Vier Medaillen
EM macht deutschen Judokas Mut für das Olympia-Jahr

Die deutsche Judo-Riege freut sich in Prag über eine Silber- und drei Bronzemedaillen. Dabei sind die Rahmenbedingungen coronabedingt alles andere als einfach. Bei den Männern sieht Sportdirektor Paulat noch Steigerungspotenzial.

Sonntag, 22.11.2020, 10:56 Uhr aktualisiert: 22.11.2020, 10:58 Uhr
Holte Bronze bei der Judo-EM: Martyna Trajdos (blau).
Holte Bronze bei der Judo-EM: Martyna Trajdos (blau). Foto: Vít Šimánek

Prag (dpa) - Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Zwei Medaillen hatten sich die deutschen Judokas bei der am Samstag zu Ende gegangenen Europameisterschaft in Prag erhofft, vier holten sie.

«Eine supertolle Leistung, die uns optimistisch in die Olympia-Saison starten lässt», sagte der Sportdirektor des Deutschen Judo-Bunds (DJB), Hartmut Paulat, nachdem Luise Malzahn am Schlusstag in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm noch Silber erkämpft hatte.

Die 30-Jährige vom SV Halle/Saale musste sich bei den Titelkämpfen in der tschechischen Hauptstadt einzig der französischen Weltmeisterin Madeleine Malonga geschlagen geben und wiederholte so ihren zweiten Platz von der EM vor fünf Jahren. Zuvor hatten Katharina Menz (TSG Backnang/bis 48 Kilogramm), Theresa Stoll (TSV Großhadern/bis 57 kg) und Martyna Trajdos (1. JC Zweibrücken/bis 63 kg) in Prag jeweils Bronze geholt. Die deutschen Männer blieben ohne Medaille. «Aber auch hier ist das eine oder andere sicher noch aufzuholen», sagte Paulat.

Die EM, bei der knapp 350 Athletinnen und Athleten aus 40 Nationen starteten, war das erste große Event für die Judokas seit Februar. Neben Edelmetall ging es auch um Punkte für die Weltrangliste, über die man sich für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio qualifiziert.

Wegen der Coronavirus-Pandemie, die Tschechien schwer getroffen hat, herrschten strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Die Teilnehmer mussten mehrere negative Corona-Tests vorweisen und durften nur an ihrem eigenen Wettkampftag in die Halle. In ihrem Hotel war ein Tagungs- zum Trainingsraum umfunktioniert worden.

«Unser Team hat die Bedingungen gut angenommen», sagte Paulat. «Wir gehen zuversichtlich ins Olympia-Jahr». In dem es für den DJB dann auch die eine Bronzemedaille der Spiele 2016 in Rio zu toppen gilt.

© dpa-infocom, dpa:201121-99-416482/3

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