NFL
Transfer-Hammer: Super-Bowl-Champion New England holt Brown

Dieser Transferdeal stellt den NFL-Saisonstart in den Schatten. New England schnappt sich Superstart Antonio Brown. Der Star hatte sich selbst aus dem Vertrag in Oakland manövriert. Die Football-Welt ist gespannt auf Chaos-Profi Brown bei den Disziplin-Patriots.

Sonntag, 08.09.2019, 13:38 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 13:40 Uhr
Football-Star Antonio Brown wurde von den Oakland Raiders entlassen.
Football-Star Antonio Brown wurde von den Oakland Raiders entlassen. Foto: Jeff Chiu

Foxborough/München (dpa) - Chaos-Profi Antonio Brown hüpft jubelnd durch den Garten, die New England Patriots feiern ihren Transfercoup und viele Football-Fans können es kaum fassen: Mit diesem Deal hat Super-Bowl-Champion New England schon vor seinem Eröffnungskick in der NFL für Furore gesorgt.

Das Team von Quarterback-Star Tom Brady nahm am Samstag Wide Receiver Brown für ein Jahr unter Vertrag, nachdem sich der sportlich überragende, aber menschlich schwierige Profi erfolgreich aus seinem Kontrakt in Oakland gerüpelt hatte. «Ich bin frei!», schreit Brown in einem Youtube-Video, das den Moment zeigen soll, in dem er von seiner Trennung von den Raiders erfuhr.

Als Stunden danach bekannt wurde, dass sich New England den besten Passempfänger der Liga für ein Jahr gesichert hatte, stellte der extrovertierte Sportler eine Fotomontage von sich im Patriots-Trikot samt Hashtag #RewriteStory online. Er will Geschichte neu schreiben.

Die Episoden, die er in den vergangenen Tagen und Wochen lieferte, ließen eigentlich kein Happy End für den 31-Jährigen erwarten. Nach einer chaotischen Vorbereitung mit skurrilen Verletzungspausen, Zoff um seinen Helm, Querelen mit dem Trainer, einer heftigen Geldstrafe und als Krönung der öffentlichen Aufforderung via Instagram, ihn zu entlassen, landete Brown aber tatsächlich noch bei einem Top-Team.

Laut Medienberichten bezahlen die Patriots dem Routinier 15 Millionen US-Dollar für zunächst eine Saison zuzüglich neun Millionen Dollar Handgeld. «Ich bin zuversichtlich, dass das eine gute Beziehung wird», sagte Browns Agent Drew Rosenhaus dem Sender ESPN und sprach von einer «Achterbahnfahrt», die sein Klient hinter sich habe.

Sportlich ist Brown immer und für jedes Team eine Verstärkung. In zuletzt sechs Spielzeiten für die Pittsburgh Steelers fing er in den Hauptrundenspielen 686 Pässe für 9145 Yards - auf solche Zahlen war in so einer Zeitspanne noch niemand in der NFL gekommen. Kaum ein Highlight-Video in den Jahren kam ohne Aktionen von «AB» aus. Die Oakland Raiders sicherten sich daher die Dienste Browns im Frühjahr - das Trikot der Kalifornier trug er aber in keinem Spiel.

Die Football-Welt ist nun gespannt, wie der eigensinnige Profi in das Team von Disziplin-Fanatiker Bill Belichick passt. Der Erfolgscoach und sechsmalige Super-Bowl-Champion verlangt von seinen Schützlingen absolute Hingabe, alles muss der Philosophie des Vereins und der Taktik des Trainers untergeordnet werden. Dass er komplizierte Sportler integrieren und zu Erfolgen führen kann, bewies Belichick bereits einst mit Spielern wie Corey Dillon oder Randy Moss.

Antonio Brown, der für das Eröffnungsspiel der Patriots just gegen seinen Ex-Verein Pittsburgh in der Nacht auf Montag noch nicht spielberechtigt war, soll nach dem Rücktritt von Tight End Rob Gronkowski die neue Offensivwaffe für Quarterback Brady werden. Zwischenmenschlich und disziplinarisch aber dürfte er Experten zufolge die bislang härteste Aufgabe für Coach Belichick werden.

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