Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets gegen RheinStars Köln konsequent, intensiv und erfolgreich

Münster -

Zu Hause ist den WWU Baskets Münster nicht beizukommen, da können sich die Gäste derzeit auf den Kopf stellen. Auch gegen die hoch gehandelten RheinStars Köln waren die Hausherren ganz klar Chef im und unter dem Ring, wie das Ergebnis von 93:71 belegt.

Sonntag, 20.12.2020, 14:28 Uhr aktualisiert: 20.12.2020, 14:46 Uhr
Der starke Marck Coffin, den hier Kölns Thomas Michel nicht stoppen kann und den der ehemalige Münsteraner Marco Porcher beobachtet, war mit 17 Punkten Topscorer. Dazu gab er fünf Assists.
Der starke Marck Coffin, den hier Kölns Thomas Michel nicht stoppen kann und den der ehemalige Münsteraner Marco Porcher beobachtet, war mit 17 Punkten Topscorer. Dazu gab er fünf Assists. Foto: Jürgen Peperhowe

Niemand feiert sie, keiner wünscht Autogramme, in Windeseile sind alle verschwunden nach Spielschluss. Aus sich selbst heraus entwickeln die WWU Baskets Münster geradezu trotzig einen bemerkenswerten Spirit und eilen vor leeren Rängen in Berg Fidel von einem Sieg zum nächsten. In der 2. Bundesliga Pro B kippten sie mit den RheinStars Köln den nächsten Großen aus der Spur und buchten mit dem klaren 93:71 (51:34) den fünften Sieg im fünften Heimspiel aufs Konto.

Am Tag vor Heiligabend soll im schleswig-holsteinischen Wedel der Jahresabschluss gelingen und die gute Ausgangsposition für 2021 manifestiert werden. Ein kleines Geschenk liegt parat, Trainer Philipp Kappenstein hat’s eingepackt: Holen die Baskets den fünften Erfolg nacheinander, dürfen sie es auspacken – aber auch nur dann – und einen Tag länger Ferien machen. Der Coach ist da zuversichtlich: „Wir haben gegen Köln wieder 40 Minuten durchgezogen, gut durchgewechselt und eine richtig schöne Mentalität gezeigt“, sagte Kappenstein, der auch die engeren Spielphasen nicht als bedrohlich empfand. „Wir sind in jedes Viertel richtig wach gestartet.“ Kölns Manager Stephan Baeck anerkannte die Unterschiede hinterher: „Kompliment und Respekt an die Münsteraner, sie haben von Anfang bis Ende mit hoher Intensität gespielt.“

Drei Fragen an Stefan Weß

Defensiv herausragend und zweistellig erfolgreich war Stefan Weß (26), einer der gebürtigen Münsteraner im Baskets-Dress.

Was war das entscheidende Plus?
Weß: Es lief von Anfang an im Rebounding – wie gewünscht, hier liegt eine unserer Stärken. Ich selbst hatte schnell ein gutes Gefühl in der Verteidigung. Wir haben als Team überzeugt – und das ist ja auch immer gewollt.
Wie stark vermissen Sie die Fans?
Weß: Wenn man die ganze Woche hart trainiert und dann so spielt wie diesmal, wünscht man sich immer eine Resonanz, wie wir sie kennen und schätzen. Diese Art der Belohnung bleibt jetzt aus. Das ist schon bitter. Es ist halt ein schwieriges Jahr, aber es ist auch ein Privileg, dass wir unseren Sport weiterhin ausüben dürfen.
Wie schaffen es die Baskets trotzdem zu dieser Heimstärke?
Weß: Wir fühlen uns wohl hier in der Halle Berg Fidel, dieses Gefühl schiebt uns an. Wir wollen auch den Fans, die daheim zusehen, etwas bieten.

...

Ihrem selbstgesteckten Ziel, die abwehrstärkste Truppe der Nordstaffel zu werden, eilten die Baskets vom Start weg entgegen. Bis zum 13:4 erlaubten sie nur Kölner Aufbauspieler Vincent Golson Punkte. Die laufstarke und harte Abwehr dominierte, die zweiten Bälle krallten sich der starke Stefan Weß (zehn Rebounds/zwölf Punkte) und dessen Kollegen. Noch aber hielt der Aufsteiger mit, auch weil er von ein paar merkwürdigen Entscheidungen der Spielleiter profitierte. Der Ex-Münsteraner Marco Porcher traf mit seinem zweiten Dreier zum 18:17, der ersten und einzigen Führung der Gäste.

Und dann kam Helge Baues, unwiderstehlich: Der 2,05 Meter große Power Forward der Baskets positionierte sich geschickt zum Distanzwurf und traf vier Dreier in vier Versuchen, plus zwei Freiwürfe. Münsters vor Spielwitz sprühender Aufbau Jasper Günther, seit Wochen bärenstark und treffsicher, führte das Team in die zweite starke Phase zum 51:34-Halbzeitstand.

Touray verletzt raus

Dank des Vorsprungs war das 16:21 im dritten Abschnitt zu verkraften, als es beiderseits fehlerhafter zuging. Der hohen Foulbelastung der großen Athleten trotzten die Baskets im Schlussdurchgang, in dem Adam Touray am Sprunggelenk verletzt ausschied. Kölns Hünen wie Center Florian Wendeler blieben unter Kontrolle.

Das stets auch den Willen dokumentierende Reboundverhältnis ging mit 49:36 an Münster, dessen elf maßgeblich eingesetzte Spieler geschlossener agierten als die acht Rhein-Sternchen. Der routinierte Andrej Mangold gefiel sich, warum auch immer bei einem Treffer aus neun Versuchen, vor allem selbst. Der 1,73 Meter kleine Golson (20 Punkte) hatte starke Szenen, aber er trug wohl zu viel Last. Baskets-Kapitän Jan König sorgte am Ende für Punkte im 11:0-Lauf zum klaren Sieg, der im Direktvergleich noch ein Plus werden könnte – Mitte März nach Ende der Normalrunde, wenn es vielleicht wieder normaler zugeht.

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