Fußball: Regionalliga West
Grodowski-Tor bringt Preußen drei Punkte in Homberg

Homberg -

Auch im dritten Spiel der Rückserie holte Preußen Münster die volle Ausbeute. Wieder blieben die Adler ohne Gegentor. So weit, so gut. Beim akut gefährdeten VfB Homberg war aber auch eine Portion Glück im Spiel, trotz zweier eigener Aluminiumtreffer. Das 1:0 (0:0) war letztlich nicht unverdient.

Samstag, 06.02.2021, 15:52 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 17:24 Uhr
Fußball: Regionalliga West: Grodowski-Tor bringt Preußen drei Punkte in Homberg
Joel Grodowski (r.) erzielte in Homberg für den SCP das Tor des Tages. Foto: Jürgen Peperhowe

Vieles erinnerte an das Spiel beim SV Bergisch Gladbach 14 Tage zuvor. Galliger Gegner, schlechter Untergrund, mehr Krampf und Kampf als alles andere. Am Ende stimmte für Preußen Münster aber erneut das Ergebnis. Wieder gab es ein 1:0 (0:0) gegen einen Abstiegskandidaten.

Trainer Sascha Hildmann bescheinigte seiner Mannschaft zumindest einen großen Willen und, dass sie die Gegebenheiten nach einer Anlaufphase angenommen habe. „Im Grunde hätten wir es zum Schluss sogar früher entscheiden müssen. Schließlich kann am Ende immer noch ein Standard oder so durchrutschen. Aber der Einsatz war da, die Jungs kämpfen immer.“ Über die schwierigen Bedingungen wollte aber keiner klagen. Kapitän Julian Schauerte war sich sicher: „Wir werden noch öfter solche Plätze sehen in den nächsten Wochen.“

In der SCP-Aufstellung gab es zwei Änderungen. Jules Schwadorf ersetzte vorne links Benedikt Zahn, dazu spielte Marcel Hoffmeier nach seiner Sperre wieder im Abwehrzentrum für Simon Scherder, der seinerseits vor zwei Wochen in Bergisch Gladbach zum fünften Mal verwarnt worden war. Wieder im Kader stand Alexander Langlitz nach überstandener Verletzung.

Die ersten heißen Szenen gehörten den mutigen und bissigen Gastgebern, die über Pascale Talarski (5., 13.), Mike Koenders (7.) oder auch Eckbälle Gefahr heraufbeschworen. Die beste Chance hatte Neuzugang Cottrell Ezekwem mit einem Kopfball aus kurzer Distanz, der in den Armen von Keeper Max Schulze Niehues landete (13.). Auf wie erwartet extrem tiefem und holprigem Geläuf musste sich der Tabellenvierte erst mal zurechtfinden.

Viele Ungenauigkeiten im Abspiel, mangelnde Bewegung und permanent doppelnde Homberger erschwerten den Weg in den Strafraum. Gerrit Wegkamp arbeitete zwar viel, wartete aber vergeblich auf Pässe, über die Außen war auch meist kein Durchkommen. Weil sich die Innenverteidiger ein paar Fehler erlaubten, ging die erste halbe Stunde deutlich an die aggressiven Duisburger. Wenn es mal schnell lief Richtung VfB-Tor, kam regelmäßig der entscheidende Pass, ob letzter oder vorletzter, nicht an.

Schauerte trifft die Latte

Der erste richtig gelungene Angriff brachte dann aber fast die Führung für den SCP. Wegkamp leitete mit dem Rücken zum Tor ein, Dennis Daube nahm Jules Schwadorf mit, der kurz wartete und dann auf der linken Seite Niklas Heidemann einsetzte. Dessen Hereingabe kam perfekt für Julian Schauerte, doch der Abschluss tropfte von der Unterkante der Latte zurück ins Feld (43.). Pech! Immerhin die letzten Minuten der ersten Hälfte waren gut von den Münsteranern, die gerade im Zentrum mehr und mehr die Oberhand gewannen.

25. Spieltag, Saison 2020/21: VfB Homberg – SC Preußen Münster

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  • Preußens Roshon van Eijma entscheidet das Kopfballduell mit Hombergs Danny Rankl klar für sich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Sascha Hildmann hat Diskussionsbedarf mit Schiedsrichter Peter Bonczek.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gerrit Wegkamp setzt sich gegen Thorsten Kogel durch.

