Fußball: Regionalliga West
Preußen-Matchwinner Frenkert bleibt bescheiden

Münster -

Lukas Frenkert kam im Sommer zu den Profis, um zu lernen. Doch schon in der Hinrunde verzeichnete der Allrounder viele Kurzeinsätze. Am Samstag krönte er seine Entwicklung und traf nach 90 starken Minuten gegen den 1. FC Köln II in der Nachspielzeit zum Sieg.

Montag, 01.03.2021, 15:32 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 11:38 Uhr
Niklas Heidemann (r.) gratuliert den Torschützen Joel Grodowski und Lukas Frenkert (M.)
Niklas Heidemann (r.) gratuliert den Torschützen Joel Grodowski und Lukas Frenkert (M.) Foto: Jürgen Peperhowe

Sascha Hildmann durfte am Samstagvormittag aus den Vollen schöpfen – und suchte sich für das Spiel gegen die Kölner Reserve aus dem kompletten Angebot an Aktiven seine Best-of-Auswahl zusammen. Zumindest zehn der elf Spieler aus der Startformation zählen mithin zur Kategorie „freie Auswahl“ – ein gesunder Niklas Heidemann wäre vermutlich Nummer elf gewesen. Nun musste der Linksverteidiger aber bekanntermaßen passen – und Hildmann auf dieser Position improvisieren. Zum Glück für die Preußen, denn ausgerechnet „Notnagel“ Lukas Frenkert machte am Ende den Unterschied in dieser denkwürdigen Partie.

Allerdings war Hildmann schon im Vorfeld alles andere als in Sorge über den Außenposten seiner Viererkette. Das 20-jährige Eigengewächs – 2014 wechselte er von seinem Jugendverein Arminia Ochtrup in die C-Jugend der Adlerträger – war schon seit Saisonbeginn stets dicht dran an der Startelf, absolvierte seinen ersten Fulltime-Auftritt beim 1:0-Erfolg am 14. Spieltag gegen RW Ahlen und wurde weitere zehn Mal im zweiten Durchgang eingewechselt. Am Samstag machte Frenkert das Dutzend voll und bestätigte über die volle Distanz das Vertrauen seines Trainers. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, gab es uneingeschränktes Lob für Frenkert – und das vor allem bezogen auf seine Kernkompetenz in der Defensive. „Da zeigte er gute Tacklings, war präsent, hat sich gut bewegt. Das war ein ordentlicher Auftritt“, so Hildmann. All das dürfte das Standing des Studenten (Sport und Latein auf Lehramt) im Team sogar weiter verbessert haben als die Szene, die ihn zum Spieler des Tages machte.

Blutfleck am Kragen

Sekunden vor dem Abpfiff bugsierte er mit dem Bein die Ecke von Jules Schwadorf zum 3:2-Last-Second-Sieg über die Torlinie. „Das passiert einem als Abwehrspieler ja nicht so häufig“, gab er anschließend zu Protokoll und strahlte mit der Sonne um die Wette, die sich am späten Nachmittag doch noch über das Preußenstadion geschlichen hatte. Auf dem weißen Trikotkragen prangte ein Blutfleck. „Ich weiß auch nicht, wo der herkommt, von mir ist er nicht“, so Frenkert, der diesen Nachweis harter Defensivarbeit stolz präsentierte und abgesehen davon wirkte, als könnte er locker noch zwei Halbzeiten hintendranhängen. „Na ja, für zehn Minuten würde es noch reichen.“ Eine Erholungspause zumindest braucht er am Mittwoch nicht zwingend, wenn das Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen (18 Uhr) ansteht.

Chance genutzt

Der „Frenk“, wie sie ihn im Mannschaftskreis nennen, hat seine Chance genutzt – nicht nur als Torschütze, sondern vor allem als Abwehrspezialist. Als Rechtsfuß sieht Frenkert seine Planstelle dabei eigentlich als Backup für Kapitän Julian Schauerte auf der rechten Seite, kann aber – wie am Samstag unter Beweis gestellt – auch die linke Außenbahn wirkungsvoll bearbeiten. „So viel schlechter ist mein linker Fuß aber nicht, das geht schon“, fühlt sich der 20-Jährige auf beiden Seiten gut aufgehoben, hat zudem auch schon im Mittelfeld gespielt und ist seit Neuestem auch Teil der Torjägergilde.

Nach dem Spiel eilte Heidemann als erster Gratulant auf den Rasen. Für Hildmann wird die Auswahl damit künftig nicht leichter ...

856 Fragebögen zum Leitbild ausgefüllt

Die Resonanz wertete Benjamin Sicking, Leiter der Projektgruppe zur Erstellung eines Leitbildes beim SC Preußen Münster, als „klaren Auftrag“. Insgesamt 856 Fragebögen kamen retour, eben knapp 1000 Menschen war es wichtig, ihre Meinung zum möglichen Leitbild des SCP in der Zukunft kundzutun. Wenig überraschend war im Überblick der Auswertung, dass 98 Prozent der Befragten die Fußballabteilung für wichtig erachten, 92 Prozent bezeichnen sich selbst als Preußen-Fans. Gefragt wurde nach 35 Werten und Attributen, die mit dem Club verbunden sein sollten. Das Ranking führen Tradition (71 Prozent), Leidenschaft (68 Prozent) und Identität (60 Prozent) an. Wichtig schienen den Befragten aber auch Teamgeist, Authenzität, Menschlichkeit, Regionalität und Antirassismus zu sein. Gleich 26-mal wurde im Freifeld das Thema Fankultur genannt. Das Feedback wurde von Vereinsseite positiv bewertet, auch dass 247 Befragte persönlich an der Umsetzung eines Leitbildes mitwirken würden.

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