Basketball: 2. Bundesliga Pro B
91:71 – die WWU Baskets stürmen in Coburg furios zum Gruppensieg

Münster -

Drittes Spiel, dritter Sieg – und was für einer. Die WWU Baskets Münster zauberten beim BBC Coburg einen Gala-Auftritt auf das Feld und sicherten sich damit Platz eins in der Gruppe. Beim 91:71 ließ das Team von Trainer Philipp Kappenstein dem Zweiten der Südstaffel keine Chance, bestach dabei mit seiner Stärke aus der Distanz.

Sonntag, 04.04.2021, 18:46 Uhr aktualisiert: 04.04.2021, 20:56 Uhr
Kai Hänig und die WWU Baskets Münster zeigte in Coburg eine ganz starke Vorstellung und haben durch das 91:71 als Gruppensieger die zweite Phase der Playoffs erreicht.
Kai Hänig und die WWU Baskets Münster zeigte in Coburg eine ganz starke Vorstellung und haben durch das 91:71 als Gruppensieger die zweite Phase der Playoffs erreicht. Foto: Jürgen Peperhowe

Wow, was war das für ein Auftritt! Die WWU Baskets Münster sind beim BBC Coburg, seines Zeichen als Zweiter der Südstaffel in die Playoff-Phase gegangen, zu einem furiosen 91:71 (50:33)-Erfolg gestürmt und haben sich mit dem dritten Erfolg im dritten Spiel den Gruppensieg gesichert. Damit hat der Pro-B-Ligist auch in der zweiten Runde, die erneut in Vierergruppen ausgetragen wird, zweimal Heimrecht. Ein wichtiger Faktor im eng getakteten Programm, das die drei Partien für den 23., 25. und 28. April vorsieht.

Auf wen die Baskets dann treffen, steht noch komplett in den Sternen. Das Spiel in Münsters Gruppe zwischen den TKS 49ers und Bayern München II fiel wegen eines positiven Schnelltests im FCB-Betreuerstab kurzfristig aus. Die Frage, wer das Team von Philipp Kappenstein in die nächste Phase der Play-Off-Serie begleitet, bleibt also ebenso offen wie der Ausgang der Parallelgruppe, die wegen eines Corona-Falls in Reihen des VfL SparkassenStars Bochum hinterherhinkt.

Stolzer Trainer Kappenstein

Den Münsteraner waren die Antworten am Ostersonntag zunächst auch nicht so wichtig, vielmehr überwog der Stolz auf die gezeigte Leistung im nominellen Spitzenspiel. „Ich bin unglaublich glücklich. Wir haben unsere beste Saisonleistung im bislang wichtigsten Spiel abgeliefert. Alle elf Spieler waren da, das war echte Qualität“, sagte Kappenstein, der seinen Jungs auf der langen Rückreise das eine oder andere Kaltgetränk gönnte.

Wie die Partie laufen sollte, zeigten gleich einmal die ersten Zeigerumdrehungen. Jasper Günther mit zwei Dreiern sowie zwischendurch Thomas Reuter mit einem erfolgreichen Distanzwurf bereiteten dem Gast auf der Lauterer Höhe einen Traumstart (6:0, 9:5), den die ungemein konzentriert und besonnen agierende Kappenstein-Truppe nach dem Korb von Kai Hänig auf 24:16 ausbaute (10.). Konsequent in der Defensive, zielstrebig mit einem guten Passspiel und wenig Ballverlusten in der Offensive – das waren die Zutaten für das Ostermenü der Baskets, die aus der Ferne einfach einen richtig guten Tag hatten. 14 von 26 Dreiern (54 Prozent) fanden den Weg in die Reuse, ein Top-Wert. „Es war in der ersten Halbzeit sehr schwer, sie von der Dreierlinie zu stoppen“, sagte BBC-Coach Valentino Lott anerkennend.

Helge Baues mit starker erster Halbzeit

So setzte sich Münster immer weiter ab, neben Günther war in Durchgang eins Helge Baues ein Faktor im starken Kollektiv. Wie der Aufbauspieler kam auch er auf zwölf Zähler.

Die Westfalen hatten in Oberfranken alles im Griff, 17 Punkte Vorsprung waren ein beruhigendes Polster, das direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit Malcolm Delpeche und Jan König per Dreier auf 22 ausbauten (21.). Mit derart großem Sicherheitsabstand erlaubte sich Münster eine kurze Phase, die mit Unkonzentriertheiten gespickt war. Marck Coffin unterliefen zwei Turnover, auch Reuter machte einen Schrittfehler – und Jan König kassierte zwischendrin sein drittes Foul. Coburg nutzte den Moment und robbte sich durch Elias Baggette auf 14 Punkte ein klitzekleines bisschen heran (43:57).

Passende Antworten von Jan König und Marck Coffin

Wackelten die Baskets etwa? Nö, kein bisschen. Denn die Dreier fielen weiter, Jan König und Marck Coffin gaben die passenden Repliken (63:43) – natürlich aus der Distanz. Und da direkt nach der Coburger Auszeit auch Helge Baues zum 66:43 traf, war die Partie entschieden. Der Konter hatte gesessen, vor dem abschließenden Viertel (70:47) herrschten klare Verhältnisse. „Wir haben es geschafft, dass Coburg nie in den Lauf gekommen ist, haben es durchgezogen“, erklärte Kappenstein.

Der Rest war Schaulaufen. Nach dem Korb von Günther gut vier Minuten vor dem Ende waren es gar 28 Zähler Vorsprung, auch Coburgs noch eingewechselter Topscorer Mateo Seric – er hatte am frühen Nachmittag in der Bundesliga für den Kooperationspartner Brose Bamberg beim 64:76 gegen Hamburg zehn Punkte erzielt – brachte die Baskets nicht aus der Ruhe. Souverän spielte es Münster herunter, zu stark war Kappensteins Team, das bester Laune die Fahrt gen Heimat anging und bis einschließlich Mittwoch eine Basketball-freie Zeit genießen darf.

Es ist der Lohn für eine optimale erste Playoff-Phase, die Vorfreude auf mehr machte.

Punkte: Baues (15/2), Günther (14/2), J. König (12/4), Coffin (9/1), Delpeche (9), Grühn, Reuter (je 8/2), Weß (8), Hänig (4), A. König (3/1), Pahnke (1)

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