Bayern-Manager
Pesic zum BBL-Turnier: «Ganz großer Sieg für den Basketball»

München (dpa) - Für Bayern Münchens Geschäftsführer Marko Pesic ist das am Samstag beginnende Finalturnier eine «Riesensache» und «ein ganz großer Sieg für den Basketball». Das sagte der 43-Jährige dem «Münchner Merkur» und der «tz». Dieser Erfolg sei «schwer erkämpft».

Freitag, 05.06.2020, 04:37 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 05:01 Uhr
Geschäftsführer der Basketballabteilung des FC Bayern München: Marko Pesic.
Geschäftsführer der Basketballabteilung des FC Bayern München: Marko Pesic. Foto: Tobias Hase

Er habe vor Kurzem ein Interview mit dem argentinischenEx-Fußballer Jorge Valdano gelesen, berichtete Pesic. «Er sagte, die Deutschen haben es geschafft, in der Krise nicht reflexartige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Und so hat sich das auch in der BBL eingependelt», betonte der Manager. «In einer guten Zusammenarbeit.»

Das zunächst angekündigte Verbot von Protestaktionen von Basketballern beim Final 10 nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA hatte zuletzt für Diskussionen gesorgt. Pesic hat dazu eine klare Position: «Ganz ehrlich, ich bin ein großer Freund der freien Meinungsäußerung. Ich finde es sogar gut, wenn ein Spieler seine Meinung sagt», betonte er. Ob er das Thema mit seiner Mannschaft diskutieren wird, wisse er noch nicht. «Aber eigentlich muss man das gar nicht. Bei unseren Spielern habe ich da überhaupt keine Bedenken», erklärte der frühere Auswahlspieler.

Sein Verein stehe «mit seiner Marke für so viel soziales Engagement», ob es die Arbeit mit Behinderten sei oder die Aktion Rot gegen Rassismus. «Auch vor diesem Hintergrund finde ich es gut, wenn ein Spieler etwas sagt. Noch wichtiger ist es allerdings, dass sich die Spieler im Klaren sind, dass sie eine Vorbildfunktion haben und das auch im täglichen Leben vorleben», betonte der Bayern-Manager.

Für Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer ist das Basketball-Finalturnier eine «einmalige Chance» und zugleich ein Mutmacher für andere Sportarten. «Dieses Finalturnier bringt uns wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zurück», sagte Hainer in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Focus». Bis auf Fußball «gibt es ja derzeit keinen anderen Sport. Alle anderen Sportarten und auch die NBA schauen jetzt auf uns.»

Allerdings befürchtet der 65-Jährige, dass sich die Fans während der Corona-Krise wegen der Geisterspiele dauerhaft vom Sport abwenden könnten - zumindest bei länger wirksamen Beschränkungen. «Wenn das ein Jahr lang so sein würde, dann mit Sicherheit», meinte der Präsident des FC Bayern München.

Einen positiven Effekt der Krise sieht Hainer dagegen in der Abkühlung des überhitzten Fußball-Transfermarkts. «Von einer Rückbesinnung auf das Gute, Althergebrachte zu reden, wäre ü̈berhöht. Dass die Transfersummen runter gehen werden, weil nicht mehr so viel Geld im Umlauf ist, ist logisch und gut, weil es da schon eine Überhitzung gab», meinte der ehemalige Adidas-Chef. «Aber so weit sind wir noch nicht, dass man sich auf die alten Werte wieder rückbesinnt – wenn die denn wirklich besser waren.»

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