Deutsches Weitsprung-Ass
Mihambo zu Olympia-Gold: «Prinzipiell ist es das Ziel»

Die Olympischen Spiele in Tokio sind ihr großes Ziel. Wegen der Unabwägbarkeiten in der Pandemie hat Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo sie aus Selbstschutz in den Hinterkopf verbannt.

Sonntag, 07.02.2021, 17:57 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 18:00 Uhr
Will in Tokio zu olympischen Gold springen: Malaika Mihambo.
Will in Tokio zu olympischen Gold springen: Malaika Mihambo. Foto: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Malaika Mihambo hat ihr Tempo beschleunigt, um Fahrt in Richtung der Olympischen Spiele in Tokio aufzunehmen.

«Es ist nicht so schwierig, wie ich es mir gedacht habe», sagte die Weitsprung-Weltmeisterin nach dem Sieg beim Istaf Indoor der Leichtathleten in Berlin. Perfekt hat die Rückkehr zum langen Anlauf mit 20 statt zuletzt nur 16 Schritten noch nicht geklappt. Es reichte zu 6,77 Metern und Platz eins, aber nicht zu einem Sieben-Meter-Satz.

«Ich habe noch kein festes Muster in meinem Kopf für den optimalen Anlauf. Da ist noch Potenzial, es zu verbessern», meinte die 27 Jahre alte zweimalige «Sportlerin des Jahres». In Berlin hatte sie «zweieinhalb Mal» bei sechs Sprüngen das Gefühl, der Anlauf sei geglückt. Nun hofft sie, ihn bei den deutschen Meisterschaften am 20./21. Februar in Dortmund und bei der Hallen-EM Anfang März in Torun/Polen zu optimieren - und die Grundlage für den großen Sprung am 3. August in Tokio zu schaffen.

Nach dem WM-Titelgewinn mit 7,30 Metern ist die Ausnahmeathletin von der LG Kurpfalz die Topfavoritin auf Olympia-Gold. «Prinzipiell ist es das Ziel. Man darf sich aber nie zu sicher sein», sagte Mihambo zurückhaltend. «Es ist besser, mit Demut in den Wettkampf zu gehen.» Momentan befasse sie sich weder mit dem möglichen Tokio-Triumph noch überhaupt mit den durch die Pandemie bedrohten Sommerspielen.

«Für mich geht es darum, immer optimistisch zu bleiben und sich flexibel an die gegebene Situation anzupassen», erklärte Mihambo. «Ich habe in der Corona-Krise gelernt, das in kleinen Schritten und von Woche zu Woche zu denken.» Deshalb habe sie Olympia noch in den Hinterkopf verbannt.

Die Erfolge bei den Hallen-Meetings in Düsseldorf und Berlin binnen einer Woche sind ein guter Anfang gewesen - auch wenn sie sich über die Weltbestleistung von 6,77 Meter nur kurz freuen konnte: In Dortmund sprang die Schwedin Khaddi Sagnia am Sonntag 6,82 Meter weit.

«Das geht in die richtige Richtung», befand Mihambo dennoch nach ihrer Leistung in Berlin. Durch den längeren Anlauf erhöhe sich die Geschwindigkeit ungefähr von 9,3 auf 9,8 Meter pro Sekunden und biete mehr Variationsfreiheit bis zum Absprungbrett: «Es ist nicht so komprimiert und fühlt sich besser an.»

Im Olympia-Jahr will sie nicht nur mit bis zu 35 Stundenkilometern zur Sandgrube flitzen, um in Japan Edelmetall zu gewinnen, sondern vielleicht auch die 7,30 Meter übertreffen. Möglich wäre es. «Bestimmt, aber auch das ist nicht selbstverständlich», sagte Mihambo. «Dafür muss man hart arbeiten. Es reizt mich. Wenn es einen solchen Sprung geben sollte, würde ich mich sehr freuen.»

© dpa-infocom, dpa:210206-99-326325/3

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