Fußball: Regionalliga West
Stürmer Wegkamp steigert beim Test auf Schalke gleich die Preußen-Qualität

Gelsenkirchen -

Mit einer starken Vorstellung im einzigen Testspiel – zumindest in der ersten Hälfte – hat Preußen Münster ein wenig Vorfreude auf die Rückrunde geschürt. Beim 3:2 (2:0) beim FC Schalke 04 II waren alle Augen natürlich auf Sturm-Neuzugang Gerrit Wegkamp gerichtet. Und der lieferte.

Sonntag, 10.01.2021, 17:28 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 15:05 Uhr
Gelungene Premiere: Gerrit Wegkamp traf nach 100 Sekunden.
Gelungene Premiere: Gerrit Wegkamp traf nach 100 Sekunden. Foto: Sebastian Sanders

Eine knappe Stunde in einem ersten Test reicht natürlich noch lange nicht, um sich ein finales Urteil zu erlauben. Trotzdem scheint nach dem 3:2 (2:0) von Preußen Münster beim FC Schalke 04 II die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Spiel des Regionalligisten künftig mit Gerrit Wegkamp ein anderes ist. Der Winter-Neuzugang feierte einen Einstand nach Maß. Sein Tor nach einer Ecke von Joshua Holtby, als gerade 100 Sekunden rum waren, passte ins Bild, war aber gar nicht ursächlich für diese Einschätzung. Der 27-Jährige bringt eine große Dynamik und reichlich Biss mit, redet viel, coacht die Kollegen und ist vor allem im Zentrum der klassische Zielspieler, der Bälle hält, ablegt, verlängert.

„Jeder konnte sehen, wie wichtig dieser Stürmer für uns ist“, sagte Trainer Sascha Hildmann. „Ja, es war nur eine erste Partie, aber die Ansätze waren sehr gut.“ Keine Minute war vorbei, da schloss der Angreifer erstmals gefährlich ab und scheiterte noch an Keeper Sören Ahlers. Nach einer Viertelstunde bediente er Joel Grodowski perfekt, auch wenn sein Kollege genau wie kurz darauf nach Okan Erdogans Steilpass (21.) die Megachance liegenließ.

An jeder Situation beteiligt

Wegkamp war fast an jeder Situation beteiligt, holte Ecken raus, setzte Nebenleute ein. „Ich habe eine Zeitlang wenig auf dem Platz gestanden, muss mir Rhythmus holen. Aber die Jungs haben es mir einfach gemacht“, sagte er. Seinen Treffer analysierte er so: „Wenn die Laufwege stimmen und der Ball gut reingeschlagen wird, können Standards eine Waffe sein. Gerade gegen tief stehende Gegner. Aber wir haben uns auch so viele Gelegenheiten erarbeitet.“ Das herrliche 2:0 von Niklas Heidemann, der nach einer Ecke den Abpraller direkt nahm und mit Effet und Dampf im langen Winkel versenkte (45.), war die sehenswerteste Sequenz.

Hildmann sah im 4-1-4-1 insgesamt einen „hochverdienten“ Erfolg gegen den Klassenrivalen, der vor drei Wochen noch ein 1:1 an der Hammer Straße geholt hatte. Allerdings war die Phase nach der Pause durchaus ein Makel. „Da wurden wir etwas nachlässig, waren nicht mehr so aggressiv. Das Passspiel wurde ungenau“, so der Coach. Bereits vor dem Massenwechsel mit neun Neuen nach 59 Minuten entglitt dem SCP das Zepter. Erst musste Torwart Max Schulze Niehues einen Elfmeter von Blendi Idrizi (Foul von Simon Scherder an Phil Halbauer) parieren. Dann rettete er mit Scherder und Julian Schauerte die Nachschüsse von Idrizi und Leonardo Weschenfelder Scienza (47.).

Null Vorwurf an die Eingewechselten

Sascha Hildmann

Justin Möbius, Holtby (52.), Wegkamp (54.) und Nicolai Remberg (58.) hätten erhöhen können, stattdessen gestatteten die Gäste erst Weschenfelder Scienza (57.) und dann Bastian Frölich (68.) durch Abspielfehler und große Passivität die Treffer zum Ausgleich. „Null Vorwurf an die Eingewechselten“, sagte Hildmann. „Sie kamen in ein bestehendes Gebilde, klar gibt es da Abstimmungsprobleme.“ Zumal die erste Garde ja ebenfalls dran beteiligt war. „Das dürfen wir nach der Halbzeit so nicht hergeben“, fand auch Wegkamp.

Den Sieg rettete aber Benedikt Zahn. An alter Wirkungsstätte jagte er den Ball aus der Distanz trocken zum 3:2 ins Netz (71.) und sendete zugleich ein Zeichen: „Ich bin auch noch da.“ In der Schlussphase gab es in beiden Strafräumen noch Möglichkeiten, doch an der erfolgreichen Generalprobe im neuen Parkstadion änderte sich nichts mehr. SCP:Schulze Niehues – Schauerte (59. Frenkert), Scherder (59. van Eijma), Hoffmeier (59. Borgmann), Heidemann (59. Touray) – Erdogan (59. Klann) – Grodowski (46. Atilgan), Remberg (59. Daube), Holtby (59. Mekonnen), Möbius (59. Zahn) – Wegkamp (59. Møller)

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