Schwimm-Olympiasieger
Michael Groß: Corona-Krise bietet auch viele Chancen

Berlin (dpa) - In der weltweiten Corona-Krise sieht der dreimalige Schwimm-Olympiasieger Michael Groß auch eine große Chance für ein Umdenken und Verbesserungen in der gesamten Gesellschaft.

Dienstag, 07.04.2020, 07:30 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 07:32 Uhr
Sieht in der Corona-Krise auch eine Chance: Ex-Schwimm-Olympiasieger Michael Groß.
Sieht in der Corona-Krise auch eine Chance: Ex-Schwimm-Olympiasieger Michael Groß. Foto: Patrick Seeger

«Nicht nur für den Sport, auch für die Schulen, Universitäten, für die freie Wirtschaft, für das Privatleben bietet der Corona-Exit Chancen auf positive Veränderungen», sagte der ehemalige Weltklasse-Athlet in einem Interview der «Frankfurter Allgemeine Zeitung».

«Die Tatsache, dass wir einige Regeln und Abläufe einfach nicht mehr aufrechterhalten können, dass das Motto «Das haben wir schon immer so gemacht» außer Kraft gesetzt ist, kann dazu führen, dass wir auch nach der Krise zu Verbesserungen kommen», betonte der 55 Jahre alte Frankfurter. «Dazu braucht es in Zeiten von Corona vier Dinge: Flexibilität und Kreativität beim Erarbeiten neuer Lösungen, Disziplin und Ausdauer bei der Umsetzung, aktuell bei den Verhaltensvorgaben durch die Pandemie.»

Er gehe davon aus, «dass wir die Zeit der großen Einschränkungen noch lange nicht hinter uns haben. Vielleicht dauert alles auch viel länger», meinte der Goldmedaillengewinner in Freistil und Schmetterling der Spiele in Los Angeles 1984 und Seoul 1988.

Groß hatte Thomas Bach am 21. März einen persönlichen Brief geschrieben, in dem er den deutschen IOC-Präsidenten um die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 oder 2022 bat. Dies ist mittlerweile erfolgt, die Sommerspiele sollen nun im kommenden Jahr stattfinden.

Ob das Zögern Bach und dem IOC geschadet habe, könne er nicht beurteilen, meinte Groß. Er habe den Eindruck, «dass er und das IOC auf der letzten Rille noch die Kurve gekriegt haben. Es ist bemerkenswert, dass zwischen der Ankündigung, erst in vier Wochen über die Austragung der Spiele in Tokio zu entscheiden, und der Bekanntgabe der Verschiebung um ein Jahr nur 48 Stunden lagen.»

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