Paralympics-Verschiebung
Kappel und Rehm «erleichtert» - Kritik an Bach

Sindelfingen/Leverkusen (dpa) - Die Paralympics-Stars Niko Kappel und Markus Rehm haben die Verschiebung auch der Paralympics in Tokio auf das Jahr 2021 sehr positiv aufgenommen.

Dienstag, 24.03.2020, 15:51 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 15:54 Uhr
Ist erleichtert wegen der Verschiebung der Paralympics: Niko Kappel.
Ist erleichtert wegen der Verschiebung der Paralympics: Niko Kappel. Foto: Jens Büttner

«Es ist immer noch eine krasse Entscheidung, die Spiele zu verschieben. Aber ich spüre absolute Erleichterung, weil es zweifellos die richtige Entscheidung ist», sagte Kappel der Deutschen Presse-Agentur. Der Sindelfinger, der 2016 in Rio Gold im Kugelstoßen gewonnen hatte, war am Freitag als einer der ersten Sportler vorgeprescht und hatte die Verschiebung der Spiele gefordert.

Auch der dreimalige Paralympics-Sieger Markus Rehm (31) zeigte sich zufrieden. «Mein Herz spürt Erleichterung und Traurigkeit zugleich», schrieb der Weitsprung-Weltrekordler bei Instagram: «Aber es ist die absolut richtige Entscheidung. Wenn wir für die olympischen und paralympischen Werte stehen, müssen wir zuerst diesen Kampf für die Gesundheit, die Sicherheit und die Freiheit gewinnen.»

Kappel äußerte nach seinem Statement vom Freitag auch Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach. «Er schafft es alle zwei Jahre irgendwie, richtig ordentlich in die Kritik zu geraten. Das tut dem Sport nicht gut», sagte er. Auch die letztendliche Verschiebung «würde ich nicht als Glanzleistung Bachs werten. Ich habe eher das Gefühl, dass alle rundherum ihn überzeugen mussten.»

Das Internationale Paralympische Komitee habe sich nach Ansicht des 25-Jährigen «sehr, sehr zurückgehalten. Aber ich verstehe das auch, weil letztlich das IOC der Entscheidungsträger ist.»

Auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) begrüßte die Verschiebung. «Wir halten die Entscheidung für richtig, denn sie orientiert sich am wichtigsten Gut: der Gesundheit der Menschen», sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher (73). Der DBS hatte dies tags zuvor eine Verschiebung «unverzüglich» gefordert.

Beucher, der zuvor aus klimatischen Gründen schon eine Verschiebung der Spiele in den Winter angeregt hatte, sieht in der Absage für dieses Jahr nun sogar eine Gelegenheit auf einen seiner Meinung nach geeigneteren Zeitpunkt. «Die Verlegung eröffnet zugleich die große Chance, einen Zeitpunkt in 2021 zu wählen, der zumutbare klimatische Bedingungen für die Wettkämpfe ermöglicht», sagte der frühere Sportausschuss-Vorsitzende des Deutschen Bundestages. Allerdings hatte das IOC mitgeteilt, dass die Spiele 2021 nicht später als im Sommer stattfinden werden.

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