Basketball
Bayern-Basketballer außer Form

Niederlagen gegen Göttingen und Trier? Das passt so gar nicht zum Selbstverständnis von Bayern München. Doch der deutsche Meister tut sich in der Basketball-Bundesliga gerade auch gegen kleine Gegner schwer. Trainer Svetislav Pesic ist nun gefordert.

Montag, 08.12.2014, 13:55 Uhr aktualisiert: 08.12.2014, 13:58 Uhr

München (dpa) - Die Worte von Henrik Rödl waren nett gemeint. «Ich glaube, dass die Bayern, wenn ihre Spieler mal länger gesund sind, ihre Ziele erreichen werden», sagte der Trierer Trainer nach dem sensationellen 79:74 seiner Mannschaft gegen den deutschen Basketball-Meister.

Doch die Zweifel am Starensemble von der Isar werden nach der bereits dritten Bundesliga-Niederlage in dieser Saison und dem frühzeitigen Aus in der Euroleague größer. Sechs Punkte liegen die Münchner bereits hinter dem weiter ungeschlagenen Spitzenreiter ALBA Berlin , das ist nach zwölf Spieltagen schon ein gewaltiger Rückstand. Platz eins nach der Hauptrunde, mit Blick auf den Heimvorteil in den Playoffs von großer Bedeutung, könnte frühzeitig außer Reichweite geraten, wenn die Bayern nicht langsam die Kurve bekommen.

Sicherlich, die Münchner haben in dieser Saison mit gewaltigem Verletzungspech zu kämpfen. Auch in Trier fehlten Trainer Svetislav Pesic in Kapitän Bryce Taylor und dem serbischen Point Guard Vasilije Micic wieder zwei wichtige Leute. Zudem sind Anton Gavel und Nachwuchshoffnung Paul Zipser gerade erst von ihren Blessuren genesen und der neue Star-Aufbauspieler Bo McCalebb noch nicht integriert.

Doch als alleinige Erklärungen für den holprigen Saisonverlauf des Topfavoriten können diese Faktoren nicht gelten. Schließlich verfügt der deutsche Meister nach wie vor über einen exquisit besetzten Kader, in dem einige Spieler derzeit aber stagnieren. Es war fast schon symptomatisch, dass Robin Benzing die Partie in Trier mit einem Airball, einem missglückten Wurfversuch ohne Ring- und Brettberührung, beendete. Der Nationalspieler brachte es insgesamt auf mickrige zwei Punkte. Seine DBB-Kollegen Yassin Idbihi und Lucca Staiger kamen erst gar nicht zum Einsatz, der bullige serbische Center Vladimir Stimac kann die Erwartungen bislang nur selten erfüllen.

Pesic ist nun mehr denn je gefordert, das erfolgsverwöhnte Projekt in der bayerischen Landeshauptstadt durchlebt seine erste Talsohle unter dem Erfolgstrainer. «Wir müssen weiter an unserem Spiel arbeiten», sagte Pesic nach der Partie kleinlaut, «und uns mit zusätzlichem Training verbessern». Das klingt nach schweißtreibenden Tagen für die Bayern-Profis, denen in der Liga die nach Minus-Zählern punktgleichen EWE Baskets Oldenburg und Brose Baskets Bamberg im Nacken sitzen.

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