Fußball: Regionalliga West
Sascha Hildmanns Serie auf dem Prüfstand

Münster -

Sascha Hildmann ist ganz entspannt, lässt sich auch durch das verschobene Heimspiel gegen den SV Lippstadt nicht aus der Ruhe bringen. Der Auftrag bleibt in den restlichen Spielen der gleiche: Münster will die beste Rückrundenmannschaft werden.

Freitag, 16.04.2021, 18:28 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 20:46 Uhr
Münsters Bester seit Wochen: Dennis Daube (Mitte)
Münsters Bester seit Wochen: Dennis Daube (Mitte) Foto: Jürgen Peperhowe

Sascha Hildmann wirkte nicht so, als ob ihn das Hin und Her um die Austragung des Heimspiels gegen den SV Lippstadt groß aus der Bahn werfen würde. Der ursprüngliche Termin am Samstag (14 Uhr) stand auf der Kippe, weil Abwehrspieler André Schneider am Dienstag nach dem Training per Schnelltest positiv auf Corona getestet wurde. Einen Tag später brachte der PCR-Test Gewissheit, von da an waren neben dem Gesundheitsamt Soest sieben weitere Behörden mit der Bewertung beschäftigt.

Erst am Freitag am frühen Abend erfolgte dann die Neuansetzung der Partie. Am kommenden Mittwoch um 18.30 Uhr wird der SCP die Gäste aus Lippstadt erwarten. Zu diesem Zeitpunkt am Freitag war ein Spieler positiv getestet, fünf weitere Akteure aus dem Regionalliga-Aufgebot wurden vom Gesundheitsamt in Soest in Quarantäne beordert. Hätte Lippstadt am Samstag in Münster spielen müssen, wäre wohl eine Juniorenauswahl aufgelaufen. Der SCP hatte nichts gegen eine Verlegung, der Staffelleiter machte dementsprechend Nägel mit Köpfen. Also Mittwoch dann in Münster ...

Trainer Sascha Hildmann jedenfalls hatte seine Mannschaft so in der Trainingswoche begleitet, als würde es am Samstag gegen Lippstadt gehen. Was blieb ihm auch anderes übrig? Dabei stand schon früh fest, dass Sturm-Talent Deniz Bindemann ausfallen würde. Muskuläre Probleme der unbestimmten Art machten den Einsatz des 18-Jährigen für Samstag hinfällig. Dabei hätte er bei normalem Verlauf mit dem Pfund gewuchert, zum einen gut in Form zu sein, und zum anderen mit zwei Treffern aus fünf Partien durchaus Ansprüche auf die Startelf zu haben. Aktuell ist die Trefferquote von Bindemann bemerkenswert, alle 75 Minuten trifft der A-Junior in der Regionalliga. Sein Einstand in der ersten Mannschaft der Preußen ist prächtig verlaufen. „Chance auf die Startelf für Deniz? Auf jeden Fall“, erklärte Hildmann und unterstrich mit dieser Aussage, dass er es wirklich ernst meint mit den Akteuren aus dem eigenen Stall.

Und sonst so beim SCP? „Gott sei Dank sind alle fit, keiner ist gesperrt“, kann Hildmann wieder aus dem Vollen schöpfen. Auch Angreifer Benedikt Zahn hat nach einer langwierigeren Verletzung nach einem Handbruch Chancen zumindest auf einen Platz im Spieltags-Aufgebot wieder gehabt. Zudem meldete sich Kapitän Julian Schauerte zurück und Angreifer Gerrit Wegkamp hatte Trainingsrückstände aufgeholt.

Heile Welt beim SCP, der sich in der Schlussphase der Geister-Saison in der Regionalliga selbst hart rannimmt. Denn Hildmann erklärte: „Alle haben Lust auf die Spiele. Wir wollen immer die beste Elf auf dem Platz, die Spiele gewinnen und keine Rücksicht nehmen.“

Rücksicht nehmen zum Beispiel auf Spieler, die in dieser Saison noch nicht so viele Spielanteile oder es gar nicht mehr in das 18er-Spieltags-Aufgebot geschafft hatten. Hildmann sagt, dass er diese Leistungsschau der Reservisten praktisch nicht mehr benötige. Die Spieler hätten genug Zeit gehabt, sich in den Vordergrund zu drängen und auf den Platz zu kommen. Der Hinrundenfünfte aus Münster ist vielmehr darauf erpicht zu zeigen, wie sich das Team entwickelt hat. Vermutlich mit Borussia Dortmund II, dem designierten Meister und Aufsteiger zur 3. Liga, geht es um den „Scheintitel“, wer denn nun der Beste in der Rückrunde ist. Immerhin.

Hildmann ist durchaus stolz auf 15 Punktpartien in Serie ohne Niederlage. Bis zur vereinsinternen Bestmarke ist es aber noch ein weiter Weg. Den Vereinsrekord dürfte Helmut Horsch mit saisonübergreifend 28 Partien ohne Niederlage haben, als der SCP 1987/88 Meister wurde und im Anschluss die ersten beiden Partien der Saison 1988/89 – ebenfalls in der Oberliga – gewann.

Dass die Partie gegen Lippstadt nun ein Leichtes wie im Hinspiel beim 4:0-Erfolg werden könnte, davon ist der SCP-Coach nicht überzeugt: „Lippstadt kämpft um den Klassenerhalt. Wir wollen den Gegner nicht ins Rollen kommen lassen. Mit Sicherheit ist die Begegnung ein richtiger Auftrag für uns.“

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