NFL-Profi
Johnson zu Football in Deutschland: «Chancen verschlafen»

Stuttgart (dpa) - NFL-Profi Jakob Johnson hat den Zustand des American Football in Deutschland kritisiert.

Dienstag, 02.02.2021, 05:10 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 05:13 Uhr
Jakob Johnson spielt in der NFL für die New England Patriots.
Jakob Johnson spielt in der NFL für die New England Patriots. Foto: Elaine Thompson

«Ich denke, du hast hier die Vereine, du hast hier die Fans, du hast genügend Leute, die für Football gerne gutes Geld ausgeben. Aber bis jetzt wurden da einfach zu viele Chancen verschlafen», sagte der 25 Jahre alte Stuttgarter von den New England Patriots der Deutschen Presse-Agentur.

Das Niveau der Talente bewertete Johnson mit einer starken 1,75 im Schulnotensystem. «Ich denke, Deutschland ist europaweit ganz vorne, was die Talente im Land angeht. Aber gleichzeitig, wenn du mich fragst, wie diese Talente organisiert werden, von gegebenen Verbänden oder Ligen, finde ich, ist die Note dann doch ein bisschen schlechter.» Football in Deutschland ist organisiert im American Football Verband Deutschland (AFVD) und in der German Football League (GFL).

Er habe zu seiner Zeit fast nicht an den Camps für die Jugendnationalmannschaft teilnehmen können, weil er nicht genug Geld hatte. «Ich finde das ein bisschen komisch, dass in dem Land, in dem der American Football am weitesten ist, in Deutschland, in dem gerade ein kompletter Football-Hype, NFL-Hype ausgelöst ist, dass da die größte Liga und der größte Verband es nicht hinkriegen, so organisiert zu sein und das so zu strukturieren, dass man Nachwuchstalenten die Teilnahme an internationalen Turnieren ermöglichen kann», sagte Johnson. Das sei aber wichtig, um von amerikanischen Schulen und Trainern entdeckt zu werden.

«Wer auch immer es sein mag, der es zuerst hinkriegt, dass es Möglichkeiten gibt für deutsche Talente, mit Football einen guten Lebensunterhalt in Deutschland zu bestreiten, dass es Perspektiven und Möglichkeiten gibt, gesehen zu werden, der hat meine Unterstützung», sagte Johnson.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-261195/2

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7795629?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686210%2F2686268%2F
Nachrichten-Ticker