Corona-Bedingungen
Auftakt-Sieg für Werth bei Dressur-DM

Rund vier Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin starten in Balve die deutschen Dressur-Meisterschaften. Am ersten Tag gibt es eine extrem knappe Entscheidung.

Freitag, 18.09.2020, 18:19 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 18:22 Uhr
Isabell Werth siegte zum Auftakt der deutschen Meisterschaften in Balve.
Isabell Werth siegte zum Auftakt der deutschen Meisterschaften in Balve. Foto: Uwe Anspach

Balve (dpa) - Mit einer Gewohnheitssiegerin und ungewohnten Bildern haben die deutschen Dressur-Meisterschaften in Balve begonnen. Isabell Werth setzte sich beim Auftakt der Titelkämpfe in der sauerländischen Kleinstadt im Sattel von Weihegold durch.

Die erfolgreichste Reiterin der Welt erhielt für ihren Ritt mit ihrer Olympia-Stute 81,600 Prozent und kommentierte: «Super!». Auf Platz zwei kam Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera (81,340). Dritte wurde Dorothee Schneider aus Framersheim mit Faustus (78,360). Mit ihrem Wallach Emilio erhielt Werth 78,020 Prozent und kam auf Platz vier.

Den nicht ganz geglückten Auftritt mit Emilio konnte Werth angesichts des Sieges mit Weihegold locker verkraften. «Der war heute ganz schön nervig und aufgeregt», sagte die 51-Jährige aus Rheinberg nach ihrem Auftritt mit Emilio. So fehlten «zwei bis drei Prozent», kalkulierte die sechsmalige Olympiasiegerin.

«Das macht verdammt viel Spaß mit ihm», sagte von Bredow-Werndl nach Platz zwei mit Dalera. «Er will es unbedingt richtig machen.» Der knappe Ausgang im Grand Prix deutet auf ein spannendes DM-Duell hin. Die Medaillen werden am Samstag im Grand Prix Special und am Sonntag in der Kür vergeben.

Knapp vier Monate nach der ursprünglich für Mai geplanten Meisterschaft steht das DM-Turnier an diesem Wochenende im Zeichen von Corona. Die größte Veränderung fiel sofort ins Auge: Die Springreiter fehlen, im großen Stadion neben Schloss Wocklum stehen in diesem Jahr keine Hindernisse, sondern mehrere Transporter für Dressurpferde. Ansonsten sei «es nicht viel anders als sonst», kommentierte Werth.

«Die Veranstalter haben sich alle Mühe gegeben», lobte sie. «Am Dressurplatz ist es sogar noch schöner als sonst.» Sie zeigte sich sehr glücklich, dass es mit der Meisterschaft «überhaupt noch geklappt hat». Auch für die Springreiter gibt es nach der Absage in Balve eine Alternative im November in Riesenbeck auf der Anlage von Ludger Beerbaum.

Erfreut war auch die Bundestrainerin von der verspäteten Dressur-DM unter Corona-Bedingungen. «Es gibt für uns keine sportlichen oder sonstigen Einschränkungen was Vorbereitung und Wettkampf betrifft», sagte Monica Theodorescu: «Wir finden hier insgesamt Top-Bedingungen vor.»

Einschränkungen gibt es nur beim Publikum. Nach einer kurzfristigen Änderung der Coronaschutzverordnung konnten die Organisatoren die Zuschauerzahl am Mittwoch immerhin noch auf 600 verdoppeln. «Die Dressur ist ja ohnehin nicht so überlaufen», scherzte Co-Bundestrainer Jonny Hilberath.

© dpa-infocom, dpa:200918-99-619576/2

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