Vielseitigkeitsreiten
Ingrid Klimke wiederholt EM-Coup

Luhmühlen -

Ingrid Klimke ist zum zweiten Mal Europameisterin der Vielseitigkeitsreiter. Die 51-Jährige aus Münster verteidigte in Luhmühlen ihren vor zwei Jahren gewonnenen Titel erfolgreich.

Sonntag, 01.09.2019, 15:25 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 16:30 Uhr
Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke auf Hale Bob überquert in der Springprüfung ein Hindernis.
Gold: Die deutsche Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke auf Hale Bob freut sich nach ihrer Springprüfung. Foto: Friso Gentsch

Nach vollbrachter Arbeit zeigte Ingrid Klimke immer wieder auf ihr Pferd Hale Bob. Die Vielseitigkeitsreiterin wusste, wem sie ihren zweiten Europameisterschafts-Titel zu verdanken hatte. Wie schon vor zwei Jahren im polnischen Strzegom war die 51-Jährige aus Münster mit ihrem 15 Jahre alten Wallach auch beim Heim-Championat in Luhmühlen nicht zu stoppen und setzte sich am Sonntag gegen ihren Teamkollegen Michael Jung mit Chipmunk durch.

„Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin einfach glücklich und froh, dass Hale Bob so super gut sprang. Ich bin dankbar, dass ich ihn habe“, sagte sie nach ihrem zweiten Gold-Coup in zwei Jahren.

Vielseitigkeits-EM in Luhmühlen

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  • Medaillenregen für den deutschen Pferdesport in Luhmühlen!

    Foto: Friso Gentsch
  • Bei der Vielseitigkeits-Europameisterschaft gingen die ersten beiden Plätze an Deutschland. Auch der Team-Titel ging an Deutschland.

    Foto: Friso Gentsch
  • Mit einer Nullrunde auf dem 15 Jahre alten Hale Bob sicherte sich Ingrid Klimke im abschließenden Springen des Heim-Championats den Sieg.

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  • Die 51-Jährige aus Münster präsentiert ihre Goldmedaillen für den Sieg im Einzel und mit der Mannschaft.

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  • Ingrid Klimke ist damit zum zweiten Mal Europameisterin der Vielseitigkeitsreiter. Auch bei der EM vor zwei Jahren im polnischen Strzegom hatte Klimke gewonnen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Mit dem zweiten Platz musste sich Michael Jung zufrieden geben.

    Foto: Friso Gentsch
  • Mit seinem Pferd Chipmunk hatte Jung nach Dressur und Geländeritt noch an erster Stelle gelegen.

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  • Das Duo Klimke/Jung holte sich in Lumühlen gemeinsam auch den Mannschafts-Titel. Zur Equipe gehörten auch Andreas Dibwoski aus Döhle auf Corrida und Kai Rüder (Bild) von der Insel Fehmarn auf Colani Sunrise.

    Foto: Friso Gentsch
  • Zuschauer beobachten die Verfassungsprüfung nach dem Geländeritt. Dabei wird überprüft, ob das Pferd unverletzt ist.

    Foto: Friso Gentsch
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen von der Vielseitigkeits-EM in Luhmühlen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die deutsche Vielseitigkeitsreiterin Josefa Sommer auf Hamilton wird zur Geländeprüfung geführt.

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  • ie deutsche Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffahrt auf Viamant du Matz reitet in der Geländeprüfung über ein Hindernis.

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  • Der deutsche Vielseitigkeitsreiter Kai Rüder auf Colani Sunrise reitet in der Geländeprüfung durch ein Wasserhindernis.

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  • Der deutsche Vielseitigkeitsreiter Michael Jung auf Chipmunk reitet in der Geländeprüfung durch ein Wasserhindernis.

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  • Das Pferd Tresor de Chignan der Vielseitigkeitsreiterin Caroline Gerber aus der Schweiz verweigert in der Geländeprüfung vor einem Hindernis.

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  • Die deutsche Vielseitigkeitsreiterin Nadine Marzahl auf Valentine reitet in der Geländeprüfung durch ein Wasserhindernis.

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  • Der irische Vielseitigkeitsreiter Tony Kennedy auf Westeria Lane reitet in der Springprüfung über ein Hindernis.

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  • Ein Turnierhelfer kühlt sich mit einem Tuch ab.

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  • Der britische Vielseitigkeitsreiter Oliver Townend auf Cooley Master Class reitet in der Dressurprüfung.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die deutsche Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke auf Hale Bob freut sich nach ihrer Dressurprüfung.

    Foto: Friso Gentsch
  • Der niederländische Vielseitigkeitsreiter Tim Lips auf Bayro reitet in der Dressurprüfung.

    Foto: Friso Gentsch

Abwurf Jung, Nullrunde Klimke

Vor einem Jahr hatte sie bei der WM in Tryon in den USA durch einen Abwurf am letzten Hindernis im Springen noch den Titel vergeben und am Ende Bronze gewonnen. Diesmal klappt aber alles. Mit einer Nullrunde im abschließenden Springen des Heim-Championats fing sie Jung noch ab.

