Basketball
Rückschläge für Ulm und Bayern - Berlin weiter souverän

In der Basketball-Bundesliga spitzen sich die ersten Krisen zu. Sowohl in Ulm als auch beim Mitteldeutschen BC herrscht Alarmstimmung. MBC-Coach Poropat stellte sogar seine Zukunft infrage. FCB kassiert die zweite Pleite. Berlin weiter souverän.

Sonntag, 08.11.2015, 19:38 Uhr aktualisiert: 08.11.2015, 19:42 Uhr
Berlin bezwang Bonn klar mit 77:57.
Berlin bezwang Bonn klar mit 77:57. Foto: Monika Skolimowska

Neu-Ulm (dpa) - Nach der sechsten Saisonniederlage im Derby gegen die MHP Riesen Ludwigsburg redete Ulms Nationalspieler Per Günther Klartext.

«In der Situation, in der wir uns gerade befinden, ist es scheißegal, ob der Gegner aus Ludwigsburg , Tübingen oder Kalifornien mit den Los Angeles Lakers kommt», sagte der Point Guard nach dem bitteren 69:71 (33:33) gegen den Lokalrivalen am Samstagabend bei telekombasketball.de. «Wir brauchen Siege. Wir wollen in die Playoffs», sagte Günther mit Blick auf die sportliche Talfahrt des Vorjahres-Halbfinalisten, der mit einer Bilanz von zwei Siegen und sechs Niederlagen den Erwartungen bislang meilenweit hinterherhinkt.

Vor der Saison galten die Ulmer für viele Experten als Geheimfavorit. Doch irgendwie passt es bislang noch nicht richtig zusammen. Das Team spielt viel zu schwankend, um mit den Top-Mannschaften der Liga mithalten zu können. Statt nach oben müssen die Schwaben erst einmal nach unten gucken. Das einzig Positive sei, dass es nur besser werden könne, sagte Günther nach der Niederlage in letzter Sekunde gegen Ludwigsburg. «Das Gute ist, wir spielen keinen guten Basketball . Wenn wir so spielen würden, wie wir uns das vorstellen und Spiele verlieren, dann hätten wir ein Problem», sagte der Aufbauspieler.

Weit und breit keine Probleme gibt es derzeit in Ludwigsburg. Das Team festigte mit dem Erfolg im 50. Schwaben-Derby seinen Platz in der Spitzengruppe. Sechs Siege und nur eine Niederlage lautet die stolze Bilanz des Teams von Trainer John Patrick. Der Coach wurde am Samstag aus der Halle verbannt, weil er zu heftig reklamiert hatte. Seine Mannschaft zog daraus aber sogar zusätzliche Energie. «Die Mannschaft ist dadurch noch enger zusammengerückt», lobte Co-Trainer Martin Schiller, der für Patrick die Verantwortung übernahm. Mit der Schlusssekunde sorgte Tekele Cotton für den knappen Sieg der Gäste.

Immer prekärer wird die Lage beim Mitteldeutschen BC. Der MBC verlor am Samstag mit 87:93 gegen die EWE Baskets Oldenburg und wartet nach sechs Spielen weiter auf den ersten Sieg. Völlig gefrustet stellte danach sogar Trainer Silvano Poropat seine Zukunft infrage. «Wenn es am Ende nicht reicht, muss ich mit mir ins Gericht gehen und die Verantwortung dafür übernehmen. Das werde ich auch tun», sagte Poropat. «Ich denke, die Mannschaft hat einen besseren Coach verdient als Silvano Poropat es heute war», meinte er weiter Dabei hat Poropat in Weißenfels noch einen Vertrag bis 2020.

An der Tabellenspitze zieht ALBA weiter einsam seine Kreise. Die Berliner gewannen das Spitzenspiel bei den Telekom Baskets Bonn überraschend deutlich mit 77:57 und sind damit auch nach dem siebten Spieltag ungeschlagen.

Will Cherry mit 18 und Dragan Milosavljevic mit 15 Punkten waren die besten Werfer beim achtmaligen deutschen Meister, bei den chancenlosen Gastgebern ragte Aaron White mit 14 Zählern heraus.

Die Berliner spielten von Beginn an hochkonzentriert und setze sich im ersten Viertel auf 24:15 ab. Im Anschluss versäumten sie es vor 6000 Zuschauern, sich weiter abzusetzen und ließen die Bonner zur Halbzeit auf drei Zähler herankommen.

Nach der Pause verteidigten die Albatrosse noch aggressiver und erspielten sich mit einem 12-Punkte-Lauf einen komfortablen 49:34-Vorsprung. In der Folge lief im Berliner Angriff nur noch wenig zusammen, doch reichten einige starke Einzelaktionen von Cherry, um die Gastgeber auf Distanz zu halten.

Die zweite Saisonniederlage gab es dagegen für Bayern München. Drei Tage nach dem Euroleague-Krimi bei Real Madrid musste sich der Vorjahresfinalist bei den Fraport Skyliners Frankfurt mit 69:74 geschlagen geben. Überragender Akteur bei den Skyliners war Jordan Theodore mit 22 Punkten. Bei den Bayern erzielte John Bryant auf 17 Zähler. «Wir müssen unsere Fehler schleunigst abstellen», sagte Bayerns Nihad Djedovic nach der Partie. Zu einem Pflichtsieg kamen dagegen die Brose Baskets Bamberg. Der Titelverteidiger gewann bei den Walter Tigers Tübingen mit 98:88.

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