Basketball
«Bizarr»: Euro-Rekord für Parker

Im Punkteduell mit Dirk Nowitzki legt Tony Parker vor und sichert sich den Allzeit-Rekord. Frankreichs Basketball-Superstar will sein Team zum zweiten Titel in Serie führen - und bekommt prominentes Lob.

Dienstag, 08.09.2015, 20:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2015, 20:04 Uhr
Tony Parker ist der Superstar der Franzosen.
Tony Parker ist der Superstar der Franzosen. Foto: Sebastien Nogier

Montpellier (dpa) - Den Jubel für seinen historischen Wurf registrierte Tony Parker gewohnt stoisch mit unbewegter Miene. Als Frankreichs Superstar den Allzeit-Punkterekord bei Basketball- Europameisterschaften gebrochen hatte, erhoben sich seine Teamkollegen und Fans in der Arena von Montpellier.

Mit nun insgesamt 1046 Zählern überflügelte Parker beim 69:66 über Polen die griechische Legende Nikos Galis (1030) und legte im Fernduell mit Dirk Nowitzki vor. Der Würzburger liegt mit 1028 Punkten auf Rang drei der Wertung.

«Als ich meine Karriere startete, habe ich nie im Leben daran gedacht, dass es soweit kommt», sagte Parker. «Es war alles wie ein Traum. Wenn du davon sprichst, der führende Scorer der Geschichte zu sein, eine EuroBasket zu gewinnen ... es ist eine Ehre, in der Debatte um den besten europäischen Spieler der Geschichte genannt zu werden.»

Im Vergleich zu Galis benötigte der 33 Jahre alte Aufbauspieler fast doppelt so viele Spiele um auf diese Punktezahl zu kommen. «Ich freue mich, dass mein Rekord 24 Jahre gehalten hat und das großartige Spieler wie Tony oder Dirk ihn brechen», gratulierte Galis in der « L'Équipe ». 1987 führte der heute 58-Jährige Griechenland zum EM-Triumph.

Bei der EM mit der Heim-Endrunde in Lille gibt es für Parker nur eine Mission: Den Titel von 2013 erfolgreich zu verteidigen. Bislang holpert es beim großen Turnierfavoriten noch ein wenig. Doch sowohl beim Verlängerungskrimi gegen Finnland zum Auftakt als auch im Duell der bislang ungeschlagenen Teams mit Polen behielt Frankreich die Nerven und schaffte mit drei Siegen als erste Mannschaft den Sprung ins Achtelfinale.

Dabei glänzt Parker immer noch als bester Werfer und Regisseur. «Tony ist alles für dieses Team», schwärmte sein langjähriger Mannschaftskamerad Mickael Gelabale. «Jahr auf Jahr haben wir ihn wachsen sehen. Er ist jetzt Vater, er ist erwachsener geworden. Er ist hier, um etwas zu erreichen. Er wäre sicher lieber bei seinem Sohn, aber das ist hier ist etwas wirklich besonderes.»

Und auch die europäische Scorer-Krone und individuelle Ehren ließen Parker nach der Partie dann doch nicht kalt. «Es ist bizarr, dass jemand aus Frankreich nahe der Nummer eins ist», sagte der viermalige NBA-Champion zur Diskussion um den besten Spieler der Geschichte aus Europa. «Du hast all die Namen, Jungs wie Toni Kukoc oder Drazen Petrovic, die herausragend waren.»

Auch für NBA-Superstar Kevin Durant, der derzeit auf EM-Besuch in Europa weilt, ist Parker «eine Legende»: «Er ist ein Champion, ein erfahrener Spieler, schnell und intelligent. Ich respektiere ihn sehr, auch wenn ich es hasse, gegen ihn zu spielen.» In dieser Woche wird Durant auch noch in Berlin erwartet - und kann sich dann vor Ort von der möglichen Rekord-Aufholjagd Nowitzkis überzeugen.

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