Verbands vorbei.“ So gut er den anfänglichen Umgang mit der Krise empfand, so deutlich wird der 41-Jährige nun: „Ab dem Sommer wurde die Krise dann sehr schlecht moderiert.“

Für die Preußen stellt sich nun ganz professionell die Frage: Wie machen wir weiter? Am Mittwoch stand noch eine digitale Athletik-Einheit an. Die Füße hochlegen funktioniert danach jedoch nicht. „Wenn wir sechs, sieben Wochen Pause machen, kriegen wir das in drei, vier Wochen Vorbereitung nicht aufgeholt“, sagt Weinfurtner. Er überlegt, bis Anfang Dezember ein paar Cyber-Einheiten anzubieten und Anfang Januar wieder zu starten. Geplant sind fußballerische Wettbewerbe. „Challenges mit Kugel, bei denen es auch etwas zu gewinnen gibt.“ Die Spieler wollen bei Laune gehalten werden. Der eine oder andere trainiert beizeiten bei den Profis mit, die ja ihr Programm durchziehen dürfen. Zuletzt waren etwa Keeper Steffen Westphal und Sven Rüschenschmidt dabei. „Vielleicht ein kleiner Vorteil, dass wir da mal andocken können“, sagt Weinfurtner. „Aber immer abhängig von der Personallage bei der Ersten. Da können ja auch keine 30 Mann auf dem Trainingsplatz stehen.“ Eine gerechte Abwicklung der Saison ist ohnehin nahezu ausgeschlossen. „Wenn wir nur eine Halbserie spielen, haben die einen viele lange Auswärtsreisen unter der Woche, andere gar keine. Dann ist es eine Frage des Untergrunds, auf dem gespielt wird und auch der Stärke der Gegner“, sagt Weinfurtner. „All das ist aber der Situation geschuldet. Es ist klar, das man nicht allen gerecht werden kann.“

Je nach Abschlusstabelle der Regionalliga drohen bis zu sieben Absteiger. Für die Preußen heißt das: Platz 14 bringt Sicherheit und ist das Ziel. Egal, wie oft und wann gespielt wird.

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