Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets in den Playoffs von A bis Z auf hohem Level

Münster -

Die erste Playoff-Runde haben die WWU Baskets Münster mit Bravour überstanden. Nun richtet sich der Blick auf Etappe zwei. Wer dann wo und wann genau der Gegner ist, steht noch in den Sternen. Sicher ist aber: Mit der Form der vergangenen drei Partien müssen die Baskets kaum einen Gegner fürchten.

Montag, 05.04.2021, 17:08 Uhr aktualisiert: 05.04.2021, 17:11 Uhr
Da darf auch mal gefeiert werden: Jan König (M.) und die WWU Baskets gewannen in der ersten Playoff-Phase alle drei Partien – Gruppensieg.
Da darf auch mal gefeiert werden: Jan König (M.) und die WWU Baskets gewannen in der ersten Playoff-Phase alle drei Partien – Gruppensieg. Foto: Jürgen Peperhowe

Entspannt lehnte sich Philipp Kappenstein auf seinem Trainerstuhl zurück und genoss die letzten Sekunden. Seine Mannschaft war längst auf Siegkurs, machte den Coach stolz und zufrieden. „Dass wir unsere beste Saisonleistung im bislang wichtigsten Spiel zeigen, ist grandios. Ich bin unglaublich glücklich“, sagte der 41-Jährige nach dem furiosen 91:71 (50:23) beim BBC Coburg. Es war der dritte Erfolg in der ersten Gruppenphase der Playoffs, mit dem sich der Pro-B-Ligist den ersten Platz sicherte. Dieser garantiert dem Team nun in der zweiten Phase erneut zwei Heimspiele. „Und das kann so wichtig sein“, meinte Kappenstein.

Das Gipfeltreffen in Gruppe zwei zwischen dem Zweiten der Südstaffel und dem Nord-Dritten wurde eine eindeutige Angelegenheit. Nicht einmal lagen die Münsteraner auf der Lauterer Höhe zurück, einzig zu Beginn des zweiten Viertels rückte der BBC mal an die Baskets heran (20:24, 24:28). Doch die Gäste zeigten nahezu über die komplette Spielzeit, zu was dieser Kader fähig ist – und dass mit ihm im Aufstiegsrennen zu rechnen ist. „Wer gegen den Zweiten aus dem Süden so spielt, der kann auch in der nächsten Runde weiterkommen“, sagte Kappenstein, der von A wie Aufbau bis Z wie Zielgenauigkeit einen rundum gelungenen Auftritt seiner Truppe sah.

Viele Fragezeichen

Eigentlich hätte die erste Phase der Playoffs am Ostersonntag beendet sein sollen. Eigentlich, denn Corona-Fälle in einigen Mannschaften oder deren Umfeld sorgten für Spielabsagen – und damit dafür, dass nicht eine der vier Gruppen bislang fertig ist. Einzig die WWU Baskets und der BBC Coburg haben ihre drei Partien absolviert. Dies bedeutet, dass Münster seine Gegner für die zweite Gruppenphase (voraussichtliche Spieltermine: 23., 25. und 28. April) noch nicht kennt. Ein Team wird aus dem Trio Coburg, TKS 49ers aus Stahnsdorf und Bayern München II – der FCB musste am Sonntag kurzfristig wegen eines positiven Schnelltests im Betreuerstab passen – ermittelt. Dazu gesellen sich zwei Mannschaften aus der Gruppe 1, in der Bochum und Karlsruhe aber erst eine Begegnung ausgetragen haben.

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In der Defensive packte Münster gegen eines der besten Offensiv-Teams des Südens energisch zu, beraubte den BBC seiner Stärke, in dem er die spielbestimmenden Guards Elias Baggette und Constantin Ebert kontrollierte. Marck Coffin, Oliver Pahnke und Jasper Günther bearbeiteten im Schichtdienst das Duo, das zwölf (Ebert) und sechs (Baggette) Punkte unter dem Schnitt blieb. „Was die drei gegen die Guards geleistet haben, war fantastisch“, so Kappenstein, der aber aus der „starken Truppe keinen herausheben“ wollte. „Defensiv waren wir auf einem ganz, ganz hohen Level.“

Teamwork vom Besten präsentierten die Baskets, auch offensiv. Über das schnelle und gute Passspiel fand Münster immer wieder Freiräume, die es gnadenlos nutzte. Allein 14 von 26 Dreiern versenkten die Baskets – macht 54 Prozent. Ein Topwert, für den sieben Akteure sorgten. Ein Beleg für die Unberechenbarkeit der Baskets, die in Coburg zum dritten Mal mit einer anderen Startformation begannen und offensiv über viele Stilmittel verfügen. Erst recht, wenn mit dem zuletzt verletzten Center Adam Touray eine weitere Option für das Spiel unter den Brettern hinzukommt.

Gelernt aus hartem Weg

Die 40 Minuten in Oberfranken zeigten aber auch, dass sich Münster im Vergleich zur Hauptrunde noch einmal gesteigert hat. Leistete sich der Pro-B-Vize von 2019 in der Endphase der regulären Saison noch regelmäßig schwächere Phasen, die Siege kosteten, zog er in den Playoffs bislang konsequent durch. „Das ist sicher auch ein Prozess, den wir durchmachen. Gegen Bochum vor vier Wochen haben wir nach einer starken ersten Halbzeit die Partie noch aus der Hand gegeben und die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, nicht umgesetzt. Wir mussten den harten Weg gehen, daraus haben wir gelernt. Das ist auch eine Frage der Qualität“, sagte Kappenstein. Und die ist vorhanden.

Drei Tage frei gab es als Lohn. Erst Donnerstag und Freitag bittet der Coach dann wieder zum Training, um nach dem freien Wochenende eine „harte Konditionswoche, wie wir sie vor den Playoffs hatten“, einzuschieben. Am 23. April beginnt dann die zweite Gruppenphase, die Gegner stehen allerdings noch nicht fest (siehe Infokasten). Was aber sicher ist: Die Baskets stehen nun auf den Zetteln der Konkurrenz weit oben.

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