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  • Nicolai Remberg bekommt es mit Said Harouz und Ahmad Jafari zu tun.

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  • Trainer Sascha Hildmann erneut in der Diskussion mit Schiedsrichter Peter Bonczek.

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  • Jubel nach Spielschluss mit dem Torschützen Joel Grodowski.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos vom Spiel in Homberg.

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

So wenig Glück die Gäste in der letzten Szene vor der Pause hatten, so viel davon kam ihnen direkt nach dem Wechsel zugute. Ein Steilpass von Ahmad Jafari ging mitten durch das Abwehrzentrum, Danny Rankl war völlig frei vor Schulze Niehues, schoss aber über den Querbalken (47.). Besser machte es wenig später auf der Gegenseite Joel Grodowski. Nach einer zu langen Schwadorf-Ecke brachte Daube den Ball wieder in die Gefahrenzone, der zuletzt oft hadernde Stürmer nahm ihn am langen Pfosten an und nagelte ihn dann aus der Drehung in den Knick (52.). Das 1:0 – sehenswert und emotional für den ehrgeizigen Grodowski, der mehrmals die Hände vors Gesicht schlug.

Eine wackelige Angelegenheit

Wacklig blieb die Kiste dennoch, die Hausherren steckten nämlich nicht auf und hatten durch Pierre Nowitzki, der das Tor knapp verfehlte, die nächste gute Gelegenheit (59.). Mit Langlitz und Joshua Holtby – keine schlechten Einwechselspieler in der Regionalliga – für Grodowski und Daube kamen nun frische Kräfte. Doch für Langlitz wurde es direkt wieder schmerzhaft. Bei einem Kopfballduell bekam er Jafaris Arm ins Gesicht und krümmte sich am Boden – der wegen Meckerns schon verwarnte Homberger sah die Ampelkarte für die Aktion (67.).

Erleichterung nach dem Abpfiff

Die Überzahl kam den Preußen nicht ungelegen, denn sie sahen sich in der Phase zuvor Stück für Stück weiter in die eigene Hälfte gedrängt. Langlitz stand 180 Sekunden später erneut im Blickpunkt. Eine Schauerte-Flanke verlängerte er mit den Hinterkopf an den Innenpfosten (70.). Die Partie wurde in der letzten Viertelstunde immer hektischer, fast jeder Zweikampf zog Diskussionen nach sich. Souverän brachte der Favorit die Nummer nicht gerade über die Bühne. Langlitz und Wegkamp hätten mit der Doppelchance (81.) alles klar machen müssen, doch Keeper Philipp Gutkowski und Thorsten Kogel stellten sich in den Weg. So ergab sich noch mal die Mega-Chance für Rankl, der nach Flanke von Ricardo Antonaci aus einem Meter über den Kasten köpfte (83.). Auch Schauerte hatte noch den zweiten SCP-Treffer auf dem Fuß (88.), verzog aber. So musste bis zum Schluss gezittert werden. Wie in Bergisch Gladbach folgte dem Abpfiff die Erleichterung.

Auf Torschütze Grodowski traf das besonders zu. „Ich mache mir halt schon viel Druck und will am liebsten immer treffen. Das hat ja länger nicht geklappt. Insofern habe ich mich diesmal nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für mich selbst gefreut.“ Und irgendwie freuten sich auch alle für ihn.

VfB: Gutkowski – Antonaci, Ezekwem, Kogel, Koenders – Nowitzki, Jafari – Lorch, Harouz (83. Yesil), Talarski (74. Mohamad) - Rankl

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, van Eijma, Hoffmeier, Heidemann – Erdogan (83. Borgmann) – Daube (66. Holtby), Remberg – Grodowski (66. Langlitz), Wegkamp, Schwadorf (90. Zahn)

Schiedsrichter: Niklas Dardenne (Nettersheim)

Tore: 0:1 Grodowski (52.)

Gelb: Koenders, Antonaci, Ezekwem / Erdogan

Gelb-Rot: Jafari (67.)

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