Fußball: 3. Liga
Rostock statt Preußen – Löhmannsröben träumt vom Aufstieg

Münster -

Gern hätten die Preußen Jan Löhmannsröben auch für die Regionalliga gehalten. Doch der Defensivspezialist, der nur ein halbes Jahr in Münster spielte, entschied sich für Hansa Rostock. Dort ist er Stammkraft und darf von der 2. Liga träumen. Mit ihm tun das noch zwei weitere frühere SCP-Akteure.

Dienstag, 27.04.2021, 12:16 Uhr aktualisiert: 27.04.2021, 14:56 Uhr
Wäre fast ein Preuße geblieben: Jan Löhmannsröben
Wäre fast ein Preuße geblieben: Jan Löhmannsröben Foto: Jürgen Peperhowe

Ganz so viele Gewinner gab es beim SC Preußen in der Saison 2019/20 nicht. Der Club von der Hammer Straße stieg aus der 3. Liga in die Regionalliga ab. Generalüberholt werden musste das Team, möglichst mit einer guten Perspektive versehen sein. Gesucht waren vor allem: Anführer. Leader-Typen. Schlüsselspieler.

Jan Löhmannsröben hatte in der Drittliga-Rückserie als Winterzugang von Wacker Nordhausen genau das erfüllt. Wortführer, Leithammel, Führungsspieler halt – trotz des Abstiegs. Und Peter Niemeyer, der im Spätsommer 2020 als Sportchef die Zügel in die Hand nahm beim SCP, wollte den damals 29-Jährigen unbedingt halten. „Wir waren knapp davor, ihn zu bekommen.“ Die Gespräche über einen Verbleib waren weit vorangeschritten, ehe sich Hansa Rostock für „Löh“ stark machte – und gewann. Niemeyer: „Als Profi auf dem Feld habe ich ähnlich getickt wir er. Einen solchen Typ habe ich immer gern gesehen auf dem Platz.“

Erfolgsgeschichte für die Kogge

Löhmannsröben an der Ostsee ist nun eine Erfolgsgeschichte für Hansa. Denn der ehemalige Erstligist, der 1990/91 das letzte Double aus Oberliga-Meisterschaft und Pokal in der DDR gewann, steht dicht vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Bis hierhin hat Löhmannsröben alles richtig gemacht, auch wenn es die Verantwortlichen bei den Preußen schmerzt. „Ich freue mich total für ihn“, erklärt Trainer Sascha Hildmann. Ja, man sei weit gewesen bei den Vertragsgesprächen, nur dann sei Hansa gekommen.

In Rostock war der Defensiv-Allrounder gleich Stammspieler, mal als Sechser vor der Abwehr, mal als Innenverteidiger in einer Dreierkette. Nach 32 Einsätzen (ein Tor) für Hansa grüßt das Team von Rang eins. Und so wie er mit dem SCP in der sportlichen Krise der Vorsaison die knappen Spiele meist verlor, gewinnt Löhmannsröben nun mit Hansa die engen Partien wie vor zehn Tagen mit 3:2 in Meppen. Erfolg macht selbstbewusst und sexy. Lucky Löhmannsröben ist angesagt.

„Wenn wir das Ding jetzt nicht ziehen, sind wir selber doof“, erklärte er unlängst unmissverständlich. Vier Spieltage stehen noch aus, ein fettes Polster hat Hansa nicht vor Ingolstadt oder 1860 München. Zudem lauert Dresden auf Rang vier mit zwei Nachholspielen in der Hinterhand. Der Rest ist raus aus dem Aufstiegsrennen. Das alles sei, sagt er, „ein Träumchen“.

Litka verletzt

Weniger Glück in Rostock hat seine früherer Münsteraner Teamkollege Maurice Litka. Nach 16 Einsätzen mit sechs Scorerpunkten zog sich der dribbelstarke Offensivmann einen Kreuzbandriss zu. Seit Mitte Dezember pausiert der gebürtige Hamburger deshalb.

Mit Julian Riedel spielt ein dritter Ex-Preuße für die Hansa-Kogge. Mittlerweile ist er 29 Jahre alt. Während er in Münster von 2013 bis 2015 in 37 Drittliga-Partien auf einer Art Schnupperkurs war, ist er in Rostock zur festen Größe gereift. Nach 124 Einsätzen in der 3. Liga winkt natürlich auch ihm der Sprung in das Bundesliga-Unterhaus. Riedel der Innenverteidiger, Löhmannsröben die Allzweckwaffe – und Litka könnte in der neuen Saison wieder angreifen, das kann er am besten. Die früheren Preußen helfen Rostock – zumindest ein bisschen – in die Erfolgsspur.

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