Zu viele Coronafälle
Dallas darf nicht an MLS-Turnier teilnehmen

Mit einem großen Vorsprung gibt die US-Fußball-Liga MLS als erste Teamsportart ihr Comeback nach der Corona-Pause. Schon vor dem Anpfiff verliert die Profiliga allerdings nicht nur den wertvollsten Spieler der vergangenen Saison, sondern ein ganzes Team.

Dienstag, 07.07.2020, 05:20 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 07:08 Uhr
Das Logo der Mannschaft des FC Dallas ist auf einem Spieltrikot abgebildet.
Das Logo der Mannschaft des FC Dallas ist auf einem Spieltrikot abgebildet. Foto: Louis Deluca

Dallas (dpa) - Zwei Tage vor dem geplanten Start ihres Corona-Comeback-Turniers hat die US-amerikanische MLS eine ganze Fußball-Mannschaft sowie den größten Star der Liga verloren.

Wegen zu vieler Coronavirusfälle im Team darf der FC Dallas an dem in der Nacht zu Donnerstag beginnenden Turnier in Florida nicht teilnehmen. Zehn Spieler und ein Betreuer der Texaner waren nach der Ankunft in Orlando positiv auf das Virus getestet worden.

Die MLS traf die Entscheidung am Montag (Ortszeit) nur Stunden nach der Absage von Carlos Vela. Der wertvollste Spieler und Torschützenkönig der vergangenen Saison, Profi beim FC Los Angeles, verzichtet aus Sorge um die Gesundheit seiner schwangeren Frau freiwillig auf die Teilnahme.

Im ESPN Wide World of Sports Complex auf dem Gelände des Vergnügungsparks Disney World will die MLS vom 8. Juli bis zum 11. August ein Turnier ausspielen. Nach dem Wettbewerb soll die nach zwei Spieltagen unterbrochene reguläre Saison fortgesetzt werden, ehe die Playoffs folgen. Sportlicher Anreiz des Florida-Turniers: Die Punkte aus den Gruppenspielen zählen für die reguläre Saison, der Sieger erhält zudem ein Ticket für die Concacaf-Champions-League.

Fußball ist der erste große Teamsport in den USA, der nach der Corona-Pause mit Live-Spielen zurückkehrt. Die Frauen sind seit Ende Juni schon aktiv. Baseball in der MLB soll zwei Wochen nach dem Beginn des MLS-Turniers gespielt werden, die NBA-Basketballer und die Eishockey-Profis um NHL-Topscorer Leon Draisaitl kehren Ende des Monats aufs Spielfeld zurück. Auch die WNBA mit der deutschen Basketballerin Satou Sabally von den Dallas Wings ist noch ein paar Wochen von ihrem Saisonstart entfernt.

Welche Auswirkungen für die geplante Fortsetzung der Saison der Rückzug des FC Dallas aus dem Turnier hat, ist noch unklar. Texas zählt inzwischen zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen US-Bundesstaaten - übertroffen nur von New York, Kalifornien und Florida. Während es in New York aber nur noch wenige hundert neue Infektionen pro Tag gibt, gab es in Florida zuletzt mehr als zehntausend neue Fälle.

Dallas ist wie die anderen Teilnehmer bereits nach Florida gereist, die infizierten Personen waren auf dem Disney-World-Gelände zuletzt in Quarantäne. Noch bei der Abreise in Texas seien alle Mitglieder der Reisegesellschaft negativ gewesen, hieß es. Der Club unterstütze die Entscheidung, hieß es in einer Stellungnahme.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-697464/3

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