Der dreimalige Olympiasieger hatte nach der Dressur am Freitag und dem Geländeritt am Samstag noch in Führung gelegen. Doch ein Abwurf mit seinem neuen Pferd Chipmunk machte am Sonntag die Hoffnungen auf den vierten Einzel-Titel bei einer EM zunichte. Schon 2017 hatte Klimke dem 37-Jährigen aus Horb den Sieg weggeschnappt. Bronze gewann in Luhmühlen der Ire Cathal Daniels mit Rioghan Rua.

Team-Gold für Deutschland

Jung durfte sich damit trösten, dass er gemeinsam mit Klimke, Andreas Dibowski aus Döhle auf Corrida und Kai Rüder von der Insel Fehmarn auf Colani Sunrise den Mannschafts-Titel gewann. Das Quartett lag klar vor dem Titelverteidiger und Weltmeister Großbritannien und den Schweden. „Ich habe vorher geträumt, dass wir Erster und Zweite sind und die Mannschafts-Wertung gewinnen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer. „Ich wusste, dass es schwer sein wird. Dass es am Ende so souverän war wie jetzt, hätte ich nicht gedacht.“

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio stehen die deutschen Vielseitigkeitsreiter sehr gut da. In Ingrid Klimke mit Hale Bob und in Michael Jung mit Chipmunk hat das Team zwei Weltklasse-Paare. Jung reitet den elf Jahre alten Wallach erst seit Beginn des Jahres und feierte in Luhmühlen seine Championats-Premiere. „Wir haben schnell einen Draht zueinander gefunden. Er ist ein fantastisches Pferd“, schwärmte Jung. Zuvor war der auch international begehrte Chipmunk von Jungs Teamkollegin Julia Krajewski geritten und ausgebildet worden. „Wir sind froh, dass wir das Weltklasse-Pferd im Land halten konnten“, sagte Verbands-Sportchef Dennis Peiler.

 

14 Dinge, die Sie über Ingrid Klimke wissen müssen

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  • Kein Aprilscherz: Ingrid Klimke wurde am 1. April 1968 in Münster geboren.

    Foto: Jim Hollander
  • Nach 2000 (Sydney), 2004 (Athen), 2008 (Peking/Hongkong) und 2012 (London) sind die Spiele in Rio ihre fünften.

    Foto: Fazry Ismail
  • Die 48-Jährige ist die Tochter des 1999 verstorbenen Dr. Reiner Klimke, der bis heute der siegreichste Dressurreiter der Welt und einer der erfolgreichsten Sommer-Olympioniken ist.

    Foto: Friso Gentsch
  • 2014/15 gewann sie als erste Deutsche die Gesamtwertung der FEI Classics.

    Foto: Jim Hollander
  • 2012 wurde Klimke das Silberne Lorbeerblatt verliehen, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland.

    Foto: Michael Kappeler
  • Im Anschluss an ihre Schulzeit machte sie eine Lehre zur Bankkauffrau und begann dann noch ein Lehramtsstudium - um sich dann aber ganz der professionellen Reiterei zu widmen. Mit Erfolg, wie unzählige nationale und internationale Triumphe beweisen.

    Foto: Fazry Ismail
  • Beim K+K-Cup 2012 erhielt Ingrid Klimke den Titel des Reitmeisters - als zweite Frau überhaupt. Die Auszeichnung ist eine der höchsten in der deutschen Reiterei.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die Münsteranerin hat mit Stallmanagerin Carmen Thiemann ein der besten ihres Faches in ihrer Crew. 2013 erhielt Thiemann vom Weltreiterverband den „Best Groom Award“.

    Foto: Friso Gentsch
  • Naturgemäß kletterte Ingrid Klimke schon als kleines Mädchen in den Sattel. „Ich konnte eher reiten als laufen“, sagt sie daher oft scherzhaft.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Vielseitigkeitsreiterin. Nicht nur in dem hippologischen Dreikampf ist sie Weltklasse, auch in der Dressur siegte sie schon in Prüfungen auf Grand-Prix-Niveau. Dazu gewann sie ebenso im Springparcours Goldene Schleifen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Als waschechte Münsteranerin versucht sie, sich jeden Mittwochvormittag freizuschaufeln, um auf den Markt zu gehen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist die Mutter zwei Töchter, die Greta und Philippa heißen. Mit Greta saß eine der beiden bereits in der Pony-Vielseitigkeit erfolgreich im Sattel.

    Foto: Jim Hollander
  • Ingrid Klimke ist zweifache Olympiasiegerin mit der deutschen Equipe (2008/2012). Eine olympische Einzelmedaille aber fehlt ihr noch.

    Foto: Uwe Anspach
  • Ingrid Klimke stand vor den Olympischen Spielen als eine von fünf Athleten zur Wahl, bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne ins Stadion zu tragen. Am Ende machte Tischtennis-Star Timo Boll das Rennen. Klimke wäre die erste Frau gewesen, die die Disziplin Reiten als Fahnenträgerin vertreten hätte.

    Foto: Michael Kappeler

 

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