Fußball: Regionalliga West
Preußen auf dem Weg nach Bergisch Gladbach – und zu neuer Größe

Münster -

Der Tabellenvierte möchte Druck ausüben. In den kommenden Wochen geht es gegen Gegner aus dem unteren Drittel, angefangen am Samstag beim SV Bergisch Gladbach 09. Punktet Preußen Münster dort fleißig, darf das Auge vielleicht auch mal wieder kurz nach oben gerichtet werden – auch dank neuer Physis.

Freitag, 22.01.2021, 20:44 Uhr
Dennis Daube hat sein Comeback gegen Rödinghausen schadlos überstanden und bleibt im Team.
Dennis Daube hat sein Comeback gegen Rödinghausen schadlos überstanden und bleibt im Team. Foto: Jürgen Peperhowe

Bisher läuft 2021 im Rahmen der Möglichkeiten nach Wunsch für Preußen Münster. Dem gegentorfreien Sieg gegen den amtierenden Meister Rödinghausen folgte die Nachricht, dass der Club die Drittliga-Lizenz beantragt. „Ein sehr gutes Zeichen, auch aus der Verantwortung gegenüber allen heraus“, sagt Trainer Sascha Hildmann. „Im Fußball kann ja alles passieren.“ Zudem kann am Samstag beim SV Bergisch Gladbach (14 Uhr) wie geplant gespielt werden. Anfang der Woche sah es noch nach Absage aus, die ist inzwischen aber vom Tisch.

„Eine ganz schwere Nummer“, prognostiziert der Coach auch aufgrund der Bodenverhältnisse, die die Austragung fraglich gemacht hatten. „Ich erinnere mich an das 2:1 in Bonn auf einem schlechten Platz, das war auch ein zäher Schinken.“ Die Gastgeber erwartet er mit Serhat Koruk, der elf der 19 Tore erzielte, vor allem jedoch mit einer massierten Fünferkette. „Wir brauchen eine gute Einstellung und Geduld, müssen den Gegner gut bespielen und Bälle in den Strafraum bringen.“

Holtby und Schwadorf als Joker

Wechsel sind nicht vorgesehen, auch wenn Joshua Holtby wieder dabei ist. Er muss sich wie Jules Schwadorf aber noch an die 100 Prozent herantasten. „Wir stärken mit ihnen die Bank“, sagt Hildmann. Neben Alexander Langlitz (Rückkehr ins Training am Montag) und William Møller muss auch Justin Möbius (Schienbeinreizung) passen. Naod Mekonnen ist wieder gesund, aber noch nicht im Kader. Die Trainingseindrücke bestätigten Hildmann in seiner Betrachtungsweise: „Die Anspannung ist da, ich muss fast nie Kritik üben. Die Jungs pushen sich, sind immer engagiert.“

Festgelegt hat er sich auf Roshon van Eijma als Ersatz für den gesperrten Marcel Hoffmeier. „Ich bin sehr zufrieden, auch wenn Roshon im Sechzehner manchmal risikobehaftet zu Werke geht. Da muss er vorsichtig sein, aber er ist eben Zweikämpfer und Beißer. Und er ist bei Standards eine Option mehr, da sehe ich eine Qualitätssteigerung.“ Erfreut hat der Trainer zur Kenntnis genommen, dass Münster auch dank des Niederländers an Körperlänge zugelegt hat. „Wir gehören jetzt zu den größeren Mannschaften der Liga.“ Dazu tragen etwa Neuzugang Gerrit Wegkamp, aber auch Benedikt Zahn und Dennis Daube, sowie die schon in der Hinserie etablierten Simon Scherder, Nicolai Remberg, Joel Grodowski oder Okan Erdogan bei, der nach einem kleinen Tief im Herbst inzwischen ein Teil der Achse ist. „Meine Worte damals waren eindringlich, intensiv. Aber er hat sie sich angenommen“, sagt Hildmann. „Vielleicht braucht er diesen Kick, jetzt darf der Schlendrian nicht zurückkehren.“ Was im Grunde für die gesamten Preußen gilt.SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Scherder, van Eijma, Heidemann – Erdogan, Daube, Remberg – Zahn, Wegkamp, Grodowski

Jüngster Coach der Liga

Der Tabellen-17. SV Bergisch Gladbach steckt erwartungsgemäß im Abstiegskampf. Schon in der Vorsaison blieb der Club wohl nur dank des Abbruchs in der Regionalliga. Prominente Namen finden sich im Kader kaum, auch Coach Helge Hohl ist den wenigsten ein Begriff. Allerdings ist der A-Lizenz-Inhaber mit 29 der mit Abstand jüngste Coach dieser Spielklasse. Im Grunde spielen die 09er für ihre Verhältnisse auch eine passable Serie, auch wenn sie im Hinspiel in Münster (0:4) chancenlos waren. In der Vorwoche kam mit Angreifer Patrick Friesdorf (FC Hürth/Oberliga) noch ein Angreifer. Zu Hause ist Bergisch Gladbach mit erst zwei Siegen und neun Zählern die zweitschwächste Mannschaft der Liga. Kein Team traf zu Hause seltener (sieben Tore). Fehlen werden am Samstag mit Ajet Shabani, Jens Bauer und David Mamutovic drei Stammkräfte. Ein Plus des Teams ist die gute Fitness. Hohl will gegen die Preußen ein besseres Pressing und einen besseren und ruhigeren Umgang mit Überzahlsituationen sehen.

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Liveticker aus Bergisch Gladbach ab 13 Uhr:

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