Fußball: Regionalliga West
Ein Lizenzantrag ist für Preußen ein Klacks – ein anderer ist fraglich

Münster -

Preußen Münster wird keine Probleme bei der Beantragung der Regionalliga-Lizenz für die kommende Spielzeit bekommen. Ob der Traditionsclub zur Sicherheit auch eine für die 3. Liga in Auftrag gibt, ist noch fraglich. Wirtschaftshilfen aus dem ersten Lockdown sind inzwischen eingetroffen.

Donnerstag, 14.01.2021, 22:09 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 11:38 Uhr
Frühjahrsaufgabe Lizenzantrag: Preußen-Geschäftsführer Bernd Niewöhner macht sich Gedanken.
Frühjahrsaufgabe Lizenzantrag: Preußen-Geschäftsführer Bernd Niewöhner macht sich Gedanken. Foto: imago-images

Vor einem Jahr wäre das eine gute Kunde für den SC Preußen Münster gewesen. Beim KFC Uerdingen dreht der russische Investor Mikhael Ponomarev gerade den Geldhahn zu. Der Dritt­ligist, der zum 21. Januar beim Deutschen Fußball-Bund eine Liquiditätslücke schließen muss, steht vor dem Aus. Seinen Rücktritt hat Ponomarev für den 20. Januar angekündigt, eher zufällig fällt das auf den Wechsel im Präsidentenamt in den USA von Donald Trump auf Joe Biden. Ponomarev treibt ein anderer ­Gedanke, einen Tag später muss die Liquiditätslücke geschlossen werden – Trump ist in den USA dann für nichts mehr offiziell verantwortlich, Ponomarev beim KFC auch nicht.

Was das mit dem SC Preußen zu tun hat? Vor einem Jahr war Münster noch Drittligist, der Rückzug eines Konkurrenten hätte die Chancen auf den Ligaerhalt zumindest erhöht. Nun aber, sollte KFC Uerdingen (früher Bayer) die Reißleine ziehen und mit Türkgücü München ein zweiter Drittligist den ­finanziellen Kollaps erleiden, hätte Münster davon in der Summe: nichts.

Besprechung in den Gremien

Dennoch muss man sich beim SCP in den nächsten Tagen und Wochen die Frage stellen, lohnt es sich, für die Lizenzvergabe der nächsten Drittliga-Saison 2021/22 den Hut in den Ring zu werfen.

„Das stimmt, dieser Frage müssen wir uns stellen in den Gremien“, sagt Geschäftsführer Bernd Niewöhner, bis Ende März bleibt praktisch Zeit für die Beantwortung. Es geht um die Frage, ob das für den SCP Sinn machte, was mit einem nicht unerheblichen Kostenaufwand und zusätzlicher Bürokratie verbunden wäre. Der SCP ist aktuell Fünfter in der Regionalliga West, der Rückstand auf den ungeschlagenen Spitzenreiter RW Essen beträgt 16 Punkte, auf den Verfolger Borussia Dortmund zehn Zähler. Nur der Erste steigt auf. Nach menschlichem Ermessen wird der SCP zum einen ­keine monströse Siegesserie einstreuen können, zum anderen werden die beiden Top-Teams nicht im großen Stil verlieren. Der Weg zurück in die 3. Liga ist für den Sommer praktisch versperrt und vernagelt.

Einfacher ist die Lizenzierung für die nächste Regionalliga-Saison – der SCP muss im Wesentlichen einen Antrag ausfüllen und eine Bürgschaft über 35 000 Euro nachweisen. Wirtschaftlich hat der Club die beantragten Hilfen aus dem Landes­programm bis zum 31. Dezember 2020 erhalten. Beihilfen und Subventionen tun gut, bis zu 800 000 Euro kann die Summe betragen. Bemessungsgrundlage war der Vergleichszeitraum 2019, was gut für den SCP als Ex-Drittligist ist, für Aufsteiger wie RW Ahlen aber nicht.

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