Bonner SC bearbeitet ruppig die Preußen und holt überraschend einen Punkt beim 1:1
Kuriose Ostereier liegen im Tor

Münster -

Zwei Ostereier, die sich der SC Preußen Münster nicht gewünscht hat. So bezeichnete Trainer Sascha Hildmann die beiden Treffer zum 1:1 im Heimspiel gegen das neue Schlusslicht der Regionalliga, den Bonner SC: Aber gemach, der SCP bleibt in diesem Jahr ungeschlagen.

Sonntag, 28.03.2021, 17:28 Uhr
Diesmal wenig Fußballkunst im Preußenstadion: Dennis Daube (oben links) gewinnt das Kopfballduell, während Simon Scherder seinen Fehler nach dem 0:1 erst einmal verdauen muss. Eine der wenigen wirklich guten Chancen nutzte Joel Grodowski (9) im Duell mit Bonns Tormann Jonas Hupe vor der Pause nicht.
Diesmal wenig Fußballkunst im Preußenstadion: Dennis Daube (oben links) gewinnt das Kopfballduell, während Simon Scherder seinen Fehler nach dem 0:1 erst einmal verdauen muss. Eine der wenigen wirklich guten Chancen nutzte Joel Grodowski (9) im Duell mit Bonns Tormann Jonas Hupe vor der Pause nicht. Foto: Jürgen Peperhowe

Der SC Preußen Münster hätte gewarnt sein müssen. Der SC Preußen war gewarnt, als der zu diesem Zeitpunkt noch Tabellenvorletzte, der Bonner SC, angereist war. Vor einigen Tagen unterlag RW Essen, der Rangzweite der Regionalliga, fast schon sensationell mit 1:2 gegen den Tabellenletzten RW Ahlen und steht fast schon vor den Scherben des aktuellen Aufstiegskampfes. Nun kam der SCP nicht über ein 1:1 (0:0) über den BSC hinaus, die Bedeutung der Punkteteilung ist eher überschaubar. Und Ironie des Schicksals: Bonn fiel trotz des überraschenden Remis auf den letzten Tabellenplatz zurück.

Keine Regionalliga-Zwerge

So richtig ganz Kleine gibt es in dieser Liga wohl nicht, einmal mehr wurde dem SC Preußen vielmehr gewahr, dass ihm nichts geschenkt wird, nichts leicht verbucht werden kann. Trainer Sascha Hildmann hatte das auch nicht erwartet, wurde aber dennoch von einem überraschend offensiv und zudem aggressiven Gegner überrascht. „Bonn hatte nichts zu verlieren. Wir hatten unsere zwei, drei guten Chancen. Und dann entscheiden zwei Ostereier dieses Spiel“, sagte er später, mit den vorösterliche Präsenten waren die beiden Tore gemeint.

Ein glückliches 1:1 für uns. Von den Chancen her müssen wir gewinnen, vom Spielverlauf nicht.

SCP-Angreifer Joel Grodowski

Das 0:1 nach 75 Minuten durch Daniel Somuah resultierte aus einem kapitalen Abwehrschnitzer von Simon Scherder. „Das war mein Fehler, das darf mir nicht passieren. Es war ein langer Ball, ekelig zu verteidigen. Aber ich sehe blöd aus“, fasste er zusammen, was rund um den langen Flankenball von Luis Felipe Monteiro geschah. Scherder verschätzte sich, rutschte aus und machte für den Torschützen den Weg frei, Keeper Max Schulze Niehues war machtlos.

Eigentor von Sarr

Keine zwei Minuten später glich der SCP kurios aus, weil der Flankenball von Marcel Hoffmeier, bekannt auch als „Langholz“ bei Fußballern, von Bonns starkem Verteidiger Marian Sarr per Kopf über den aus dem Tor stürmenden Jonas Hupe verlängert wurde.

Nun gut, die Preußen bleiben ungeschlagen in diesem Jahr. Und das dritte Remis nach den 1:1 in Lotte und Wiedenbrück ist keinesfalls der Beginn einer negativen Serie. Jedenfalls kann das keiner wirklich annehmen. Sowas passiert halt mal.

Das haben wir viel zu kompliziert gespielt und sind auf das Provokante der Bonner reingefallen.

SCP-Mittelfeldspieler Dennis Daube

Am Samstag gegen den Bonner SC hat der SCP vor der Pause alles auf dem Silbertablett liegen, um die Partie vorzeitig in siegreiche Bahnen zu lenken. Im Mittelpunkt dabei: Joel Grodowski. Mit zwei exklusiven Abschlüssen scheiterte am glänzenden Hupe. Dann bereitete er galant die Führung vor, doch Alexander Langlitz köpfte rätselhaft am Tor freistehend vorbei. Und dann forderte der SCP in zwei Situationen Elfmeter, beide Mal wurde Grodowski attackiert, der sagte: „Der eine Elfmeter ist eine 50:50-Angelegenheit, der andere ist glasklar einer. Aber wir dürfen das 1:1 nicht auf den Schiedsrichter schieben.“

Kein Schelte für Referee Marc Jäger

Es ehrte die Preußen, jeder verhielt sich wie sich Sportsmänner verhalten. Keine Vorwürfe an den Referee Marc Jäger. Dabei hatte der junge Mann aus Euskirchen gerade die Gäste an der langen Leine gelassen. Und die nutzten das mit provokanter Akribie aus, mit jeder Minute wurde es bissiger, giftiger, galliger. Als so mancher Zweikampf vorbei war, wurde noch weiter ausgeteilt. Jäger zückte spät seinen Verwarnungskarton, fast jeder Bonner hätte eine „Gelbe“ verdient gehabt. Sie nutzten den gebotenen Spielraum schamlos aus. Hildmann erklärte später: „Er hat zu spät durchgegriffen. Das war das erwartet harte Spiel, und es wurde immer härter.“

Bonner SC kauft Schneid ab

Auch das war die Realität in einer Partie, die gerade in der zweiten Hälfte spielerisch wenig bot. Bis auf die zwei Ostereier halt. Münster war am Ende beeindruckt von der Wucht der Gäste, der Schneid war abgekauft. So sieht grauer Regionalliga-Alltag aus. Das gehört zur Lernkurve bei den Preußen noch dazu.

Saisonfinale - noch zehn Partien

 

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