Fußball: Regionalliga West
Zwillingsduell erneut in der Warteschleife – die Hoffmeiers müssen sich gedulden

Münster -

Irgendwie soll es noch nicht sein. Vor Monaten musste Münsters Abwehrspieler Marcel Hoffmeier vor dem Bruderduell mit Kevin verletzungsbedingt passen. Jetzt wird das Spiel gegen den SV Lippstadt coronabedingt verschoben. Auf Mittwoch.

Freitag, 16.04.2021, 18:04 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 20:46 Uhr
Marcel Hoffmeier ist beim SCP in der Innenverteidigung eine Bank. Sein Bruder Kevin (Foto) spielt beim SV Lippstadt im Mittelfeld.
Marcel Hoffmeier ist beim SCP in der Innenverteidigung eine Bank. Sein Bruder Kevin (Foto) spielt beim SV Lippstadt im Mittelfeld. Foto: Jürgen Peperhowe

Einen blöderen Zeitpunkt für diesen Muskelfaserriss konnte es nicht geben. Marcel Hoffmeier hatte bis Mitte November in jedem Regionalliga-Spiel der Preußen in der Startelf gestanden. Das Aus ereilte die positive Überraschung in der Innenverteidigung ausgerechnet vor dem Duell mit Ex-Club SV Lippstadt – und vor allem Zwillingsbruder Kevin, der Stammspieler ist beim 18. der Tabelle.

„Diesmal steht dem nichts im Wege“, sagte der Münsteraner – einen Tag bevor Lippstadts André Schneider zunächst im Schnelltest und jetzt auch via PCR-Nachweis positiv auf das Coronavirus getestet wurde und das Zwillingsbrüder-Duell erneut abgesagt werden musste. Diesmal allerdings nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Der Hoffmeier-Gipfel steht also am Mittwoch bevor.

„Eigentlich wollten wir ja nie gegeneinander spielen, aber jetzt freuen wir uns doch.“ Gemeinsam leben sie unter einem Dach in Erwitte-Schmerlecke. Eine Verschnaufpause steht auch nicht zur Debatte, auch wenn Hoffmeier zuletzt an dem einen oder anderen Gegentor beteiligt war. „Ich spiele hinten ja immer risikoreich, aber das ist nur eine kleine Phase. Es ist klar, dass so was mal passiert.“ Trainer Sascha Hildmann bestärkt den 21-Jährigen, trotzdem mutig zu bleiben. „Und wenn es gar nicht anders geht, soll ich den Ball dann eben doch lang auf Gerrit Wegkamp schlagen“, lacht er.

Seine Aufgabe im Abwehrzentrum liegt zu einem großen Teil im gepflegten Aufbau. Präzise Diagonalbälle, dynamisches Andribbeln, kluge Quer- und Steilpässe ins Zentrum – auf diese Weise hat sich der frühere Mittelfeldspieler neben Simon Scherder unentbehrlich gemacht. Sein Vertrag läuft noch bis 2022, Sportchef Peter Niemeyer würde ihn gern frühzeitig verlängern. „Warum nicht in Münster bleiben?“, sagt Hoffmeier. „Andere Anfragen hält mein Berater derzeit von mir fern.“

Groß wäre die Freude, wenn Bruder Kevin auch irgendwann für den SCP auflaufen würde. „Ich habe das vor dem Hinspiel einfach mal so dahingesagt. Aber beide Seiten wollten auf jeden Fall mal miteinander sprechen“, sagt Marcel, dessen Mitspieler im vergangenen Herbst nach dem direkten Duell verblüfft waren, dass beide Hoffmeiers quasi identische Bewegungsabläufe besitzen. Die Positionen im Mittelfeldzentrum sind zwar prominent und gut besetzt. „Aber er kann auch sowohl Links- als auch Rechtsverteidiger spielen“, schreibt der Zwilling in die Bewerbungsmappe. Weil Kevin im Moment auf der Achterposition zum Zuge kommt, werden sich die direkten Begegnungen auf dem Feld am Samstag in Grenzen halten.

Eine ähnlich deutliche Angelegenheit wie vor fünf Monaten (4:0) hält der Preuße nicht für ausgeschlossen. „Lippstadt versucht immer mitzuspielen und sucht nach fußballerischen Lösungen. Das macht es uns sicher leichter als gegen andere Mannschaften von unten.“

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