Springturnier
Aachen in klein: Van der Vleuten siegt im Großen Preis

Endlich wieder Spitzensport auf dem CHIO-Gelände. In Aachen treffen sich trotz Corona Top-Springreiter. Alles ist anders und doch ist die Freude groß, sich mal wieder zu beweisen. Ein Altmeister zeigt zum Abschluss, dass er es noch kann. Zum Sieg reicht es aber nicht.

Sonntag, 06.09.2020, 18:13 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 18:16 Uhr
Maikel van der Vleuten gewann den Großen Preis in Aachen.
Maikel van der Vleuten gewann den Großen Preis in Aachen. Foto: Rolf Vennenbernd

Aachen (dpa) - Das sportliche Ergebnis war beim Turnier auf dem CHIO-Gelände in Aachen beinahe zweitrangig. Wichtig war für die Springreiter-Elite vor allem die Tatsache, dass die Veranstaltung überhaupt stattfand. Auch wenn alles kleiner ausfiel im Vergleich zum CHIO, dem weltgrößten Reitturnier.

«Man kann es nicht vergleichen. Trotzdem ist es ein tolles Stadion, sind es tolle Bedingungen», sagte Weltmeisterin Simone Blum dem WDR. Man sei glücklich, «überhaupt hier reiten zu können».

Zum Abschluss des Turniers ritt der Niederländer Maikel van der Vleuten am erfolgreichsten. Der 32-Jährige gewann am Sonntag den Großen Preis und sicherte sich 25.000 Euro. Im Stechen war das Paar in 44,77 Sekunden um etwas mehr als sechs Zehntelsekunden schneller als der Schwede Henrik von Eckermann auf Peter Pan. Der Franzose Julien Epaillard wurde mit Safar d'Auge Dritter.

Bester Deutscher war Altmeister Ludger Beerbaum (57). Der viermalige Olympiasieger kam mit der erst achtjährigen Stute Mila auf Rang sechs und blieb ebenfalls fehlerfrei. 21 Starter waren im Normalumlauf ohne Strafpunkte geblieben.

Die Veranstaltung in Aachen war eine der ersten höherklassigen Spring-Turniere in Deutschland nach der Zwangspause im Pferdesport. Wegen der Corona-Pandemie hatte das CHIO in Aachen abgesagt werden müssen. Lange Zeit waren Reitturniere nicht möglich.

Wegen Corona wurde in Aachen extra ein Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitet. Die Prüfungen fanden im kleineren Stadion auf dem CHIO-Gelände statt, in dem sonst die Dressur-Konkurrenzen ausgetragen werden. Insgesamt waren pro Tag nur 300 Zuschauer zugelassen.

Trotz des Turniers in Aachen macht sich Bundestrainer Otto Becker Gedanken um den Springsport und den Corona-Folgen. «Uns fehlen die großen Turniere», sagte er dem WDR. «Keiner weiß, wie es weitergeht. Der Spitzensport steht in den Sternen.»

© dpa-infocom, dpa:200906-99-453040/2

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