Titelkämpfe in Lettland
Duo Ludwig/Kozuch startet erfolgreich in Beachvolleyball-EM

Der Auftakt ist gelungen und soll vor allem Sicherheit bringen. Laura Ludwig nimmt in Lettland Anlauf zum fünften EM-Titel. Doch die Umstände sind besonders.

Dienstag, 15.09.2020, 16:29 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 16:32 Uhr
Sind erfolgreich in die Beachvolleyball-EM in Lettland gestartet: Laura Ludwig (l) und Margareta Kozuch.
Sind erfolgreich in die Beachvolleyball-EM in Lettland gestartet: Laura Ludwig (l) und Margareta Kozuch. Foto: Frank Molter

Jurmala (dpa) - Nur ein kurzes, heftiges Schulterklopfen - mehr Emotionen zeigten Deutschlands Beach-Queen Laura Ludwig und ihre Partnerin Margareta Kozuch nach dem ersten Sieg bei der sehr speziellen EM 2020 nicht.

Ausnahmsweise mit einem gefühlvollen Ball und nicht mit ihrem zuvor oft gezeigten Power-Angriff besiegelte die 34 Jahre alte Ludwig den Auftaktsieg gegen das Gastgeber-Duo Marta Ozolina und Luize Skrastina. «Wir sind gleich gut reingekommen», kommentierte Ludwig den ersten Auftritt.

Das sichere 2:0 (21:7, 21:16) soll dem Beachvolleyball-Nationalteam Nummer eins vor allem eins geben - Vertrauen. Denn die bisherige Saison verlief für Olympiasiegerin Ludwig und die einstige Weltklasse-Hallenspielerin Kozuch sportlich nicht nach ihren Vorstellungen. Vor allem an der «Konstanz in allen Bereich» und der «Sicherheit in den Aktionen» hatte es dem Hamburger Duo bei den jüngsten nationalen Titelkämpfen und einigen Turnieren davor gefehlt, räumte Ludwig ein.

Dazu kam bei der Abwehrspezialistin noch eine Rückenblessur, die sie zu einer Spielpause gezwungen hatte. «Wir sind froh, dass wir hier überhaupt spielen können», sagte Ludwig deshalb vor dem EM-Start. Auf der Welttour fallen weiter alle großen Turniere wegen der Corona-Krise aus.

In Lettland machte nur eine Sonderregelung für alle EM-Teilnehmer das kontinentale Championat überhaupt möglich. Normalerweise gilt in dem baltischen Land, wo mit bislang knapp 1500 bestätigten Infektionen und 35 Todesfällen die Corona-Pandemie in Grenzen blieb, eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit hohen Ansteckungsraten. Der Grenzwert dafür liegt bei maximal 16 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern in den vergangenen 14 Tagen. Bis auf die Nachbarländer Litauen und Estland, Finnland, Zypern und dem Vatikan liegen derzeit alle europäische Staaten darüber.

Das Turnier läuft unter strengen Hygiene-Bedingungen. Allerdings können Fans dabei sein. Nach Angaben der Veranstalter dürfen bis zu 30 Prozent der Plätze im 5000 Besucher fassenden Stadion belegt werden, das für die EM direkt am Ostseestrand errichtet wurde.

Ausnahmespielerin Ludwig kann ihren fünften EM-Titel gewinnen. Doch angesichts einer Saison, die weit entfernt ist von jeder Normalität, hält sich die Ex-Weltmeisterin mit Zielsetzungen zurück. «Wir sind in dem Modus, dass wir von Tag zu Tag und von Spiel zu Spiel denken. Ich möchte gar nicht vorausschauen, was geht oder nicht», bemerkte Ludwig. Beim ersten Auftritt in Jurmala wirkte das Nationalteam Nummer eins sehr konzentriert. Doch die Lettinen waren unerfahren. «Uns steht noch einiges bevor», betonte die 33-jährige Kozuch.

Die deutschen Meisterinnen Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur (Berlin/Stuttgart), die im Kampf um die nationale Krone in Timmendorfer Strand jüngst noch Ludwig/Walkenhorst bezwungen hatten, sowie Kim Behrens und Cinja Tillmann (Münster) verloren ihre EM-Auftaktspiele. Die Männer mit den Vizeweltmeistern Julius Thole und Clemens Wickler (Hamburg) an der Spitze steigen am Mittwoch ins EM-Turnier ein. Insgesamt sind acht deutsche Teams am Start.

© dpa-infocom, dpa:200915-99-574199/2

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